Sensorik Kostensenkend in die Lücke: Lichtgitter Typ 3 passt jetzt für Anwendungen nach PL d

Autor / Redakteur: Stephan Ogroske* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Ist die Sicherheitskategorie PL d verlangt, mussten Maschinen- und Anlagenbauer seit Einführung der überarbeiteten Norm IEC 61496-1 beim Einsatz von Lichtschranken notgedrungen auf den überdimensionierten Typ 4 ausweichen. Pilz hat diese „Typen-Lücke“ mit einem genau darauf abgestimmten Lichtgitter Typ 3 nun geschlossen.

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Das verwindungssteife und robuste Lichtgitter mit einer Schockbeständigkeit von 50 G bildet den Auftakt einer neuen Generation von Lichtschranken.
Das verwindungssteife und robuste Lichtgitter mit einer Schockbeständigkeit von 50 G bildet den Auftakt einer neuen Generation von Lichtschranken.
(Bild: Pilz)

Nutzer erwarten von neuen Maschinen und Anlagen ein deutliches Plus an Leistung, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Schon seit langem achten Ingenieure und Konstrukteure aber auch bei der Auswahl ihrer Systemkomponenten sowie ihrer Aktorik und Sensorik ganz genau auf ein optimiertes Preis-/Leistungsverhältnis. Eingesetzt und bezahlt wird nur, was tatsächlich gebraucht wird. Bei der Steuerungs- und Automatisierungstechnik zahlen sich daher exakt auf den Bedarf zugeschnittene, modular aufgebaute Lösungen aus.

im engeren Sinne des Wortes

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Maßgeschneidert für die funktionale Sicherheit

Das gilt ganz besonders auch im Bereich der funktionalen Sicherheit: Gemäß der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG sind bei Maschinen und Anlagen geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, die eine Gefährdung von Menschen ausschließen respektive auf ein verantwortbares Maß reduzieren. Diese müssen dem ermittelten Risikograd und damit den normativen Vorgaben entsprechen – keinesfalls weniger, aber auch nicht mehr. Die Norm IEC/EN 61496 stellt erstmalig eine Verbindung her zwischen den Typ-Klassen der berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen (BWS), der Sicherheitsanforderungsstufe (Safety Integrity Level SIL – nach IEC 62061) und dem Grad an Zuverlässigkeit, mit dem eine Steuerung eine Sicherheitsfunktion erfüllen muss (Performance Level PL – nach ISO 13849).

Dies führt seit Mai 2015 dazu, dass Lichtgitter vom Typ 2 nur noch in Applikationen bis Performance Level PL c bzw. SIL 1 und SIL CL 1 eingesetzt werden dürfen. Weil es bis dahin Lichtschranken der Typklasse 3 am Markt schlichtweg nicht gab, müssten Anwender nun streng genommen auf den für Anforderungen nach PL e bestimmten Typ 4 ausweichen, wollen sie den Sicherheitsanforderungen nach PL d gerecht werden. Dies ist in vielen Fällen jedoch überdimensioniert und macht sich auch im entsprechend höheren Preis bemerkbar. Kein Wunder, dass einige Anlagenhersteller die Frage nach Alternativen stellen.

Weltweit die erste Type seiner Art

Das Automatisierungsunternehmen Pilz hat darauf umgehend reagiert und auf der Hannover Messe im April 2016 das erste Lichtgitter Typ 3 präsentiert. PSENopt II ist auf Anwendungen der Sicherheitskategorie Performance Level d (PL d) zugeschnitten, Anlagenbauer müssen nun nicht mehr auf den teureren Typ 4 zurückgreifen, wenn PL d gefordert ist.

Das Gerät sorgt für Sicherheit bei Handarbeitsplätzen, im Bereich von Materialzuführungen und -abführungen sowie beim Materialhandling im Verbund mit Robotern. Einsatzfelder finden sich in weiten Teilen der Automobil-, Verpackungs-, Metallverarbeitungsindustrie sowie im Werkzeugmaschinenbau.

Mit diesem Lichtgitter lassen sich Bereiche und Flächen flexibel absichern. Sie erfüllen je nach Anforderung Finger- und Handschutz: Bei einer Auflösung von 14 mm ist Fingerschutz bis zu einer Reichweite von 8 m, Handschutz bei einer Auflösung von 30 mm bis zu einer Entfernung von 18 m gewährleistet. Die Ansprechzeit liegt bei 13 bis 20 ms. Weil das Lichtgitter mit durchgängigen Einzelstrahlen arbeitet, sind so genannte Totzonen komplett ausgeschlossen. Die Lichtschranken rücken näher an die Applikation, Anwender sparen Platz und realisieren schlankere Anlagenkonzepte.

Ohne Totzonen und überaus schockbeständig

Neben dem günstigeren Preis zeichnen sich die robusten Lichtschranken PSENopt II in Schutzart IP 65 durch eine extrem hohe Schockbeständigkeit von 50 G aus. Mit ihrem geschlossenen verwindungssteifen Aluminium-Strangprofil eignet sich die Neuentwicklung für raue Industrieumgebungen und Temperaturen zwischen -10 bis 60°C. Mit den zugehörigen Montage-Kits sind die Geräte schnell und einfach montiert, eingestellt und startklar für den industriellen Einsatz. Mit ihren 5-poligen M12 Pigtail-Steckern können sie auch direkt und ohne Aufwand an die dezentrale PDP67-Peripherie angeschlossen werden.

Darüber hinaus minimieren die in den Längen von 150 mm bis 1800 mm verfügbaren neuen Lichtgitter Stillstandzeiten: PSENopt II gewährleisten die schnelle und einfache Auswertung von Systemdefekten oder die für eine Störung oder für einen Maschinenstopp verantwortlichen Ursachen, da sie über acht LEDs verfügen. In Verbindung mit Steuerungstechnik PSS von Pilz stellen die Lichtgitter eine sichere und wirtschaftliche Komplettlösung für alle Branchen und Einsatzgebiete dar.

* Stephan Ogroske, Produktmanager Sensoren, Pilz GmbH & Co. KG

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