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Kabel Kundenspezifische Kabelkonfektionierung fürs elektronische Ticketing

| Autor / Redakteur: Detlef Honig / Karl-Ullrich Höltkemeier

Die Anforderungen des öffentlichen Personennahverkehrs an Ticketentwerter und Fahrausweisautomaten sind sehr hoch. Sie müssen robust und zuverlässig sein und über viele Jahre problemlos ihren Dienst verrichten. Steuerlichtschranken im Inneren der Gehäuse sichern ihre reibungslose Funktion. Sie werden nach Kundenvorgaben konfektioniert, getestet und auf den Punkt geliefert.

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1 Im Einsatz: Kompakte Entwerter für Busse und Bahnen. Bilder: elgeba
1 Im Einsatz: Kompakte Entwerter für Busse und Bahnen. Bilder: elgeba
( Archiv: Vogel Business Media )

Morenike Wolter, zuständig fürs Marketing der elgeba Gerätebau GmbH, Bad Honnef berichtet: „Wir liefern kein Produkt von der Stange, sondern ein Komplettsystem.“ „Mit rund 85 Mitarbeitern entwickeln und fertigen wir unter anderem Entwerter, Fahrausweisautomaten und Bordrechner für Busse und Bahnen. Dazu programmieren wir die Software, damit die einzelnen Geräte im Kontext eines großen Verkehrsverbundes miteinander kommunizieren können.“

Kundenspezifisch konfektionierte Geräte

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In den hoch komplexen elektronischen Geräten für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kommen verschiedene Steuerlichtschranken zum Einsatz. Sie werden kunden-spezifisch von der ADAPT Elektronik GmbH, Großheubach, konfektioniert. „Wir arbeiten schon mehr als 20 Jahre mit dem Kabelkonfektionär zusammen“, erzählt Elke Eichelhard, zuständig für den Einkauf beim Gerätehersteller.

„Wir haben ein sehr auftragsbezogenes Geschäft und können nicht von Serien- oder Lagerprodukten reden, da wir bei einer Ausschreibung nie wissen, wie viele Kabel und Lichtschrankensysteme wir letztlich brauchen. In unseren Automaten setzen wir elektronische Bauelemente der unterschiedlichsten Art ein.“

Getestet wird unter realen Bedingungen

Alle Kabel werden zunächst vor Ort bei elgeba entwickelt und unter realen Einsatzbedingungen im Gerät getestet. Wenn sich der Prototyp bewährt, erfolgt die Freigabe.

„Aufgrund unserer Spezifikationen werden beim Lieferanten die Lichtschranken in Serie konfektioniert und nach unseren Vorgaben geprüft. Somit stellen wir die Funktionsfähigkeit sicher. Vor Ort machen wir nach dem Wareneingang lediglich nur noch stichprobenartige Eingangskontrollen, unterziehen allerdings jedes Produkt einer Endkontrolle“, verdeutlicht Elke Eichelhard die Vorgehensweise. „So erhalten unsere Kunden auf jeden Fall ein technisch einwandfreies Produkt.“

‚Grüne Welle‘ für Busse und Bahnen

Der Weg von der Handzange zum Entwerten der Fahrscheine bis hin zu elektronischen Komplettsystemen für den ÖPNV umfasst bei elgeba gerade einmal 50 Jahre. „Unsere Produktpalette bietet heute von Fahrausweisentwertern bis hin zu mobilen und stationären Fahrausweisautomaten und Bordrechnern ein umfangreiches Portfolio für die Bedürfnisse des ÖPNV. Dazu kommen Chipkarten-Anwendungen, mit denen ein bargeldloses Bezahlen möglich ist“, so Morenike Wolter.

Das Produktspektrum des Familienunternehmens wird überwiegend in Deutschland vertrieben, aber auch im europäischen Ausland kommen immer mehr Systems aus Bad Honnef zum Einsatz.

Der Bordcomputer eines Busses steht nicht nur mit den anderen Fahrzeugkomponenten wie dem elektronischen Fahrausweisautomaten oder dem Entwerter in Verbindung, sondern ist auch zum Beispiel über GPRS/UMTS auch im permanenten Kontakt mit der Leitstelle des Nahverkehrs. Die im Fahrerarbeitsplatz integrierten Bordrechner sorgen u. a. für die ′Grüne Welle′, zählen die Fahrgäste und die Anzahl der verkauften Tickets und prüfen gleichzeitig deren Gültigkeit.

Fahrscheinverkauf als höchste Priorität

Die Automaten für den öffentlichen Nahverkehr müssen funktionieren. Ausfall- und Servicezeiten sollen so gering wie möglich ausfallen. „Ein Fahrausweisautomat, der ausfällt, verdient kein Geld“, sagt dazu der Konstruktionsleiter, Alfred Bonn. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Verarbeitungsqualität der elektronischen Bauelemente.

Bei den Lichtschranken legt der Gerätebauer großen Wert auf die konstanten optischen Eigenschaften. Sie haben oft eine sehr große Streuung – sowohl in der Emittierung als auch in der entsprechenden Beantwortung der Lichtsignale. „Hier brauchen wir die Konstanz in den physikalischen Eigenschaften“, so der Konstrukteur. „Das lösen wir über die Auswahl der Lichtschranke und sorgen so für eine dauerhaft hohe Funktionssicherheit.“

Lieferung mit und ohne Verguss

Während in den Entwertern je drei konfektionierte Gabellichtschranken ihren Dienst verrichten, sind in den hoch komplexen Verkaufsautomaten noch weitere Lichtschranken im Einsatz, die vielfältige Bewegungsvorgänge steuern und überwachen. Es handelt sich um Lichtschranken verschiedener Bauformen, konfektioniert mit dem vorgeschriebenen Stecker und der entsprechenden Länge.

An den Kontaktstellen zur Lichtschranke erfolgt der Verguss. Damit sind die Komponenten einerseits vor rauen Umweltbedingungen geschützt, andererseits erfolgen keine Kurzschlüsse. „Während früher das Thema Verguss grundsätzlich eine Rolle spielte, kommt er bei den Gabellichtschranken für die Entwerter heute nicht mehr zum Einsatz“, berichtet Elke Eichelhard.

Pro Sorte um die 3 000 Stück bestellt

Allein von den Lichtschrankenkabeln für das elgeba-Standardprodukt, den elektronischen Fahrausweisentwerter, sind im letzten Jahr pro Sorte um die 3 000 Stück bestellt worden. „Hier haben wir außerdem auch immer eine gewisse Mindestmenge auf Lager, um schnell auf Kundenanforderungen reagieren zu können“, so Elke Eichelhard.

Vergusstechnik auch weiterhin im Portfolio

Andere Baugruppen für die Fahrausweisautomaten werden zum Teil weiterhin in Vergusstechnik geliefert. Dieses Verfahren ist neben der Kunststoffumspritzung von Einlegeteilen eine besondere Stärke des Kabelkonfektionärs. Unterschiedliche Vergusstechniken und ein eigener Formenbau ermöglichen hier, auch bei geringen Stückzahlen kostengünstig zu produzieren. Steckverbinder und Kabelanschlüsse, aber auch ganze Bauelemente und Baugruppen lassen sich zu einer Einheit zusammenfassen.

Von einer sehr guten Zugentlastung, einer hohen Spannungsfestigkeit bis hin zur Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse reichen die Vorteile. Um beispielsweise die geforderte Baugröße einzuhalten, muss darauf geachtet werden, dass der Verguss nicht zu dick und damit zu hoch wird. Hier stellt der Kabelkonfektionär die geforderte Qualität sicher, in dem er streng nach Kundenvorgabe das Produkt konfektioniert und vor dem Warenausgang entsprechend prüft.

Detlef Honig, Vertrieb, ADAPT Elektronik GmbH, Großheubach

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