Mensch Roboter Kunststoff-Mehrachsgelenke jetzt inklusive Sensorik

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Vor einem Jahr hatte Kunststofftechnik-Spezialist igus neuartige Mehrachsgelenke für humanoide Roboter und Leichtbau-Automation vorgestellt. Jetzt verknüpft der Hersteller von Energieführungssystemen und Gleitlagern seine Kompetenz in Hochleistungspolymeren mit intelligenter Steuerungstechnik.

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Für beide Achsen (Schwenken und Drehen) gibt es jetzt integrierte Magnetsensoren zur Winkelpositionsmessung. Damit ist es möglich, den Roboterarm positionsgenau anzusteuern sowie die Bewegung des Armes schnell zu teachen, ohne aufwändige Programme zu schreiben
Für beide Achsen (Schwenken und Drehen) gibt es jetzt integrierte Magnetsensoren zur Winkelpositionsmessung. Damit ist es möglich, den Roboterarm positionsgenau anzusteuern sowie die Bewegung des Armes schnell zu teachen, ohne aufwändige Programme zu schreiben
( Archiv: Vogel Business Media )

Der robolink-Gelenkbaukasten für Roboter ermöglicht auf einfache Art viele gestalterische Freiheitsgrade eines Systems. Entwicklungsziel war, die bewegten Massen so gering wie möglich zu halten. Dazu sind die Antriebe und das Steuerungsmodul vom Bewegungsmechanismus und den Werkzeugen (z.B. Greifer, Hände, Saugnäpfe) entkoppelt.

Herzstück des Baukastens bilden die leichten, wartungs- und korrosionsfreien Gelenke aus Tribo-Kunststoff, die frei rotieren und schwenken können. Sie lassen sich über Seilzüge wahlweise elektrisch, pneumatisch oder intuitiv von Hand steuern und regeln. Frank Blase, Geschäftsführer von igus: „Die Elastizität, die Leichtigkeit und die Möglichkeit des zentralen Antriebs sind eine echte Neuheit auf dem Gebiet der Lowcost-Robotik.“

Schnelles Teach-in

Jetzt bietet das Unternehmen auch elastische Arme an, in die Magnetsensoren zur Winkelpositionsmessung der Gelenke integriert sind. Damit lassen sich Funktionen an einem Leichtbauroboter sofort teachen, ohne dass ein Programm geschrieben werden muss. Egal, in welcher Stellung sich das Gelenk gerade befindet, kann schnell und präzise eine neue Position angefahren werden.

Leicht und abriebfest

Neue Materialien für elastische Roboterarme (von links): je nach Anwendungsfall aus Glasfaser, Aluminium oder Kohlefaser. Das Innenprofil der Arme (mitte oben) ist bionisch gestaltet für eine um Faktor fünf höhere Übertragung der Drehmomente (Archiv: Vogel Business Media)

Auch auf mechanischer Seite gibt es Neuerungen. Die Führung der Seilzüge, über die die Mehrachsgelenke bewegt werden, wurde verschleißtechnisch weiterentwickelt. Hinzu kommen neue Materialien für die Arme, je nach Anwendungsfall Kohlefaser, Glasfaser oder Aluminium. Mit den igus-Leichtbau-Gelenken eröffnet sich dem Robotik-Entwickler nun die Möglichkeit, Anwendungen zu realisieren, die das magische Ziel eines Last-zu-Eigengewicht-Verhältnisses von 1:1 erreichen oder sogar unterschreiten.

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