Befehls- und Meldegeräte LED für Knebelschalter

Autor / Redakteur: Michael Ufer* / Robert Weber

Handhabung und Design gewinnen im Werkzeugmaschinenbau an Bedeutung. Die Usability an der Maschine wird zum Verkaufsargument. Die Konstrukteure der Weiler Werkzeugmaschinen haben das erkannt. Sie setzen auf eine Siemens-Lösung.

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Blaulicht für die Zukunft: Siemens präsentiert eine neue Generation von Befehls- und Meldegeräten.
Blaulicht für die Zukunft: Siemens präsentiert eine neue Generation von Befehls- und Meldegeräten.
(Bild: Siemens)

Egal ob EMO oder Hannover Messe – auf kaum einem Messestand dürfen heute Befehlsgeräte, Displays oder Smartphones fehlen. Die Kunden vertrauen auf die Funktionalität der Produkte. Jetzt müssen die Unternehmen bei der Bedienung unter Beweis stellen, dass sie es wirklich können, heißt es dazu oft in Branchenkreisen und bei Usability-Experten. Die Anforderungen kennt Armin Daum, Leiter der Elektrokonstruktion bei der Weiler Werkzeugmaschinen GmbH in Emskirchen. Die Ausstattung und das Design der Maschine gewinnen an Bedeutung. „Gerade weil Werkzeugmaschinen insbesondere auch im Ausbildungsbereich gerne eingesetzt werden, gehören anspruchsvolle Details einfach mit dazu“, erklärt Daum. Der Franke spricht von seinen Präzisionsdrehmaschinen Praktikant VCplus und Condor VCplus, die seit kurzem über ein neues Bedientableau verfügen, auf dem eine Reihe von Tastern, Knebelschaltern, Schlüsselschalter und auch mechanische Komponenten übersichtlich angeordnet sind. Seit Sommer 2015 kommen bei den Maschinen die Befehls- und Meldegeräte „Sirius Act“ von Siemens zum Einsatz. „Wir haben uns für diese Serie entschieden, weil sie technisch, optisch und nicht zuletzt auch wirtschaftlich eine interessante Alternative zur bisherigen Lösung darstellt“, erklärt Daum. Hochwertige Kunststoffe in Verbindung mit massivem Edelstahl-Frontring bewirken eine hohe Medienbeständigkeit, wie sie nicht nur bei Werkzeugmaschinen, sondern auch in vielen anderen Bereichen gefordert wird. Durch die Ausführung in Schutzart IP69K bieten sie erhöhten Schutz bei der Reinigung der Maschinen – selbst mit Hochdruckstrahl bei hohen Temperaturen – sowie gegen Staub, Öle, Laugen und andere extreme Umwelteinflüsse. Dazu kommt das große Angebot von Siemens. „Nun können wir aus vier Designreihen individuell auswählen und haben die Gewähr, dass die Produkte über Jahre hinaus in gleicher Weise bei dem Hersteller verfügbar sind“, berichtet der Anwender. Gerade bei Serienmaschinen sei stets gleiches Aussehen und gewohnte Bedienung ein nicht zu unterschätzendes Erfolgsargument.

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Modularer Aufbau kombiniert mit vereinfachter Montage

Als ein typisches Beispiel für den Entwicklungserfolg der neuen Baureihe nennt der Praktiker die beleuchteten Knebelschalter. Durch Integration einer LED lässt sich der Schaltzustand visuell erheblich leichter und aus viel weiterer Entfernung erkennen. Dabei können unterschiedliche Farbvarianten gewählt werden. Doch auch an vielen anderen Stellen werde seiner Einschätzung nach deutlich, dass sich die Entwicklung gelohnt hat. So wurde für die Montage ein spezielles System entwickelt, das den modularen Aufbau von Tastern und Schaltern ermöglicht. Ergebnis: Sämtliche Komponenten können viel einfacher montiert werden. Beispielsweise genügen nutfreie Löcher, hier lassen sich die Taster so einstecken und fixieren, dass sie während der (Einhand-) Montage nicht mehr herausfallen. Von hinten wird das Gegenstück aufgeschoben und mit dem Schraubenzieher über eine einfache Fixierschraube verbunden.

Flexibilität durch individuelle Kombiniermöglichkeiten

Dabei sorgt eine Pfeil-auf-Pfeil-Kennzeichnung, dass die Teile richtig zueinander aufgesetzt werden. Am Ende ergibt sich ein hundertprozentiger Verdrehschutz, selbst wenn einmal eine Bohrung nicht ideal ausgeführt wäre. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass Bohrungen nicht zwangsläufig gestanzt sein müssen, sondern auch nachträglich gebohrt werden können. Soll die Verbindung wieder gelöst werden, genügt ein Druck auf eine Entriegelungsnase und das Gegenstück kann einfach abgezogen werden. Die Anwendungsbreite für das neue Programm resultiert unter anderem daraus, dass Blechstärken im Bereich zwischen ein und sechs Millimeter möglich sind. Optional gibt es die Befehls- und Meldegeräte mit Atex-Zertifizierung für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen. Die dabei notwendige Erdung wird über eine Spitze erreicht, die sich während des Fixiervorgangs eine eventuelle Lackbeschichtung bis zum metallischen Kontakt durchbohrt. Gerade wegen dieser Erdungsthematik verzichten manche Hersteller von Befehls- und Meldegeräten in ihrem Programm auf Varianten in Metallausführung – bei Sirius Act gibt es sie.

Die Spezialisten bei Weiler sehen in der neuen Reihe der Befehls- und Meldegeräte nicht zuletzt auch deshalb Vorteile, weil sich die Kontakte flexibel kombinieren lassen. So können 3 Module nebeneinander auf das Gegenstück und zwei hintereinander gesteckt werden. Schließer und Öffner sind auf diese Weise frei konfigurierbar und eine Kontaktvervielfältigung ist damit einfach zu realisieren. Armin Daum ergänzt: „Durch die taktile Rückmeldung mit hörbarem Einrasten der einzelnen Module wissen wir stets, dass die Kontakte sicher aufgeschnappt sind.“

Anbindung über Profinet möglich

Zur verbesserter Optik und Haptik kommen konstruktive Verbesserungen hinzu. Ein gutes Beispiel dafür sind Potentiometer wie sie an den Drehmaschinen für die Spindel und den Vorschub zur Verfügung stehen. Diese mussten früher aufwändig gelötet werden, heute dagegen können sie mit dem neuen Programm Sirius Act ganz einfach über eine Schraubverbindung angeschlossen werden.

Auch die Schlüsselschalter im Tableau der beiden Drehmaschinen sind nach Ansicht von Armin Daum sehr robust und „solide“ wie er es nennt. Gut ein Dutzend Taster, Schalter und Potentiometer sind an den beiden Präzisions-Drehmaschinen übersichtlich auf einem Aluminium-Tableau angeordnet, das Weiler komplett konfektioniert von Siemens bezieht und das über einen Zentralstecker mit einem Handgriff an die Maschinenelektrik angeschlossen wird. „Diese Lösung ist für uns sehr komfortabel und wirtschaftlich zugleich“, fasst Daum zusammen. Wer stattdessen seine Schalttafeln lieber selbst konfektioniert, erhält von Siemens Unterstützung. So gibt es einen eigenen Online-Konfigurator, der Auswahl und Bestellung spürbar erleichtert. Denn innerhalb der vier Designreihen gibt es nicht nur die Wahl zwischen Kunststoff- und Metallausführungen, sondern auch die Art der Signalübermittlung an die Maschinensteuerung ist überaus flexibel: So lassen sich die Befehls- und Meldegeräte nicht nur über die Standardverdrahtung anschließen, sondern auch via AS-Interface, IO-Link und sogar per Profinet. In Verbindung mit dem durchgängigen Design, dem modularen Aufbau und den vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten und dem Online-Konfigurator ergibt sich eine Reihe von Vorteilen gegenüber den bisher eingesetzten Produkten. „Das ist mit ein Grund, weshalb wir den Wechsel zur neuen Komponentengeneration sofort in die Wege geleitet haben“, fasst Daum zusammen und ergänzt: „Wir wollen damit auch ein Signal setzen, dass wir als Serienmaschinen-Hersteller stets offen sind für innovative Langfrist-Lösungen.“

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* *Der Autor Michael Ufer arbeitet bei der Siemens AG, Nürnberg, in der Divison Digital Factory und betreut in der Einheit die Control Products.

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