Verbindungstechnik Leitungsoptimierung: Hinterfragen zahlt sich aus

Autor / Redakteur: Oliver Nickel / Sariana Kunze

Leitungen werden von Maschinenherstellern oft als ein notwendiges Übel wahrgenommen. Man greift auf Gewohntes oder Bewährtes zurück und hinterfragt nur selten. Dabei lassen sich viele Produktionsprozesse mit Kabeln und Leitungen durch eine genauere Betrachtung schlanker und dynamischer aufstellen.

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Lütze zeigt anhand einer Leitungsoptimierung, wie sich Produktionsprozesse mit Kabeln und Leitungen schlanker und dynamischer aufstellen lassen.
Lütze zeigt anhand einer Leitungsoptimierung, wie sich Produktionsprozesse mit Kabeln und Leitungen schlanker und dynamischer aufstellen lassen.
(Lütze)

Selbstverständlich wird die Funktionsweise und Effizienz einzelner Maschinenteile im hohen Maße überwacht und verbessert. Sind diese doch der ganze Stolz und das Verkaufsargument der Maschinenhersteller. Im Kontrast dazu greift man bei augenscheinlich wenig funktionskritischen Bauteilen auf Gewohntes oder Bewährtes zurück – insbesondere bei Kabeln und Leitungen.

Unbewusst fördert der Markt diese Zurückhaltung: Die zur Verfügung stehende Leitungsvielfalt lässt sich leicht an der ungeheuren Dicke so mancher Leitungskataloge messen und viele Querschnitte, Materialien, Kombinationen und Zulassungen machen das Unterscheiden zu einer zeitintensiven Aufgabe von Entwicklungsabteilungen. Leitungen sind daher oft nur ein notwendiges Übel und nicht selbstsprechende Typenbezeichnungen tun ihr Übriges. Unübersichtliche Kabellager werden in Fertigungshallen so mancherorts genauso toleriert wie der Anblick verstaubter Ringe oder Kabeltrommeln. Lieferzeiten von mehreren Monaten werden in der Projektierungsphase bei Leitungen zähneknirschend in Kauf genommen und so mancher Fertigstellungstermin geriet dadurch schon ins Wanken. Hinterfragt werden Leitungen an sich selten, so werden sie immerhin laut Stückliste benötigt und meist haben Einkaufsabteilungen weder die Zeit noch die Freigabe gezielt nachzufragen.

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In die vollkommen entgegengesetzte Richtung gehen Unternehmen, die sich über die eingesetzten Leitungen identifizieren wollen: Das Unternehmen druckt das eigene Firmenlogo auf oder wählt gar die eigene Wunschfarbe des Mantels aus. Die Leitungen sind eine stolze hauseigene Entwicklung und unterstützen den hochwertigen Eindruck. Das treibt den Meterpreis beim Leitungshersteller in die Höhe, da diese Leitungen extra produziert und separat gehandhabt werden müssen. Denn diese Leitungen können nicht an andere Maschinenhersteller verkauft werden. Beide Herangehensweisen sind akzeptiert und nicht grundlegend falsch, doch in vielen Fällen ein unterschätzter Problemverursacher.

Daher sollten Leitungen nicht ausschließlich applikationsspezifisch betrachtet werden – auch das eingesetzte Spektrum, die Modularität und die Verfügbarkeit der eingesetzten Leitungen sollte berücksichtigt werden. Hier ergibt sich enormes Optimierungspotential für die Entwicklungs-, Einkaufs- und Montageabteilungen der Unternehmen. Der Dialog des Einkaufs mit der Technik und dem Leitungshersteller ermöglicht es, Maschinenteile von Anfang an so zu konstruieren und zu planen, dass Leitungen verwendet werden, die einfacher zu beschaffen sind und gegebenenfalls in anderen Maschinenteilen bereits Anwendung finden.

Kabelbeschaffung wird einfacher und dynamischer

Verwendet man eine Leitung, die in ihrer Konstruktion nicht exakt auf die Einzelapplikation abgestimmt ist, sondern durch die vielseitigen Eigenschaften eher breite Anwendungsbereiche abdeckt und beim Leitungshersteller vorrätig ist, ist die Beschaffung einfacher und dynamischer. Man wartet nicht Monate auf ganze Produktionsmengen, oft sind das 2 bis 5 km, lagert diese Mengen nicht mehr zwischen und muss sich nicht mehr an die Abnahmeverträge binden. Automatisch werden so auch bei den Unternehmen die Lagergrößen und -mengen zusammengefasst. So ist nur das vorrätig, was gebraucht wird und zudem wird die Gefahr eines Fehlgriffs bei den Leitungen minimiert. Schlussendlich werden die Unternehmen kurzfristiger beliefert, die internen Stammdaten auf das Wesentliche reduziert und gepflegt. Zudem ist es möglich, durch größere Mengen auch bessere Preise zu erzielen.

Kabelbedarf mit Unterstützung optimieren

Das lagerhaltige, modulare Leitungsportfolio, beispielsweise von Lütze, bietet Maschinenbauunternehmen eine Lösung: Das abgestimmte System aus Steuer-, Elektronik-, Aktor-Sensor-, Bus-Netzwerk- und Motorleitungen in flexibler als auch hochflexibler Ausführung für Schleppketten ist mit internationalen Zulassungen für Europa und Nordamerika bestens vorbereitet. Lütze bietet darüber hinaus den kostenfreien und unverbindlichen Service, den Anwender bei der Leitungsoptimierung zu unterstützen, und erarbeitet gemeinsam mit den Kunden und Entscheidern einen vorteilhaften und praktikablen Lösungsvorschlag

* Oliver Nickel, Produkt Markt Manager Cable, Friedrich Lütze GmbH

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