Antriebstechnik Lenze fährt Rekordumsatz ein

Redakteur: Sariana Kunze

Die Lenze-Gruppe schließt ihr Geschäftsjahr 2014/2015 (01. Mai 2014 bis 30. April 2015) mit einem gestiegenen Umsatz in Höhe von 634,1 Mio. Euro ab. Das Unternehmen konnte erneut eine Steigerung um rund 4 % gegenüber Vorjahresumsatz erzielen – ein neuer Rekord für den Antriebsspezialisten. Zudem konnte die Profitabilität gesteigert werden.

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Auf der alljährlichen Bilanzkonferenz von Lenze gaben die Vorstandmitglieder (v. l.) Frank Maier, Christian Wendler und Yorck Schmidt eine Umsatzsteigerung von 4 % gegenüber Vorjahr bekannt.
Auf der alljährlichen Bilanzkonferenz von Lenze gaben die Vorstandmitglieder (v. l.) Frank Maier, Christian Wendler und Yorck Schmidt eine Umsatzsteigerung von 4 % gegenüber Vorjahr bekannt.
(Bild: Lenze)

Auf der alljährlichen Bilanzpressekonferenz in Stuttgart stellte der Vorstand von Lenze die aktuellen Ergebnisse aus dem Geschäftsjahr 2014/2015 vor. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 10 % auf 46,9 Mio. Euro. Das Konzernergebnis nach Steuern lag bei 29,3 Mio. Euro (Vorjahr: 26,1 Mio. Euro). Laut Lenze entwickelte sich die Wirtschaft in den USA deutlich positiver, deren Wachstum real 2,4 % erreichte. In China lag der Zuwachs bei 7,4 %. In Indien und der Türkei verlief das Wachstum deutlich weniger dynamisch als von Lenze erwartet. Unsicherheiten für das Wachstum im Maschinen- und Anlagenbau ergeben sich aus einer volatilen Investitionsbereitschaft, unter anderem als Folge der Staatsschuldenkrise in der Eurozone, der Konflikte in der Ukraine, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika. Die Lenze-Gruppe erwartet eine schwache globale Entwicklung der Gesamtindustrie im Jahr 2015. Als Gründe gibt das Unternehmen die anhaltende Schwäche im Euroraum an, die sich fortsetzende Russland-Ukraine-Krise und die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten sowie der Ausfall Chinas als globaler Wachstumstreiber.

Es wird noch internationaler

Die Lenze-Gruppe bedient die Nachfrage der Kunden global. Mit seinen Vertriebsgesellschaften, Entwicklungs- und Produktionswerken sowie Logistikzentren und Servicestationen ist das Unternehmen in 60 Ländern und auf allen Kontinenten vertreten. „Unsere Investitionen in die Internationalisierung der Lenze-Gruppe lassen sich immer deutlicher an konkreten Erfolgen messen. So hat die wieder erstarkte Automobilindustrie in den USA unser Wachstum getrieben. Aber auch in Südeuropa, Benelux oder den Emerging Markets und China konnten wir klare Wachstumserfolge erzielen. Wir investieren auch zukünftig weiter in die Wachstumsmärkte und bauen unsere Standorte und Kompetenzen vor Ort weiter aus“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Christian Wendler.

An 4.0 wird geforscht

Die Produktion von Gütern mithilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnologien flexibler, schneller und effizienter zu gestalten, steht im Kern der Industrie 4.0. Im Maschinen- und Anlagenbau geht es um die zentrale Frage, wie eine „intelligente Fabrik“ ausgestaltet werden sollte. Die Lenze-Gruppe beschäftigt sich mit dieser Frage schon seit vielen Jahren und liefert maßgeschneiderte Antworten und Angebote. Christian Wendler konkretisiert: „Mit unseren intelligenten Lösungen unterstützen wir selbstoptimierende Maschinen. Unser innovatives Produktportfolio erfüllt bereits heute die neuesten Anforderungen, die Industrie 4.0 an eine Maschine stellt. Standardisierte modulare Software sorgt für mehr Flexibilität, Modularität und Geschwindigkeit, moderne Konzepte vereinfachen die Kooperation zwischen Mensch und Maschine, offene Standards und Schnittstellen sichern Vernetzung und Kommunikation. Unsere intelligenten Antriebe passen sich flexibel an unterschiedliche Maschinenaufgaben an und lassen sich einfach, z. B. via Smartphone-App, bedienen. Mit der Markteinführung unserer neuen Inverterreihe i500 – einer neuen Generation von Frequenzumrichtern – werden wir zudem in Sachen Modularität, Handhabung und Robustheit neue Standards im Markt setzen. In Kombination mit unseren neuen Getrieben und Motoren schaffen wir unseren Kunden damit Antriebspakete für ihre Maschinen, die sich durch höchste Produktivität, Zuverlässigkeit und Einfachheit auszeichnen – und das über die bekannten Grenzen von Antriebssystemen hinaus. Unser Tochterunternehmen Encoway hat sich zudem in den vergangenen 15 Jahren zum Marktführer im Bereich der Software für individualisierte Angebots- und Konfigurationsprozesse für technische Produkte entwickelt.“

Mit ihren drei Fokusindustrien – Consumer Goods, Intralogistik und Automotive –sieht sich die Lenze-Gruppe aktiv in die Entwicklung der Industrie 4.0 eingebunden. Zudem engagiert sich Lenze auch weiterhin insbesondere im Spitzencluster „Intelligente technische Systeme“ (it’s OWL) und in der Plattform Industrie 4.0 der Bundesregierung sowie in einigen individuellen Projekten mit ausgewählten Hochschulen.

Lenze rechnet für 2015/2016 mit kleinem Wachstum

Nach der leicht positiven Entwicklung des Marktes für Antriebs- und Automatisierungstechnik im Jahr 2014 wird für 2015 eine erneute Abschwächung im Gesamtmarkt erwartet. Dank der in den vergangenen Jahren geleisteten Arbeit rechnet die Lenze-Gruppe jedoch weiterhin mit einem weltweiten Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Marktposition, Innovationskraft und Internationaliserung sollen dieses Wachstum sicherstellen, so Lenze. Der Vorstand blickt zuversichtlich auf die weitere Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr. „Wir sind und bleiben gut aufgestellt – auch in einem herausfordernden Markt- und Branchenumfeld. Daher erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr 2015/16 ein erneutes Umsatzwachstum. Die Profitabilität (EBIT-Rendite) sollte sich im Geschäftsjahr 2015/16 erneut leicht verbessern. Darüber hinaus werden wir uns deutlich kundennäher aufstellen und in unseren Vertriebsgesellschaften in den kommenden Perioden rund 100 neue Stellen schaffen“, sagte Christian Wendler im Rahmen der Bilanzpressekonferenz 2014/2015 in Stuttgart.

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