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Lenze Lenze-Gruppe steigert Rekordumsatz weiter

Redakteur: Sariana Kunze

Trotz schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und fehlender Impulse aus dem Umfeld konnte die Lenze-Gruppe den Rekordumsatz des Vorjahres nochmals auf 646,4 Mio. Euro (Vorjahr: 634,1 Mio. Euro) steigern. Dies entspricht einem Wachstum von rund 2 Prozent. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg leicht auf 48,5 Mio. Euro, nach 46,9 Mio. Euro. Die EBIT-Rendite erhöhte sich damit auf 7,5 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern wuchs um 2 Mio. Euro auf 31,4 Mio. Euro.

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Christian Wendler, Vorstandsvorsitzender der Lenze-Gruppe, verkündet Branchenwachstum trotz geringer Wachstumsimpulse aus dem Markt- und Branchenumfeld.
Christian Wendler, Vorstandsvorsitzender der Lenze-Gruppe, verkündet Branchenwachstum trotz geringer Wachstumsimpulse aus dem Markt- und Branchenumfeld.
(Bild: Ralf Böttcher/Lenze)

Das globale Wirtschaftswachstum hat sich von real 3,4 Porzent im Vorjahreszeitraum verlangsamt auf nur noch 3,1 Prozent. Im Euro-Raum, dem für die Lenze-Gruppe weiterhin wichtigsten Zielmarkt, konnte sich die Wirtschaft im Laufe des Jahres 2015 jedoch weiter erholen. Hier stieg das Bruttoinlandsprodukt nach IWF und Eurostat um real 1,7 Prozent, nach 0,9 Prozent im Vorjahr. Die deutsche Konjunktur verzeichnete im Jahr 2015 eine Belebung und wuchs real ebenfalls um 1,7 Porzent.

Gute Entwicklung bei Intralogistik, Consumer Goods sowie Textile

Für den internationalen Maschinen- und Anlagenbau blieb das Jahr 2015 weltweit insgesamt ohne Wachstum. Entsprechend den Erwartungen des VDMA vom Jahresbeginn 2015 stagnierte die globale Umsatzentwicklung der Branche insgesamt. Im Gegensatz dazu entwickelte sich das Geschäft in drei Fokusindustrien der Lenze-Gruppe – Intralogistik, Consumer Goods sowie Textile – weltweit gut. Die Automotive-Industrie war dagegen deutlich geprägt von portfoliobedingten Investitionszyklen sowie Projektverschiebungen der Automobilhersteller.

Für das Jahr 2016 rechnen die VDMA-Volkswirte mit einem Nullwachstum in der weltweiten Produktion von Maschinen. Erst mittelfristig ergeben sich mit dem neuen Fünfjahresplan der Regierung deutliche Wachstumsimpulse, unter anderem in den Branchen Robotik und im High-Tech-Maschinen- und Anlagenbau. Bezogen auf ihre Fokusindustrien und -märkte erwartet die Lenze-Gruppe 2016 ein weltweites Wachstum im einstelligen Prozentbereich.

Finanzielle Stabilität als Grundlage

„Es ist unsere solide Vermögenslage, gepaart mit unserer langfristig orientierten Strategie und Personalpolitik, die uns überhaupt erst in die Lage versetzt, in unseren Fokusindustrien nachhaltig erfolgreich zu sein“, erläutert Christian Wendler, Vorstandsvorsitzender der Lenze-Gruppe. Die finanzielle Stabilität spiegelt sich in der Konzernbilanz wider, deren Bilanzsumme im Jahresverlauf und zum Bilanzstichtag 30. April 2016 wie im Vorjahr bei 450 Mio. Euro lag. Mit einem Eigenkapital von 287 Mio. Euro (Vorjahr 280 Mio. Euro) wuchs die Eigenkapitalquote der Lenze-Gruppe auf 64 Prozent an. Auch die Entwicklung der Kapitalflüsse ist sehr solide. Im Geschäftsjahr 2015/2016 konnte ein gegenüber dem Vorjahr nochmals um rund 9 Prozent gesteigerter Brutto-Cashflow vor Steuern von 47,9 Mio. Euro (Vorjahr 43,9 Mio. Euro) erwirtschaftet werden. Die hohe Finanzkraft sichert weiterhin die eigenständige finanzielle Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

Lenze sieht Chancen für weiteres Wachstum

1. Fokusindustrien mit überdurchschnittlichen Entwicklungspotenzialen

Die Ausrichtung der Lenze-Gruppe auf Fokusindustrien – Consumer Goods, Intralogistik, Textile und Automotive – ist ein wesentlicher Treiber des stabilen Unternehmenswachstums und Basis für die starke Marktposition. Das damit verbundene spezifische Know-how ermöglicht es, gemeinsam mit den Kunden deren wachsende Herausforderungen durch Innovationen und spezifische Anwendungslösungen für die Automatisierung von Maschinen zu bewältigen. So gelingt eine langfristige und systematisch weitergehende Marktdurchdringung.

2. Industrie 4.0 als Wachstumstreiber für die Lenze-Gruppe

Das Thema Industrie 4.0 bündelt diverse technologische Entwicklungen, auf die Lenze schon seit vielen Jahren besonderes Augenmerk legt. Für die Kernkunden von Lenze im Maschinenbau stellen die Anforderungen von Industrie 4.0 einen besonderen Komplexitätsgrad dar. Die Innovationsschritte für moderne Maschinen erfolgen zunehmend beschleunigt und parallel. Für diese Komplexität hat die Lenze-Gruppe das passende Leistungsangebot: Assistenzsysteme für schnelle Inbetriebnahme und intuitive Maschinenbedienung, Automatisierungskonzepte, die die Modularisierung von Maschinen unterstützen und dem Maschinenbauer Flexibilität und Geschwindigkeit bei der Entwicklung geben. Konkret hat die Lenze-Gruppe im Berichtsjahr ihr Portfolio für die industrielle Automation auf verschiedenen Ebenen weiter gestärkt: beginnend bei universell einsetzbaren Produkten (Inverter-reihe i500 oder Getriebereihe g500) über ganze Produktlösungen im Bereich smarter Antriebe (Lenze Smart Motor) bis hin zu universell strukturierten Baukästen für komplette, integrierte Antriebslösungen für Start-Stop-Anwendungen, Out-of-the-Box für ausgesuchte Anwendungsfälle (Lenze Smart Products). Mit der Smart Energy Recovery Unit r700 hat Lenze auf der Hannover Messe 2016 einen Beitrag zur Energieeffizienz vorgestellt. Die Rückspeiseeinheit ist skalierbar und kann auf einfachste Weise, auch nachträglich, in bestehende Installationen integriert werden. Das eröffnet dem Betreiber von Maschinen völlig neue Perspektiven und macht den Einsatz nunmehr auch in vielen bisher nicht geeigneten Anwendungen sinnvoll. Mit der Application Softwaretoolbox Fast werden häufig benötigte Maschinenfunktionen als standardisierte Technologiemodule zur Verfügung gestellt: Die verschiedenen Funktionen eines Maschinenmoduls müssen nicht mehr programmiert werden, sondern werden durch Anpassung der Parameter erledigt. Die modulare Software-Bibliothek wurde um einen Roboterkern ergänzt, mit dem jetzt auch Bewegungen anspruchsvoller Kinematiken wie Portal-, Knickarm-, Delta- oder SCARA-Roboter durch den Maschinenbauer einfach projektiert werden können. Das neue Engine-ering-Tool Easy Product Finder schafft darüber hinaus einen einfachen, digitalen Zugang in den Lenze-Lösungsraum.

3. Big Data Management und Vernetzung als Kernkompetenz

Die Bereitstellung, Analyse sowie der effiziente Umgang mit großen Datenmengen ist eine Kernherausforderung moderner Produktion. Mit der Software-Entwicklungsgesellschaft Encoway verfügt die Lenze-Gruppe über ein Unternehmen, welches auf Big Data Management spezialisiert ist. Encoway entwickelt Softwarelösungen für cleveres Variantenmanagement sowie moderne E-Commerce-Lösungen und ist seit Jahren im Markt etabliert. Diese Kompetenz soll künftig noch stärker im Kerngeschäft genutzt werden. Schlüsselvoraussetzungen für den Erfolg von Industrie 4.0 und der Smart Factory sind sichere Datenverbindungen zwischen Produktionsstätte bzw. Maschine und Cloud sowie der anschließende Schutz der Daten gegen Missbrauch. Lenzes hoch anspruchsvolle Security-Lösungen, die gemeinsam mit Partnern entwickelt wurden, stellen genau dies sicher. Sie ermöglichen zudem die Datenanalyse mit anschließender Aufbereitung der Informationen, z. B. für Predictive Maintenance.

4. Energieeffizienz ist nachhaltiges Leistungsmerkmal

Annähernd die Hälfte der erzeugten elektrischen Energie wird heute von der Industrie verbraucht, weit überwiegend für elektrische Antriebe. Intelligente Antriebs- und Automatisierungstechnik nutzt die Energie wesentlich effizienter, womit die Umweltbelastungen reduziert werden. Unsere Produkte sind durch ein optimiertes Zusammenspiel von Mechanik, Elektronik und Software in Bezug auf Energieeffizienz Best-in-Class.

5. Nähe zum Kunden und Kompetenz

Die Nachfrage der Kunden bewegt sich zunehmend auf einer globalen Ebene. Lenze ist heute mit Vertriebsgesellschaften, Entwicklungs- und Produktionswerken sowie Logistikzentren und Servicestationen in 60 Ländern und auf den relevanten Kontinenten vertreten.

Lenze rechnet nur mit leichtem Wachstum

Für das Geschäftsjahr 2016/2017 erwartet die Lenze-Gruppe angesichts der zahlreichen konjunkturellen Belastungen keine breite Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds. In den Fokusindustrien der Lenze-Gruppe wird sich die positive Entwicklung jedoch fortsetzen. „Als unabhängiges Unternehmen verstärken wir uns in den wichtigsten Märkten des Maschinenbaus und bauen unsere globale Präsenz weiter gezielt aus. Im laufenden Geschäftsjahr 2016/2017 legen wir den Fokus weiterhin auf gezielte Investitionen in unser Kunden-Front-End und das Dienstleistungsangebot. Insofern bleiben wir auch angesichts zahlreicher externer Unsicherheiten auf unserem stabilen Kurs“, so Christian Wendler. Zusammenfassend rechnet der Vorstand auf der Basis heute verfügbarer Informationen für die Lenze-Gruppe im laufenden Geschäftsjahr 2016/17 mit einem Umsatzwachstum, das leicht über dem des Vorjahres liegen wird. Die Profitabilität (EBIT-Rendite) wird sich aufgrund der Vielzahl von Effizienzmaßnahmen im Geschäftsjahr 2016/17 erneut verbessern.

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