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Zukunft der Robotik

Liegt Bill Gates mit der Robotersteuer falsch?

| Redakteur: Sariana Kunze

Bill Gates möchte mit seiner Robotersteuer drohende Jobverluste abfedern. Doch laut dem Weltroboterverband IFR ist die Roboter-Steuer von Bill Gates gar nicht notwendig, da eine empirische Prüfung von Wirtschaftsdaten zeige, dass ein Beschäftigungsanstieg bevorsteht. Wer hat also Recht?

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Bill Gates möchte mit seiner Roboter-Steuer den befürchteten Jobverlusten entgegenwirken. Doch der Weltroboterverband IFR ist der Meinung, dass es dieses Jobrisiko erst gar nicht gibt.
Bill Gates möchte mit seiner Roboter-Steuer den befürchteten Jobverlusten entgegenwirken. Doch der Weltroboterverband IFR ist der Meinung, dass es dieses Jobrisiko erst gar nicht gibt.
(Bild: Bill Gates - OnInnovation.com Interview / OnInnovation, flickr.com , / BY-ND 2.0)

Liegt Bill Gates mit der Robotersteuer falsch? Ja, meint der Weltroboterverband IFR: Denn den Einsatz von Technologie zu besteuern statt die damit erwirtschafteten Gewinne, wirke sich negativ auf Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung aus. Vor diesem Hintergrund lehnte das Europäische Parlament die Idee einer Robotersteuer jüngst ausdrücklich ab - eine Entscheidung, der die International Federation of Robotics mit voller Überzeugung zustimmt.

Arbeitsplätze lassen sich großteils nicht automatisieren

Das McKinsey Global Institute stellt fest, dass sich mehr als 90 Prozent der Arbeitsplätze auch künftig nicht vollständig automatisieren lassen. In der Arbeitswelt der Zukunft werden Roboter die Arbeitnehmer in vielen Bereichen unterstützen – also Mensch und Maschine enger als heute kooperieren. Die positive Wirkung der Roboter-Automation auf den Arbeitsmarkt lässt sich heute schon in den fortschrittlichsten Industrienationen ablesen.

Die US-Automobilindustrie installierte beispielsweise zwischen 2010 und 2015 mehr als 60.000 Industrieroboter. Im selben Zeitraum nahm die Beschäftigung in der US-Automobilbranche um 230.000 Arbeitsplätze zu. Dieser Entwicklungstrend zeigt sich auch in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften Europas und Asiens. Die jüngste OECD-Studie zur Zukunft der Produktivität ergab: Unternehmen, die technologischen Fortschritt erfolgreich einsetzen, sind bis zu zehnfach so produktiv wie Wettbewerber, die in diesem Feld nicht investieren.

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