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IPT Technology

Londons Doppeldecker sollen von Rot auf Grün umschwenken

| Redakteur: Sariana Kunze

Die Briten wollen den grünen Nahverkehr testen. Ab 2015 sollen acht Elektrobusse beweisen, dass sie ihr Diesel-Verwandten in Großbritannien ersetzen können. Der Clou dieses Projektes sind allerdings kabellose Batterieladestationen, die den Nahverkehr nicht nur grün, sondern auch effizient machen sollen.

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Briten wollen Dieselbusse durch Elektrobusse mit kabellosem Ladesystem ersetzen.
Briten wollen Dieselbusse durch Elektrobusse mit kabellosem Ladesystem ersetzen.
(Laberfischmann_pixelio.de)

Die britische Transportministerin, Baroness Susan Kramer, hat einen ganz besonderen Alltagstest offiziell eröffnet: In Milton Keynes, einer Stadt rund 70 km nordwestlich von London, werden erstmals alle Dieselbusse einer Buslinie komplett durch Elektrobusse ersetzt. Innerhalb von fünf Jahren sollen die acht Elektro-Busse beweisen, dass sie täglich auf einer anspruchsvollen Buslinienstrecke gegenüber Dieselbussen bestehen können.

Mit unsichtbarer Ladespule einfach an der Bushaltestelle aufladen

Der Elektrobus Streetlite von WrightBus macht mit induktivem Gelegenheitsladesystem kabelloses Laden möglich.
Der Elektrobus Streetlite von WrightBus macht mit induktivem Gelegenheitsladesystem kabelloses Laden möglich.
(Arriva)
17 Stunden sollen die Elektrobusse ohne größere Unterbrechung im Einsatz sein und damit umweltschädliche Dieselbusse überflüssig machen. Möglich wird dies durch unsichtbare Ladespulen, die die Energie nebenbei kabellos übertragen und umständliche Kabel und Stecker überflüssig machen. Pro gefahrener Stunde müssen die Busse jeweils zehn Minuten laden – wobei eingeplante Stehzeiten an den Bushaltestellen genutzt werden können. Die Projektbetreiber schätzen, dass durch die niedrigen Energiekosten pro Jahr bis zu 18.000 Euro eingespart werden können. Die Buslinie transportiert derzeit jährlich über 775.000 Passagiere auf insgesamt 724.205 km. Durch die Null-Emissions-Busse sollen ca. fünf Tonnen an Feinstaub-Partikeln und schädlichen Abgasen und rund 270 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden. In das Projekt fließen umgerechnet rund 770.500 Euro aus dem britischen „Green Bus Fund.“ „Dieser Versuch mit den Diesel-Elektro-Hybrid-Bussen, die mit der neuesten Aufladetechnologie versorgt werden, könnte uns einen weiteren Schritt näher bringen, noch sauberere Doppeldeckerbusse auf Londons Straßen zu erleben“, meint Transport for London-Spartendirektor Mike Weston.

Elektrobusse sind gute für Geldbeutel und Umwelt

Das Projekt ist eine Partnerschaft zwischen dem Ingenieurbüro Arup und dem Mitsui Joint Venture Masp respektive operativ dessen Tochterunternehmen e-Fleet Integrated Service (eFIS), der Stadt Milton Keynes, dem Busbetreiber Arriva, dem Bushersteller Wright Bus, dem Spezialisten für kabellose Energieübertragung IPT Technology (ein Tochterunternehmen der Conductix-Wampfler GmbH), dem Netzbetreiber Western Power Distribution und dem Energieunternehmen SSE, sowie dem Ladegerätehersteller Chargemaster. Während dem zunächst auf fünf Jahre angelegten Alltagsbetrieb werden die Daten der acht Elektrobusse an der Universität Cambridge gesammelt und ausgewertet.

Kabellos Laden mit 90 Prozent Wirkungsgrad

Inductive Power Transfer - kurz IPT- ist ein Energieübertragungssystem für elektrische Fahrzeuge, das durch magnetische Resonanzkopplung funktioniert. Das System besteht aus zwei Hauptkomponenten: einer Primärspule, die über einen Einspeisekonverter mit dem Stromnetz verbunden ist, und einer Abnehmerspule, mit nachgeschaltetem Gleichrichter, die unter dem Fahrzeugs angebracht ist. Die Technologie ermöglicht eine berührungslose und automatische Stromübertragung. Die generierten Magnetfelder um den Bus und im Bus sind auch bei voller Leistungsübertragung unterhalb den international relevanten ICNIRP-Empfehlungen. Wirkungsgrade von über 90 Prozent (Netzanschluss -> Batterie) kann das Energieübertragungssystem erreichen. Das geringere zu bewegende Gewicht, aufgrund der durch die Gelegenheitsladung reduzierbaren kleineren Batteriegröße erhöht zudem die Fahrzeugeffizienz. Die IPT-Ladestationen sind barrierefrei und durch ihre Unsichtbarkeit vandalismussicher. Lediglich Wärmetauscher und Bedienpanel müssen aus Zugangsgründen oberirdisch erstellt werden.

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