Studie Maschinenbauer versäumen Chancen durch Nachhaltigkeit

Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Sariana Kunze

Für viele Anlagen- und Maschinenbauer ist Nachhaltigkeit fester Teil der Unternehmenspolitik, wie die Unternehmensberatung PWC laut eigener Mitteilung in einer Studie festgestellt hat. Allerdings würden viele Unternehmen nur die Einsparmöglichkeiten durch Nachhaltigkeit sehen, andere Möglichkeiten aber außer Acht lassen.

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Nachhaltigkeit bietet viel mehr Möglichkeiten, als nur Geld zu sparen, wie eine neue Studie zeigt.
Nachhaltigkeit bietet viel mehr Möglichkeiten, als nur Geld zu sparen, wie eine neue Studie zeigt.
(Bild: Freudenberg Sealing Technologies)

Für 54 Prozent gehöre ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit zur Unternehmenstradition. 16 Prozent der befragten Unternehmen planten ihre strategische Ausrichtung, um Nachhaltigkeitsaspekte zu ergänzen. Lediglich 13 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer halte das Thema nur zum Teil für relevant. Das geht laut PWC-Mitteilung aus der Studie „Strategisch denken, nachhaltig handeln und Erfolge messen“ hervor, für die die Unternehmensberatung 100 Führungskräfte aus dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau befragt habe.

Nachhaltigkeit bietet auch Marktchancen bei Service und Kundenbindung

Die meisten Unternehmen gingen das Thema Nachhaltigkeit über die Arbeitssicherheit, Mitarbeiterbindung und -rekrutierung sowie Umweltschutz im Unternehmen selbst an. Allerdings zielten Nachhaltigkeitsmaßnahmen häufig darauf ab, Einsparpotenziale ausfindig zu machen und zu nutzen. „Viele Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau bekennen sich zwar zum nachhaltigen Denken und Handeln, ein integrierter Nachhaltigkeitsansatz ist in dieser Branche aber noch nicht tief verwurzelt“, sagt Martin Theben, Leiter Industrielle Produktion bei PWC. „Nachhaltigkeit wird vor allem über Einsparpotenziale wie die Senkung der Energiekosten definiert. Dabei lassen Unternehmen häufig Serviceinnovationen und Kundenerwartungen in den Zielmärkten mit ihren regionalen Besonderheiten außer Acht und nutzen damit Marktchancen nicht.“

Bei Nachhaltigkeitsprojekten für die nahe Zukunft stünden bei den Unternehmen Technik, Systeme und Prozesse sowie Erzeugnisse und Produkte im Vordergrund. Als weniger wichtig gälten Aspekte wie die Lieferkette, regionalen Besonderheiten in Zielmärkten und Dienstleistungen. „Unternehmen sollten ihren Blickwinkel erweitern. Gerade eine nachhaltig ausgerichtete Lieferkette kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein“, sagt Michael Werner, Partner Sustainability Services bei der Unternehmensberatung. Damit könnten Unternehmen ihre ökonomische Wettbewerbsfähigkeit verbessern, mit fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen soziale Standards einhalten und beim effizienten Umgang mit Ressourcen und mit intelligentem Recycling ökologisch nachhaltig handeln.

Konkrete Nachhaltigkeitsziele bei Maschinenbauern weit verbreitet

Immerhin 60 Prozent der befragten Maschinen- und Anlagenbauer formulierten messbare Nachhaltigkeitsziele. In dieser Gruppe kontrollierten 76 Prozent der Unternehmen regelmäßig ihre Leistung anhand von Kennzahlen und anderen Indikatoren. Als wichtigstes Nachhaltigkeitsziel nenne die Hälfte der Unternehmen die Reduktion des Energieverbrauchs, gefolgt von optimiertem Ressourceneinsatz (42 %) und Ziele mit Mitarbeiterbezug (27 %). Themen ohne konkreten Kostenaspekt, zum Beispiel Umweltschutz, spielten eine eher untergeordnete Rolle.

Nachhaltigkeit sei für 35 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer ein wichtiges Kriterium bei der Entwicklung neuer Produkte. „Diese Unternehmen gehen häufiger Kooperationen bei der Entwicklung nachhaltiger Produkte ein und sind offen für Diskussionen über die Vereinheitlichung von Messmethoden“, sagt Theben.

60 Prozent der Befragten betrachteten Nachhaltigkeit dagegen als ein nachgelagertes Kriterium. Lediglich bei 4 Prozent der befragten Unternehmen spiele der Aspekt der Nachhaltigkeit bei der Produktentwicklung keine Rolle.

Insgesamt hat Nachhaltigkeit im Maschinen- und Anlagenbau in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen, wie er heißt. Werner rät: Nachhaltig handelnde Unternehmen könnten sich in diesem Zusammenhang über Serviceleistungen neue Geschäftsfelder erschließen und sollten diese Chance wahrnehmen. Gerade Nischenanbietern biete sich die Chance, mit neuen Ansätzen und Nachhaltigkeitskonzepten auf dem Weltmarkt zu punkten.

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