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Instandhaltungsmanagement Maschinenmängel sinnvoll kommunizieren

| Redakteur: Sariana Kunze

Wenn Mitarbeiter an Maschinen und Anlagen Schwachstellen beobachten, ist eine zielgerichtete und schnelle Kommunikation gefragt. Fraunhofer-Forscher haben mit Flex-Note ein softwaregestütztes Tool entwickelt, das die nötigen Informationen bündeln und zuständigen Personen augenblicklich verfügbar machen soll.

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Mit Flex-Note haben Wissenschaftler des Fraunhofer-IPA ein softwaregestütztes Tool entwickelt, das Mängel und Optimierungsvorschläge in der Produktion transparent, schnell und zielgerichtet weitergibt.
Mit Flex-Note haben Wissenschaftler des Fraunhofer-IPA ein softwaregestütztes Tool entwickelt, das Mängel und Optimierungsvorschläge in der Produktion transparent, schnell und zielgerichtet weitergibt.
(Bild: Fraunhofer-IPA)

Ein schlecht organisierter Umgang mit Informationen über festgestellte Maschinenmängel ist häufig der Grund für kostenintensive Fertigungsstopps oder eine fehlerhafte Produktion. Denn in vielen Unternehmen werden Beobachtungen an Anlagen nicht optimal weitergegeben. Beispielsweise melden verschiedene Mitarbeiter einem Verantwortlichen mehrfach den gleichen Defekt oder geben die Nachricht mit einem deutlichen Zeitverzug weiter. Oft sind die Informationen auch unzureichend und das Problem lässt sich nicht auf Anhieb finden.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben ein softwaregestütztes Tool entwickelt, das Mängel und Optimierungsvorschläge transparent, schnell und zielgerichtet weitergeben können soll. Bei Flex-Note handelt es sich um eine Kombination aus einem mobilen Endgerät und einer Cloud-Applikation.

Alle wartungsrelevanten Informationen bündeln

Sobald ein Mitarbeiter in der Produktion eine Schwachstelle, zum Beispiel eine Leckage oder ein fehlerhaftes Bauteil entdeckt, kann er mit seinem Smartphone oder Tablet ein Bild des betroffenen Bereichs aufnehmen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, den Fehler in der Aufnahme zu markieren und schriftlich oder mündlich eine Nachricht dazu zu verfassen sowie weitere Menüpunkte zur Kategorisierung auszuwählen. Da er sich zuvor mit dem Endgerät an der Maschine anmelden musste, wird auch deren Position exakt ermittelt. Die gesamte Meldung – der Anwender, das markierte Bild, die Nachricht und der Standpunkt – werden gebündelt gespeichert. „Dabei kommt der Augmented-Reality-Ansatz zum Tragen. Digitale Informationen und das Live-Bild überlagern sich und werden positionsgetreu an der Maschine wieder eingeblendet“, erläutert Marcus Defranceski, Gruppenleiter am Fraunhofer-IPA.

Im nächsten Schritt wird die Beobachtung automatisiert weitergegeben. Benachrichtigungen erhalten sowohl der Mitarbeiter selbst als auch der Maschinenverantwortliche. Weiterhin ist auf der Maschine sichtbar hinterlegt, welche Feststellungen bereits erfasst wurden. Zuletzt wird die Meldung in einem zentralen IT-System, beispielsweise auf einem Server des Unternehmens oder in einer externen Cloud gespeichert.

Die Maschinenbetreuer erhalten eine übersichtliche Auflistung, welchen Meldungen sie nachgehen müssen. Weiterhin sehen die anderen Mitarbeiter, welche Mängel bereits aufgenommen wurden. Die Gefahr von Mehrfachmeldungen soll damit ebenso gesenkt werden wie das Risiko, dass Informationen beim falschen Ansprechpartner landen und untergehen. Da das Live-Bild in Verbindung mit der digitalen Text- oder Sprachnachricht und dem exakten Maschinenstandpunkt weitergegeben werden, sollen Rückfragen seltener nötig sein. Zuletzt soll das Tool die Kommunikation beschleunigen können, da alle relevanten Informationen gebündelt aufgenommen und weitergegeben werden.

Aufzeichnungen zur langfristigen Verbesserung von Maschinen

Neben einer optimierten Kommunikation von Schwachstellen soll Flex-Note dazu beitragen können, Maschinen und Anlagen langfristig zu verbessern. „Da die Meldungen im zentralen IT-System hinterlegt sind, lassen sich sämtliche Erfahrungen über ein Objekt weitergeben. Dadurch ist es möglich, Zusammenhänge bei Fehlern zu ermitteln und standortunabhängig Erfahrungen von einer Anlage auf eine andere zu übertragen“, informiert Defranceski. Weiterhin sehe man auf diese Weise, an welchen Teilen der Maschine die meisten Schwachstellen auftreten. Somit können Hersteller beim Neudesign gleich vorbeugen.

Ein weiterer Vorteil: Flex-Note kann entkoppelt von der IT-Infrastruktur des Unternehmens laufen. Dadurch erhalten Nutzer keinen Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Weiterhin müssen Maschinen- und Anlagen nicht erst angebunden werden. „Die Anwendung lässt sich somit auch von Dienstleistern als Service nutzen. Außerdem ist kein hoher Installationsaufwand erforderlich“, fügt Defranceski hinzu. Potenziale bietet Flex-Note für jedes Unternehmen, das Maschinen oder teilautomatisierte Arbeitsplätze einsetzt. Die IPA-Wissenschaftler haben bereits einen Prototyp realisiert. Ab Oktober 2016 soll die Innovation industriell umgesetzt werden.

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