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Maserati automatisiert die Herstellung seiner beliebtesten Modelle mit 86 Robotern

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In der Produktion werden die Teile automatisch erkannt

Das wichtigste Merkmal in dieser Produktionsphase ist die Flexibilität. Die Produktion kann so programmiert werden, dass automatisch festgestellt wird, ob das Teil für den Quattroporte oder den Ghibli ist. Das ist wichtig, denn zwischen den Karosserien der beiden Modelle gibt es wesentliche Unterschiede in der Länge des Fahrgestells und der zugehörigen Bauteile.

Im ersten Abschnitt der Blechbearbeitung werden die Bauteile aus hochfestem Stahl und gegossenem Aluminium, die alle bereits getestet und kontrolliert worden sind, entgegengenommen und von Hand montiert, um das sogenannte Gehäuse zu bauen. Dieses Element besteht aus dem vorderen Rahmen, auf dem der Motor und alle zugehörigen mechanischen Bauteile montiert werden, weiterhin aus dem Mittelboden – unter anderem für die erste Sitzreihe – und dem hinterem Rahmen für die zweite Sitzreihe und den Kofferraum.

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Der fertige Rahmen kommt dann zum zweiten Abschnitt, wo die Montage durch 86 Roboter voll automatisiert ist – 82 von diesen Robotern hat das Technologieunternehmen Comau geliefert, das wie Maserati zur Fiat-Gruppe gehört. In diesem Abschnitt wird die Karosserie in parallel arbeitenden oder „doppelschichtigen Stationen“ – wie es bei Maserati heißt – hinzugefügt. Auf einer der ersten Stationen wird das Skelett, der Innenraum, befestigt, in der darauf folgenden Phase kommt die Außenhaut hinzu. Dabei wird darauf geachtet, dass stets die Zugänglichkeit für die folgenden Schritte erhalten bleibt und die Anzahl von Schlitzen für die Befestigung minimiert wird – das macht das Fahrzeug ruhiger und stabiler.

Auch an diesen doppelschichtigen Stationen kann das lange Fahrgestell des Quattroporte und das kürzere Fahrgestell des Ghibli bearbeitet werden. Die Roboter sind dabei intensiv beschäftigt. Sie bewegen Teile, schweißen, nieten, bringen Bolzen an und vieles mehr. Dass diese hoch technisierte Strecke besonders gut funktioniert, ist Maserati zufolge größtenteils den Robotern von Comau zu verdanken, die sehr komplexe Arbeiten mit hoher Präzision durchführen können.

In der Blechbearbeitungsphase werden bei jedem Fahrzeug 4785 Schweißpunkte gesetzt – davon 1083 in vorgelagerten Prozessen und 3702 im Hauptprozess, in dem 1025 Schweißpunkte von Hand und 2677 automatisch ausgeführt werden. Dazu kommen bei jedem Fahrzeug noch 190 Nieten, 243 bogengeschweißte Bolzen und fast 79 m Klebstoff – davon werden 66 m mit Robotern aufgetragen und 13 m von Hand. Auf die Blechbearbeitung folgen die Lackiererei und schließlich die Endmontage.

Um direkt ein mögliches Missverständnis auszuräumen: Comau und Maserati gehören zwar beide zu Fiat Chrysler, trotzdem steht es Maserati frei, entsprechend seinen Bedürfnissen auch außerhalb des Konzerns Partner zu suchen und auszuwählen. Dass Comau in diesem Werk so stark vertreten ist, ist allein durch die hohe Qualität der Technologie bedingt.

Im Werk von Grugliasco sind die Roboter von Comau – meistens Gelenkroboter – so ausgelegt, dass sie wenig Standfläche brauchen, einen großen Arbeitsbereich haben, präzise Bewegungen und exakte Positionierung sicherstellen und alle Ladegewichtskategorien und Anwendungen abdecken.

Der Aufbau des Werks in Grugliasco vom Beginn der Planung bis zum Januar 2013, als der erste Maserati produziert wurde, dauerte zwei Jahre. In dieser Zeit war Comau wie andere Partner stark eingebunden, insbesondere in den beiden letzten Monaten vor dem Start.

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