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Jubiläum

Matrix Vision feiert 30jähriges Bestehen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Das Unternehmen für industrielle Bildverarbeitung Matrix Vision feiert 30jähriges Jubiläum und blickt auf eine abwechslungsreiche Vergangenheit zurück. Gegründet im Jahr 1986 begann das Unternehmen mit Softwareentwicklung und konstruierte Grafikcontroller für Atari. Heute kommen die intelligenten Kameras des Unternehmens in vielen Bereichen zum Einsatz.

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(Bild: Matrix Vision)

Ob auf dem Land, im Wasser oder in der Luft – die industrielle Bildverarbeitung ist mittlerweile in fast alle Bereiche vorgedrungen. Die Hersteller aus diesem Industriesegment sind jedoch in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, da sie als Technologie-Lieferant beim Endprodukt nicht in Erscheinung treten. Ein „Hidden Champion“ mit Sitz im schwäbischen Oppenweiler bei Stuttgart ist die Matrix Vision GmbH, welche in diesem Jahr 30-jähriges Jubiläum feiert – ein Blick zurück in die Zukunft.

Als Gerhard Thullner und Werner Armingeon die Firma im Jahr 1986 gründeten, ahnten sie nicht, dass die Firma 30 Jahre später mit fast 100 Mitarbeitern über ein außergewöhnlich breites Technologie-Know-How verfügt. Dabei hat die junge Firma ihre Wurzeln nicht direkt in der Bildverarbeitung, sondern begann mit der Entwicklung von Software für Atomabsorptionspektrometer. Im Gegensatz zur Branchenausrichtung stand aber von Beginn an die Rollenaufteilung der Firmengründer fest. Während sich Armingeon um den technischen Part kümmerte, war Thullner für den kaufmännischen Bereich in der Firma verantwortlich. Das Gespann entwickelte so das Gespür, technologische Trends zu deuten und die Firma neu auszurichten.

Marktführer bei Atari-Grafikcontrollern

In den Anfangsjahren der Computer waren Produkte von Atari bei Early Adopters wie Universitäten sowie bei Anwendern mit grafischen Aufgabenstellungen sehr gefragt. Thullner und Armingeon entwickelten einen Grafikcontroller für Atari-Computer mit Großbildschirmen. Im Jahr 1989 stellten die beiden diese Neuheit nach sechs Wochen Entwicklungszeit auf der Cebit in Hannover vor. Das Unternehmen wurde mit den Atari-Grafikcontrollern nach eigenen Angaben Marktführer, ruhte sich auf dem Erfolg aber nicht aus. So hatten sich die beiden Ingenieure bereits zu neuen Ufern aufgemacht, als Atari von den PCs eingeholt wurde. Die Diskussion, ihr Wissen über Grafikcontroller in den boomenden PC-Markt einzubringen, war schnell beendet. „Es gab schon etablierte Firmen und daher war uns der Markt zu riskant“, erklärt Thullner. Die Firma begann mit der Entwicklung von Frame Grabbern für industrielle Anwendungen. Diese elektronische Komponente wird zum Digitalisieren analoger Videosignale verwendet. Damit waren sie in die noch junge Branche der Bildverarbeitung eingestiegen.

Von der intelligenten Kamera zum Pfandautomaten

Und damit tat sich auch ein neues Feld für Armingeon auf, der die Standardzusammenstellung einer Bildverarbeitungslösung mit Frame Grabber, Kamera und PC als zu aufwändig und unzuverlässig empfand. Durch die Integration aller Komponenten in ein Produkt war die intelligente Kamera geboren. Matrix Vision kann für sich in Anspruch nehmen, eine der ersten intelligenten Kameras auf den Markt gebracht zu haben. „Dieses Projekt musste einige Zeit hinter anderen Aufgaben zurückstehen, sonst wären wir schon früher auf dem Markt gewesen“, erzählt der Entwicklungschef im Rückblick. Intelligente Kameras waren die Grundlage für viele Lösungen: Verkehrsflussüberwachung in Großbritannien, intelligente Nähmaschinen, Brillenglas-Schleifmaschinen und Briefsortieranlagen in Frankreich oder Pfandautomaten in Deutschland. Uwe Furtner, verantwortlich für die Produktkonzeptionen und seit 1996 Partner bei Matrix Vision, trug wesentlich dazu bei, dass das Pfandautomatenprojekt gelang. Durch den gesetzlich vorgegebenen Einführungstermin lagen nur einige Monate vom Start der Entwicklung bis zur Auslieferung einiger tausend Systeme.

Nachdem sich Schnittstellen wie USB und Ethernet am Markt durchgesetzt hatten, ergänzten Standardkameras ab 2004 die Frame Grabber als Standardproduktlinie. Heute verfügt das Unternehmen über mehr als 210 Kameravarianten, welche sich durch ihre besonderen Features im Markt etabliert haben. Beispielsweise übernimmt das in allen Kameras eingesetzte FPGA eine Reihe von Verarbeitungsaufgaben und entlastet so das Host-System. Die internen Bildspeicher sorgen für eine Bildübertragung ohne Datenverluste. Alles Anforderungen, die in Bezug auf grüne Automation und lückenlose Prozessüberwachung in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen haben.

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