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Hannover Messe 2017 MDA: Zuliefererindustrien sehen sich als Antrieb der Zukunft

| Redakteur: Karin Pfeiffer

Dieses Jahr präsentiert sich auf der Hannover Messe 2017 wieder der Weltmarkt der Antriebs- und Fluidtechnik im Rahmen der Motion, Drive & Automation. Der VDMA versammelte im Vorfeld führende Branchenvertreter zu einem Roundtable.

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Guter Dinge beim MDA-Roundtable des VDMA: Hartmut Rauen (stellv. VDMA-Hauptgeschäftsführer), Christian H. Kienzle (Geschäftsführer Argo-Hythos, Vorsitzender VDMA Fluidtechnik und Vorsitzender MDA Präsidium), Dr. Jochen Köckler (Mitglied des Vorstandes Deutsche Messe AG) und Wilhelm Rehm (Mitglied des Vorstandes ZF Friedrichshafen AG und Vorsitzender VDMA Antriebstechnik), von llinks nach rechts im Bild zu sehen.
Guter Dinge beim MDA-Roundtable des VDMA: Hartmut Rauen (stellv. VDMA-Hauptgeschäftsführer), Christian H. Kienzle (Geschäftsführer Argo-Hythos, Vorsitzender VDMA Fluidtechnik und Vorsitzender MDA Präsidium), Dr. Jochen Köckler (Mitglied des Vorstandes Deutsche Messe AG) und Wilhelm Rehm (Mitglied des Vorstandes ZF Friedrichshafen AG und Vorsitzender VDMA Antriebstechnik), von llinks nach rechts im Bild zu sehen.
(Bild: Karin Pfeiffer)

„Was auf uns zukommt, sind neue Geschäftsmodelle“, erklärt Dr. Jochen Köckler. Vorstand der Deutschen Messe, das Leitthema der diesjährigen Hannover Messe „Integrated Industrie – Created Value“ der angereisten Fachpresse beim VDMA. Das sehen Christian H. Kienzle, Geschäftsführer der Argo-Hythos GmbH, und Wilhelm Rehm, Mitglied des Vorstandes der ZF Friedrichshafen AG, offenbar ganz ähnlich. „Wir liefern nicht nur den Antrieb der Zukunft, sondern auch die Quelle intelligenter Daten“, so Rehm. „Unsere Antriebe werden zu den Kernbausteinen der Industrie 4.0 und übertragen Kraft- und Drehmomente, aber auch Zustandsdaten der Maschine, mit einer Kopplung ins Internet dann als sogenanntes Cyber Physical System.“

Der VDMA hatte im Vorfeld der Industriemesse zum MDA-Roundtable (Motion, Drive & Automation) mit führenden Branchenvertretern geladen und die Entwicklung speziell auf den Märkten der Antriebs- und Fluidtechnik diskutiert. Mit einem Umsatzvolumen von zusammen fast 23 Milliarden Euro bilden sie das größte Branchensegment innerhalb des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. 2017 erhalten die beiden Zuliefererindustrien turnusmäßig wieder die MDA als Plattform, um Lösungen zu präsentieren. Diese Messe wird alle zwei Jahre im Rahmen der Hannover Messe ausgerichtet und gilt als wichtigstes Branchenereignis weltweit. Mit rund 1.200 Ausstellern und mehr als 80.000 Besuchern aus aller Welt zählt die MDA zu den stärksten Leitmessen innerhalb der Hannover Messe. Rund zwei Drittel der Aussteller kommen aus dem Ausland. Die wichtigsten Branchenplayer sind vor Ort, so die Deutsche Messe Aventics, Bosch Rexroth, Camozzi, Hansa-Flex, Hydac, KTR, Metal Work, NTN-SNR, Parker Hanifin, Schaeffler, Trelleborg, ZF Friedrichshafen, Desch und Argo-Hytos.

Mechatronische Bausteine für Industrie 4.0

Die Hersteller der Antriebs- und Fluidtechnik setzen auf Effizienz, Intelligenz und Qualität. Ihre Leistungsbausteine sind entscheidend, wenn es um die Qualität von Maschinen geht. Im Mittelpunkt der Ausstellerpräsentationen zur kommenden MDA stehen dabei mechatronische Bausteinen oder CPS-Module (Cyber-Physical System), die wichtige Enabler für effiziente und intelligente Produktionsprozesse sind. Damit ermöglichen die Hersteller die durchgängige Vernetzung mit der Steuerungs- und Fertigungsebene und leisten so einen wichtigen Beitrag für die Fabrik der Zukunft mit ihren intelligenten, selbstoptimierenden und autonomen Fertigungsabläufen.

„Für die Antriebs- und Fluidtechnik ist die MDA die weltweit wichtigste Messe, dabei profitiert die Branche insbesondere von den Synergien zu den anderen Leitmessen der Hannover Messe sowie zum wirtschaftspolitischen Umfeld der weltweit wichtigsten Industriemesse“, positioniert Dr. Köckler die MDA.

Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer im VDMA sowie verantwortlich für die VDMA-Fachverbände Antriebs- und Fluidtechnik ergänzt: „Unsere Mitgliedsfirmen stehen für Innovationsführerschaft, wenn es um die Kernmerkmale der Kundenprodukte geht: Leistungsdichte, Energieeffizienz, Total Cost of Ownership und passgenaue Lösungen. Mit Industrie 4.0 kommt hinzu, dass die Antriebs- und Fluidtechnik zur Datenquelle werden. Unsere Unternehmen verbinden Big Data mit Big Thinking, Korrelation mit dem Wissen um Kausalität. Ganz gezielt haben wir daher für unsere Mitgliedsunternehmen den Predictive Maintenance Kongress entwickelt und die Sonderschau auf der Hannover Messe positioniert.“

Predictive Maintenance als zentrales Messethema

Die Vernetzung von Maschinen, Produkten und Komponenten sowie weiteren am Produktionsprozess beteiligten Systemen gilt als zentrales Merkmal von Industrie 4.0. Durch den Einsatz von Sensoren können diese Verknüpfungen nun genutzt werden, um Zustandsdaten von Maschinenkomponenten zu erfassen, sie mit Informationen aus Drittsystemen (ERP-, CRM-Systeme) zu kombinieren und auszuwerten. Ziel ist es, auffällige, auf Störungen hindeutende Muster rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen präventiv einzuleiten. Auf der Sonderschau Predictive Maintenance in Halle 19 mit angrenzendem Forum erfahren Besucher, wie drohende Ausfälle frühzeitig erkannt, Prozesse beschleunigt und Produktionsstillstände vermieden werden können. Nach aktuellen Untersuchungen des Beratungsunternehmens Accenture sinken Wartungskosten dadurch um fast 30 Prozent, und ungeplante Stillstände gehen um 70 Prozent zurück.

Bessere Produktionsplanung, längere Laufzeit der Maschinen, Vermeidung von ungeplanten Stillständen – das sind die drei wichtigsten Gründe für Predictive Maintenance. Damit werden konventionelle Condition-Monitoring-Ansätze um den Blick in die Maschinenzukunft erweitert. Bei Schaeffler stehen dabei zwei neue digitale Services im Mittelpunkt: die Restlaufzeitberechnung von Wälzlagern sowie die automatisierte Wälzlagerdiagnose. Erstmals lassen sich Wartungsintervalle damit belastungsabhängig bestimmen.

Experten erwarten für Predictive Maintenance ein dynamisches Marktumfeld. Dabei eröffnet sich nicht nur für die Automatisierungstechnik ein Milliardenmarkt. Auch große IT-Unternehmen wie SAP, IBM oder Bosch Software Innovations sind derzeit im Markt aktiv, um die wachsende Nachfrage nach Predictive-Maintenace-Lösungen zu befriedigen.

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