Trends & Technik

Mechatronik-Projekte mit der Industrie im Fokus

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Dezentralisierung der Steuerungsintelligenz

Forschungsprojekt 2: Ein weiteres Forschungsgebiet des Lehrstuhls für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik ist die Dezentralisierung der Steuerungs-Intelligenz. Dabei fokussieren sich die Forschungsarbeiten des Lehrstuhls insbesondere auf die Bereiche der „Smart Automation“ sowie auf die Produktionsplanung und -steuerung. Unter Smart Automation versteht man im weitesten Sinne aggregierte intelligente Automatisierungskomponenten, die über ihre eigentliche Funktion hinaus mit anderen Komponenten kommunizieren können. Diese erweiterte Kommunikationsfähigkeit von Teilkomponenten verstärkt den anhaltenden Trend zur Dezentralisierung und stellt eine wichtige Voraussetzung für zukünftige Applikationen dar. Auf der Intelligenz von Automatisierungskomponenten bauen Funktionalitäten wie beispielsweise die Fähigkeit zur Selbstbeschreibung und Selbstkonfiguration auf. Des Weiteren ermöglichen es intelligente Automatisierungskomponenten der Industrie, ein anlagenweites Condition Monitoring umzusetzen und Steuerungsstrategien zur Steigerung der Energieeffizienz zu integrieren.

Bei Produktionsplanungs- und Steuerungssystemen bietet die Dezentralisierung Erfolg versprechende Einsatzmöglichkeiten. Da viele Produkte einem immer kürzer werdenden Produktentwicklungszyklus sowie einer steigenden Variantenvielfalt unterliegen, resultiert dadurch eine zunehmende Komplexität, die insbesondere hohe Anforderungen an die Flexibilität von Produktionsplanungs- und Steuerungssystemen stellt. PPS-Systeme müssen eine fristgerechte und kapazitätsbedingte Einplanung zahlreicher Aufträgen unter Berücksichtigung der Arbeitsschritte und der erforderlichen Anzahl an Teilen sicherstellen. Dabei ist die Versorgung der Maschinen mit Material und Betriebsmitteln sowie Personal zur Maschinenbedienung und Wartung sicherzustellen. Diese Vielzahl an Information und Abhängigkeiten sind mittels zentraler PPS-Systeme nicht mehr top-down mit der erforderlichen Flexibilität handhabbar. Dezentrale PPS-Systeme hingegen können mittels eines bottom-up Ansatzes produktionsnäher eingesetzt werden. Bei diesem Ansatz bewerben sich Maschinen auf Grundlage des aktuellen Maschinenstatus um Fertigungsaufträge. Durch eine automatische Auftragsumplanung können dann auch Maschinenausfälle flexibel kompensiert werden. Besonders geeignet ist dieser Ansatz für den Einsatz bei kundenindividueller Einzel- und Kleinserienproduktion.

Technologiezentrum für elektrische Antriebstechnik

Forschungsprojekt 3: Für einen effizienten Wissenstransfer von der Forschung in die industrielle Praxis steht das Bayerische Technologiezentrum für elektrische Antriebstechnik (E|Drive-Center), das in Nürnberg unter der Leitung des Lehrstuhls für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entsteht. Das E|Drive-Center erhält als Startfinanzierung von der Bayerischen Staatsregierung eine Förderung von insgesamt neun Millionen Euro aus dem Strukturprogramm Nürnberg/Fürth und soll bayerischen Unternehmen in einer Branche mit überdurchschnittlichen Wachstumsaussichten den Weg ebnen. Dazu kann es an grundlegende Forschungen der FAU anknüpfen.

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