Robocup 2015

Medaillensegen für deutsche Roboter

| Redakteur: Sariana Kunze

Das Koblenzer Weltmeister-Team "Lisa" mit den Studenten Florian Polster, Raphael Memmesheimer, Stephan Manthe und Teamleiter Viktor Seib aus der Arbeitsgruppe Aktives Sehen.
Das Koblenzer Weltmeister-Team "Lisa" mit den Studenten Florian Polster, Raphael Memmesheimer, Stephan Manthe und Teamleiter Viktor Seib aus der Arbeitsgruppe Aktives Sehen. (Uni Koblenz-Landau)

Die Weltmeisterschaft der Roboter entschied sich 2015 in Hefei, China. 3 deutsche Studententeams konnten mit ihren Roboterentwicklungen beim Robocup 2015 mehrere Trophäen ergattern. Das Ergebnis: 2x Gold, 1x Silber und 1x Bronze.

Das Team Homer der Universität Koblenz-Landau, das Team B-Human der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das Team b-it-bots der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg haben vom 17. bis 23. Juli 2015 in Heifei, China, um den Sieg beim internationalen Wettbewerb Robocup zur Förderung der Robotikforschung gekämpft. Und das mit Erfolg. Jedes der Studententeams bringt eine Trophäe mit nach Hause.

Serviceroboter Lisa ist Weltmeister

In der Kategorie Robocup@Home-Liga geht es darum, dass Roboter ihre Fähigkeiten im häuslichen Umfeld zeigen sollen, zum Beispiel Getränke bringen, Frühstück zubereiten oder Erste Hilfe in Notfällen holen. Roboter Lisa aus der Arbeitsgruppe Aktives Sehen (AGAS) am Koblenzer Institut für Computervisualistik löste die Aufgaben besser als alle anderen Konkurrenten. Das Koblenzer Team mit den Studenten Raphael Memmesheimer, Stephan Manthe, Florian Polster sowie Teamleiter und Institutsmitarbeiter Viktor Seib musste sich in der Home-Liga gegen 16 Teams aus aller Welt behaupten. Während der Wettbewerbswoche konnte sich das Koblenzer Team von Beginn an einen Platz an der Spitze sichern. Allerdings lag das chinesische Team "Wright Eagle", der amtierende Weltmeister, am letzten Tag noch in Führung. Im Finale wurden die Karten neu gemischt: Die Koblenzer konnten durch eine hervorragende Demonstration die Jury überzeugen. Lisa bereitete Spiegeleier zum Frühstück zu und war in der Lage, den Müll hinaus zu bringen. Dann zeigte das Team eine Kooperation zweier Roboter, die bisher einzigartig beim Wettbewerb war: Die Roboter konnten sich gegenseitig über Sprache Anweisungen geben und Aufgaben koordinieren. " Das Team ist schon gespannt auf den 20. RoboCup, der im nächsten Jahr in Leipzig stattfinden wird. Lisa wird auch dabei sein und ihre neuesten Fähigkeiten präsentieren.

Vizeweltmeister im Roboter-Fußballturnier

Das Bremer Team B-Human konnte beim RoboCup 2015 in der Standard Platform League den Titel des Vizeweltmeisters sowie die Hälfte der insgesamt 6 vergebenen Trophäen erringen. Neben den zweiten Plätzen in den Fußball- und Auswahlmannschaftswettbewerben erzielte das gemeinsame Projekt der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) den ersten Platz im technischen Wettbewerb. Den Weltmeistertitel im Fußballwettbewerb holte erneut das Team UNSW Australia aus Sydney. Neben dem normalen Fußballturnier wird beim RoboCup seit zwei Jahren auch der Auswahlmannschaftswettbewerb ausgetragen. Dabei wird in gemischten Teams mit wechselnden Zusammenstellungen der NAO-Roboter gespielt. Jedes teilnehmende Team stellt nur einen Spieler, der mit Robotern aus anderen Teams kooperieren muss. Bei diesem Wettbewerb geht es zwar auch darum, die Spiele zu gewinnen, viel stärker wird aber berücksichtigt, wie gut sich ein Roboter als Mitspieler verhält und ob er die Regeln befolgt. Dies wird von Punktrichtern bewertet. Im Vorjahr konnte B-Human diesen Wettbewerb für sich entscheiden und auch diesmal erhielt das Team von den Punktrichtern die beste Bewertung. Allerdings lag das Nao-Team HTWK in der Bewertung nur knapp dahinter, war aber häufiger auf der Seite der siegreichen Mannschaft und konnte so B-Human auf den zweiten Platz verdrängen.

Traditionell werden beim RoboCup auch die so genannten technischen Wettbewerbe ausgetragen, bei denen es Einzelaufgaben zu lösen gilt, mit denen mögliche Regeländerungen für die Zukunft getestet werden. Dieses Jahr ging es erstens um den Ablauf eines Eckstoßes, den es bisher in den Regeln nicht gibt, zweitens um das Laufen auf unterschiedlichen Teppichen, um dem letztendlich anvisierten Spielen auf Rasen näher zu kommen, und drittens um das Spiel mit beliebigen Bällen, denn bisher wird nur ein ganz bestimmter, farblich auffälliger Ball verwendet. In jedem dieser Einzelwettbewerbe erreichte B-Human jeweils den zweiten Platz unter 27 Teams und konnte damit den technischen Wettbewerb als Ganzes deutlich für sich entscheiden. Das Team B-Human besteht aktuell aus 10 Studierenden der Universität Bremen sowie den Betreuern Dr. Thomas Röfer vom DFKI-Forschungsbereich Cyber-Physical Systems, der von Prof. Dr. Rolf Drechsler geleitet wird, und Dr. Tim Laue von der Universität Bremen. B-Human tritt seit 2009 bei den RoboCup German Open und der Weltmeisterschaft in der Standard Platform League an und hat siebenmal die deutschen Meisterschaften gewonnen und viermal den Weltmeistertitel errungen. In der Standard Platform League verwenden alle Fußball-Teams dasselbe Robotermodell, nämlich den humanoiden Roboter NAO der französischen Firma Aldebaran Robotics. Die Teams unterscheiden sich allein in der Software, die sie für die Roboter entwickeln. Dank ihrer Hilfe agieren die NAOs im Spiel vollständig autonom. Sie müssen ihre Umgebung erkennen, Entscheidungen fällen und diese dann gemeinsam umsetzen. In den Fußballspielen treten jeweils fünf Roboter gegeneinander an.

Bronze in der Arbeitsliga

Die RoboCup-WM bescherte dem Team b-it-bots Fachbreich Informatik der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg den 3. Platz in der RoboCup@Work-Liga. 6 Mannschaften aus Deutschland (4 Teams), Singapur (1) und China (1) waren in diesem Wettbewerb am Start. Dem Bronze-Team b-it-bots gehören die Studierenden Oscar Lima, Shehzad Ahmed, Santosh Thoduka, Alexander Moriarty, Ashok Sundaram, Arka Mallick, Padmaja Kulkarni und Deebul Nair aus dem Master-Studiengang Autonomous Systems an. Frederik Hegger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich, betreute das Team in China. Sie alle hatten in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft viel Zeit investiert, viel mehr, als es das Studium an sich erfordert hätte.

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