Kromberg & Schubert Mehr Kapazität für Spezialkabel am Standort Rhede
Vor kurzem hat die Kromberg & Schubert GmbH Cable & Wire (Kroschu) die erste Phase eines umfangreichen Investitionsprogramms am Standort Rhede erfolgreich abgeschlossen. Neue Maschinen und zusätzliche Produktionsanlagen erweitern die Kapazität wie auch das Fertigungsspektrum für anspruchsvolle Spezialkabel.
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Im Bereich der Aderextrusion wurde die Kapazität um etwa 25%, in der Tandem-Mantelextrusion für Polyurethan um nahezu 100% erhöht. Damit baut Kroschu seine Marktführerschaft bei Sensorleitungen weiter aus. Zusätzliche Möglichkeiten bietet eine neuartige Verseilanlage, die erstmals eine schonende und zugkraftgesteuerte Verdrillung von bis zu 27 Elementen mit einstellbarer Rückdrehung erlaubt. Mit dieser Verseilanlage können auch besonders anspruchsvolle Spezialleitungen für die Automobilindustrie und für industrielle Anwendungen effizient produziert werden.
Verseilung als wirkungsvoller Schutz gegen Verschleiß
Warum sind die Elemente in einer Leitung verseilt? Wären die Adern in einer 4-adrigen, runden Leitung nicht verseilt, würden die Einzeladern (isolierte Leiter) ein Quadrat bilden: Zwei liegen dann unten und zwei oben. Biegt man nun dieses Kabel, so haben die oberen Adern einen anderen Biegeradius als die unteren. Daher kommen die bei der Biegung innen liegenden Adern ein Stück aus dem Mantel raus, während die äußeren ein Stück darin verschwinden. Die Adern bewegen sich bei der Bewegung des Kabels gegeneinander — und Bewegung bedeutet Reibung und Verschleiß. Durch das Verdrillen bzw. Verseilen der Adern liegen diese jedoch mal innen und mal außen. Die Relativ-Bewegung der Adern gegeneinander und somit der Verschleiß wird so wesentlich reduziert.
Neue Maschine kombiniert die Vorteile alternativer Produktionsmethoden
Natürlich bringt auch der Herstellungsprozess des Verseilens für empfindliche Elemente eine Biegung und Belastung mit sich. Klassisch spricht man auch von einer Verseilung „mit Rückdrehung“ bzw. „ohne Rückdrehung“. Bei der Verseilung mit Rückdrehung werden die Elemente verseilt, ohne dass Torsion (Verdrehung) auf die Elemente wirkt. Zusätzlich wird die Zugkraft der einzelnen Elemente im Prozess gesteuert.
Die zuverlässigsten Ergebnisse wurden bislang auf so genannten Korb-Verseilmaschinen erzielt. Diese besitzen aufgrund des Konstruktionsprinzips große bewegte Massen und sind daher in der Drehzahl und somit Produktionsgeschwindigkeit stark begrenzt. Die Alternative sind Ein- oder Doppelschlag-Verseilmaschinen bzw. Rohr-Verseilmaschinen: Sie laufen mit wesentlich höheren Drehzahlen, ermöglichen aber keine so schonende und geregelte Verseilung.
Die neue Verseilmaschine bei Kroschu kombiniert nun die Vorteile beider Alternativen. Sie erlaubt eine schonende und zugkraftgesteuerte Verdrillung von Elementen mit einstellbarer Rückdrehung. Es können bis zu 27 Elemente in einer Lage verseilt werden. Dabei reicht der Querschnittsbereich von winzigen Datenader-Querschnitten bis zu recht großen Querschnitten etwa für die Energieübertragung.
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