Turck Mehr Produktionskapazitäten am Standort Deutschland

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Mit einer 15-Mio.-Euro-Investition stellt Turck im Sauerland die Weichen für die Zukunft. „Hier wollen wir uns vor allem dem Thema Optimierung der Fertigungsprozesse stellen und den Standort Deutschland stärken“, erklärt Turck-Geschäftsführer Christian Wolf anlässlich einer Pressekonferenz in Gelsenkirchen.

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Christian Wolf, Geschäftsführer, Turck: „Wir müssen uns der zentralen Frage stellen, wie man als Unternehmen agieren kann, wenn die Basisannahmen für Planungen immer unberechenbarer werden.“
Christian Wolf, Geschäftsführer, Turck: „Wir müssen uns der zentralen Frage stellen, wie man als Unternehmen agieren kann, wenn die Basisannahmen für Planungen immer unberechenbarer werden.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Rund 15 Millionen Euro investiert die Turck-Gruppe in ein neues Produktionsgebäude am Standort Halver. Mit dem Neubau, der im Frühjahr 2012 fertiggestellt werden soll, erweitert der Automatisierungsspezialist die Kapazitäten in Halver um etwa 11.000 Quadratmeter Produktionsfläche und circa 1100 Quadratmeter Bürofläche. Gemeinsam mit den bereits vorhandenen Gebäuden am Kirchlöher Weg steht dem Familienunternehmen dann eine Gesamtproduktionsfläche von 26.000 Quadratmetern zur Verfügung. „Damit fassen wir alle Fertigungsaktivitäten am Standort Halver in unmittelbarer Nähe zusammen. Dies garantiert kürzeste Wege und bietet optimale Voraussetzungen für eine effiziente interne Logistik“, so Christian Wolf.

Die Investition solle die strategische Ausrichtung der Gruppe hin zum Systemanbieter weiter unterstützen und die Internationalisierungsstrategie weiter forcieren. „Das müssen wir massiv vorantreiben.“ Dazu gehören ein deutlicher Ausbau des Vertriebs in Russland und Indien, eine zweite aggressive Investitionsphase mit Gesellschaftsgründungen in Brasilien und in der Türkei sowie der Umzug in neue Büros in Polen und Österreich.

Denn angesichts der krisenbedingten Entwicklungen seien Planungen immer unberechenbarer geworden. Man stehe vor neuen Herausforderungen, um den Aufschwung zu bewältigen. So werde man nach Aussagen des Turck-Geschäftsführers an vielen Stellschrauben drehen, um vor allem ein nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Dazu zählten unter anderem die Definition regional-, branchen- und applikationsspezifischer Lösungsportfolios mit einem entsprechend aufgestellten Vertrieb, die Komplexitätsreduktion mittels Modularisierung und Plattformentwicklungen sowie die Definition adäquater Preissysteme für Systemlösungen und Serviceleistungen.

30 Prozent Wachstum

Mit dem Geschäftsverlauf 2010 zeigt sich Christian Wolf sehr zufrieden: Schließlich erwartet der Automatisierungsspezialist für das laufende Geschäftsjahr einer deutliche Umsatzsteigerung von über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und knüpft damit ein Jahr nach der Krise wieder an das Niveau von 2008 an. Der konsolidierte Umsatz der Turck-Gruppe dürfte am Jahresende 350 Millionen Euro übersteigen. Für Deutschland rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von rund 80 Mio. Euro, 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Mitarbeiterzahl an allen 27 Standorten stieg 2010 um gut sieben Prozent auf weltweit 2740. In Deutschland beschäftigt das Familienunternehmen an seinen Standorten in Mülheim an der Ruhr, Halver und Beierfeld rund 1400 Mitarbeiter – darunter 57 Auszubildende.

„Für 2011 haben wir uns 15 Prozent Wachstum vorgenommen mit dem Zielumsatz von 400 Mio. Euro – wenn sich die internationalen Rahmenbedingungen nicht ändern“, sagt der Geschäftsführer abschließend.

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