Suchen

Security Mehrheit der Maschinenbauer unzureichend auf Cyberkriminalität vorbereitet

| Redakteur: Katharina Juschkat

Eine Studie des VDMA zeigt: Knapp die Hälfte der Maschinenbauer sind nicht ausreichend auf Cyberkriminalität vorbereitet. Vor allem veraltete Produktionsrechner und -anlagen stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Das kann für Mittelständler sogar existenzbedrohend werden.

Firmen zum Thema

Vor allem veraltete Produktionsanlagen sind nicht genügend gegen Cyberkriminalität geschützt, urteilt der VDMA.
Vor allem veraltete Produktionsanlagen sind nicht genügend gegen Cyberkriminalität geschützt, urteilt der VDMA.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Die vor allem mittelständisch geprägte Maschinenbauindustrie in Deutschland ist nicht ausreichend auf Cyberkriminalität vorbereitet – weder auf den Angriff, noch auf die Folgen. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA).

Knapp 50 % erfüllen aktuelle Sicherheitsrichtlinien nicht

Knapp die Hälfte der Unternehmen arbeitet laut VDMA mit einem veralteten Schutz vor Angriffen aus dem Netz. In der Praxis sind vor allem Rechner in Produktionsanlagen reich an Risiken. Andreas Schlechter, Geschäftsführer von Telonic, erklärt: „Betriebsrechner in Industrieanlagen sind häufig mit älteren Betriebssystemen wie Windows XP ausgestattet und erfüllen damit nicht die aktuellen Sicherheitsrichtlinien. In den Betrieben werden Fertigungsanlagen wesentlich weniger auf Cyberattacken überwacht, als die Rechner der Mitarbeiter.“ Das Kölner Systemhaus Telonic implementiert proaktive Sicherheitslösungen für IT-Netze und setzt umfangreiche drahtlose sowie drahtgebundene Netzwerke um.

Cyber-Attacken können existenzbedrohend sein

Befürchtet werden Betriebsunterbrechungen, die neben Ausfällen auch für Reputationsschäden sorgen. Ein Produktionsstopp kann die Auslieferung an Kunden verzögern. Den möglichen Schaden durch Cyber-Attacken schätzen die durch den VDMA befragten Firmen mehrheitlich in Bereichen zwischen 500.000 bis eine Million Euro ein. Bei mittelständischen Unternehmen kann das auch existenziell bedrohlich werden. Geschäftsführer Schlechter fährt fort: „Pleite durch Hacker – das darf nicht passieren. Das mangelnde Bewusstsein für Sicherheitslücken werden Hacker ausnutzen. Daher gilt es, Schutzmechanismen zu implementieren. Ansonsten wird die Industrie 4.0 zur größten Gefahr für alle Unternehmen.“ Die deutliche Mehrheit (88 %) der vom VDMA befragten Unternehmen ist nicht einmal gegen die möglichen Auswirkungen einer Cyber-Attacke versichert.

Der geschützte Datenaustausch in Produktionsbereichen ist derweil nicht so einfach umzusetzen wie die eines Client-PCs in der Verwaltung. Verantwortlich dafür sind Altsysteme, die sich nicht mehr updaten lassen, aber auch vorhandene Fernwartungsschnittstellen, die herstellerseitig benötigt werden. In diesen Fällen müsse dringend am Schutz des gesamten Netzwerkes gearbeitet werden, fasst Schlechter zusammen. Insgesamt wurden 244 Firmen mit einem Umsatz von bis zu 75 Millionen Euro jährlich durch den VDMA und seine Tochter VSMA befragt.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45253856)