infoteam und LAVES Methodik für Steuerung von Pipettiergeräten für serologische Tests entwickelt

Redakteur: Reinhard Kluger

Pipettierer sind das Kernstück für lebensmitteltechnische, serologische Untersuchungsanlagen. Sie müssen nicht nur prozesssicher sondern auch optimiert arbeiten. Damit beim Ausfall eines Gerätes die Laborroutinen auf einem anderen weiterlaufen können, sind die Probenträger gleich ausgelegt, damit ein anderes Gerät darauf zugreifen kann. Eine Steuerung von infoteam überwacht dabei den Ablauf.

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Steuerungen von Pipettiergeräten müssen mit höchster Genauigkeit arbeiten
Steuerungen von Pipettiergeräten müssen mit höchster Genauigkeit arbeiten
( Archiv: Vogel Business Media )

In einem viehreichen Bundesland wie Niedersachsen besitzt die angewandte Epidemiologie, die Erforschung von Ursachen, Verbreitung und Bekämpfung von Tierseuchen im Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis, eine besondere Bedeutung.

Das Veterinärinstitut Hannover des Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) führt im Jahresdurchschnitt ca. 220.000 serologische Untersuchungen durch. Daneben wird im Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES ein Mehrfaches dieser Anzahl an serologischen Proben bearbeitet. Solche Untersuchungen sind zur Seuchenprävention und im Ernstfall zur Eindämmung nach Seuchenausbruch unerlässlich.

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Arbeitsabläufe ganzheitlich optimiert

Pipettieren gehört zweifelsohne zu den wiederholungsintensivsten Arbeiten in der täglichen Laborroutine. Zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier wird in diesem Bereich mit höchster Präzision gearbeitet und auf höchstmögliche Prozesssicherheit und -stabilität Wert gelegt. infoteam entwickelte die Systemsoftware und die komplette Methodik, die den Teilprozess/Probenverteiler steuert. Hier wurde speziell mit einem Gerät zur Primärproben-Verteilung in Deepwell-Platten (DWP), sowie mit zwei Selektivpipettierer- Maschinen für die Befüllung von ELISA1 Testplatten gearbeitet. Die Aufgabenstellung umfasste eine ganzheitliche Optimierung der Arbeitsabläufe für serologische Untersuchungen.

Sichere Automatisierungslösung für hochsensitive Prozesse

Ein Pipettierer nimmt die Primärverteilung von Rinder- und Schweineseren aus zwei verschieden großen Probenröhrchen in Deepwellplatten (DWP) vor. Diese Proben werden mit Hilfe ausreichend vieler 24er und 32er Probenhalterungen, sogenannten Tuberacks, durch das Veterinärinstitut Hannover bereitgestellt. Der vorhandene sowie ein weiterer neu zu beschaffender Pipettierer haben mit Abschluss des Projekts die Aufgabe die Sekundärverteilung aus den Deepwellplatten (DWP) in Mikrotiter- bzw. ELISA-Testplatten durchzuführen.

Aus Gründen der Prozesssicherheit erfolgt die Bestückung der Träger für Pipettier- und Testplatten beider Systeme identisch, so dass auch bei eventuellem Ausfall eines Gerätes die Laborroutine ungestört weiterlaufen kann, wenn auch mit reduzierter Kapazität. Aus den gleichen Gründen der Prozesssicherheit werden die Pipettierer auch darauf ausgelegt, die Aufgaben des Primärverteilers zu übernehmen.

Rückverfolgbarkeit gesichert

Die Proben sollen so kurz wie möglich im Prozess verweilen, die Untersuchungsflüssigkeit, mit der z.B. Rinder- und Schweineseren versetzt werden, kann von kurzer Haltbarkeit sein. Am Ende eines Befüllvorgangs werden die Pipettiernadeln in eine Waschstation für den nächsten Vorgang aufbereitet. Das Pipettiergerät verfügt einen Barcode-Scanner mit Autoload-Funktion. Diese Ausstattung gewährleistet die Rückverfolgung für die einzelnen Proben mit Hilfe des angeschlossenen Datenbanksystems. Sollte eine Probe infiziert sein, muss man in kürzester Zeit feststellen können, von welcher Platte die Probe stammt. Im Falle einer Infektion muss unverzüglich

reagiert und u.U. Maßnahmen zur Seucheneindämmung eingeleitet werden können.

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