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Robotik Mini-Roboter-Heuschrecke unterstützt Rettungsmissionen

| Autor/ Redakteur: Thomas Kuther / Sariana Kunze

Forscher an der Tel Aviv University (TAU) und dem ORT Braude College haben einen von der Heuschrecke inspirierten Roboter entwickelt, der richtig große Sprünge macht.

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TAU-Zoologieprofessor Amir Ayali: „Die Herstellung winziger Roboter ist günstig und effizient. Ihre geringe Größe erlaubt es, schwieriges und unbekanntes Gelände zu bewältigen.“
TAU-Zoologieprofessor Amir Ayali: „Die Herstellung winziger Roboter ist günstig und effizient. Ihre geringe Größe erlaubt es, schwieriges und unbekanntes Gelände zu bewältigen.“
(Bild: Tel Aviv Universtity)

Obwohl der nach den Universitäten „TAUB“ genannte Mini-Roboter selbst nur 13 cm lang ist, erreicht er eine Höhe von 3,35 m – also rund das 25-fache seiner Körpergröße. Die Entwicklung könnte dem Team zufolge dank dieser Sprungkraft beispielsweise für Aufklärungs- oder Rettungsmissionen in schwierigem Gelände interessant sein.

Beingelenke speichern viel Energie

Der gerade einmal 23 g leichte Roboter sieht nicht wirklich aus wie eine Heuschrecke, doch das war auch nicht Ziel der Entwicklung. Vielmehr hat das Team aus Biologen und Technikern versucht, die effiziente Sprungmechanik des Insekts nachzubilden. Die Gelenke der Roboterbeine speichern wie jene des biologischen Vorbilds beim Abwinkeln eine große Menge Energie, die dann plötzlich freigesetzt wird. Das erlaubt Sprünge von 3,35 m Höhe, was dem Team zufolge etwa doppelt so viel ist wie bei anderen Robotern ähnlicher Größe. Zudem springt TAUB dabei bis zu 1,37 m weit.

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„Unser Heuschrecken-inspirierter, winziger, springender Roboter ist ein sehr schönes Beispiel bioinspirierten Technologiedesigns“, meint TAU-Zoologieprofessor Amir Ayali. Um die Sprungbeine des Insekts nachzuahmen, hat das Team dabei steife Karbonstäbe genutzt. Die Gelenke sind Torsionsfedern aus Stahldraht. Damit wird es möglich, wie beim Vorbild durch starkes Anwinkeln der Beine Energie für einen Sprung zu speichern. Der Körper des ferngesteuerten Mini-Roboters besteht aus ABS-Kunstoff und wurde mittels 3-D-Druck gefertigt.

Gleitmechanismus soll noch weitere Sprünge ermöglichen

Die Forscher sind vom Potenzial ihrer Entwicklung überzeugt. „Die Herstellung winziger Roboter ist günstig und effizient. Ihre geringe Größe erlaubt es, schwieriges und unbekanntes Gelände zu bewältigen“, betont Ayali. Die Robo-Heuschrecke könnte beispielsweise im Gelände vermisste Personen suchen oder als Aufklärer dienen. Um TAUB noch einsatztauglicher zu machen, arbeiten die Forscher derzeit an einem Gleitmechanismus. Damit sollen weitere Sprünge gelingen und der Roboter zudem stabiler in der Luft liegen und sanfter landen.

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