Hyperloop Pod Challenge

Mit 600 km/h durch die Vakuumröhre

| Redakteur: Katharina Juschkat

Für die anstehende Hyperloop Pod Challenge hat die TU München eine neue Kapsel konstruiert, die bis zu 600 km/h erreichen soll.
Für die anstehende Hyperloop Pod Challenge hat die TU München eine neue Kapsel konstruiert, die bis zu 600 km/h erreichen soll. (Bild: Michael Förtsch)

Die TU München hat für die bevorstehende dritte Hyperloop-Challenge eine neue Kapsel entworfen. Die Studenten hoffen, damit bis zu 600 km/h zu erreichen – das wäre fast doppelt so schnell wie das Vorgänger-Modell.

Der Hyperloop ist ein rohrpostähnliches Transportkonzept für Hochgeschwindigkeitszüge, die Unternehmer Elon Musk seit einigen Jahren verfolgt. Indem in den Röhren fast Vakuum herrscht, sollen die Kapseln dank des geringeren Luftwiderstands Geschwindigkeiten von mehr als 1.000 km/h erreichen. 2015 rief SpaceX, das Unternehmen von Elon Musk, das hinter dem Hyperloop steht, einen internationalen Studentenwettbewerb ins Leben, mit dem die Hyperloop-Idee vorangetrieben werden soll.

Neues Motorenkonzept für mehr Leistung

Ganz vorne mit dabei ist das Team Warr Hyperloop der TU München, die den vorangegangenen Wettbewerb vergangenen Sommer gewannen. Kommenden Sonntag findet der nächste Wettbewerb statt. Da der dritte Wettbewerb neue Anforderungen an die Teams stellt, mussten die Münchner einen neuen Pod konstruieren. Dieses Jahr müssen alle Pods mit einem eigenen Antrieb ausgestattet sein – zuvor konnten die Teams auf Technik von SpaceX zurückgreifen. Teamleiter Gabriele Semino erklärt: „Wir hatten schon 2017 einen Motor. So konnten wir unser Konzept prinzipiell weiterentwickeln. Wir haben aber das Design und auch den Antrieb stark überarbeitet und optimiert.“

Acht kleine Motoren statt einem großen

Die größten Herausforderungen waren dabei, Gewicht zu sparen und die Motorleistung gleichzeitig zu erhöhen. Deshalb besteht das neue Modell aus Karbonfaser-Verbundwerkstoffen. Statt dem 50 KW Elektromotor verwendet das Team jetzt acht kleine Motoren, die jeweils ein Rad antreiben. Damit kommt der Pod auf 240 KW, was 320 PS entspricht. Auch die Form wurde aerodynamisch optimiert. „Wir hoffen auf bis zu 600 Stundenkilometer“, so Teamleiter Semino über das neue Modell.

Am Bau des Pods waren wieder zahlreiche Unternehmen beteiligt – unter anderem der Klebstoffhersteller Delo, der mit dem gesponserten Klebstoff Delo-Duopox AD840 dazu beitrug, dass silikatbeschichtete Titanplatten auf dem einteiligen Fahrgestell befestigt werden konnten. Die Titanplatten dienen zur Versteifung und der besseren Einleitung der Bremskräfte in die Struktur. Insbesondere CFK stellt klassische Fügetechniken wegen seiner Faserstruktur vor große Herausforderungen. Das Kleben punktet bei dieser Anwendung vor allem damit, unterschiedliche Materialien verbinden zu können. Das zweikomponentige Epoxidharz bietet eine gute Haftung auf einer Vielzahl von Oberflächen und wurde speziell für strukturelle Klebungen entwickelt.

Der neue Pod kommt beim dritten Hyperloop-Wettbewerb am 22. Juli in Kalifornien zum Einsatz. Aus den ersten beiden Wettbewerben, an denen hunderte andere Teams aus der ganzen Welt teilnahmen, ging das Warr Hyperloop-Team als Sieger hervor. Ihr zweiter Gewinner-Pod brachte lediglich 85 kg auf die Waage und erzielte dank eines selbst entwickelten Antriebssystems einen Geschwindigkeitsrekord für Hyperloop-Prototypen von 324 km/h.

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