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Steuerung Mit Java direkt auf Rexroth-Steuerungen entwickeln

| Redakteur: Jan Vollmuth

Programmierer entwickeln jetzt auch mit der verbreiteten Java-Technologie parallel zur SPS-Automatisierung direkt auf Rexroth-Steuerungen. Dies ermöglicht die schnelle Umsetzung individueller Applikationen auf der Steuerungsplattform Indra Motion MLC, die Anbindung an übergeordnete IT-Systeme und die Verknüpfung mit Cloud-basierten Diensten – ohne SPS-Code.

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Deutlich reduzierter Aufwand: In Java programmierte Funktionen greifen parallel zur SPS auf Rexroth-Steuerungen zu.
Deutlich reduzierter Aufwand: In Java programmierte Funktionen greifen parallel zur SPS auf Rexroth-Steuerungen zu.
(Bild: Bosch Rexroth)

Rexroth hat jetzt in das Motion-Logic-System Indra Motion MLC die Java-Laufzeitumgebung von Oracle – Java 8 SE Embedded – integriert und stellt sämtliche notwendigen Software-Komponenten zur Verfügung. Die Java-Anwendungen laufen alleine oder parallel zum SPS-Programm und greifen direkt über die Java-API des Open Core Interface auf über 500 Funktionen der Steuerung zu.

Programme für flexible Fertigung nachladen

Die Java-Technologie ist weltweit auf nahezu allen PCs sowie der Mehrzahl der Smartphones und Tablet-PCs installiert. Mehr als neun Millionen Programmierer arbeiten aktuell mit dieser Technologie und haben damit bereits eine Vielzahl von Cloud-Lösungen und Business-Anwendungen erstellt. Als offener Standard, der von vielen Anbietern unterschiedlichster Branchen getragen wird, gewährleistet Java eine höhere Investitionssicherheit als herstellerspezifische Lösungen.

Maschinenhersteller, Software-Unternehmen und Endanwender können für die Rexroth-Steuerung nun mit geringem Aufwand eigene Java-basierte Anwendungen, Servicekonzepte und Geschäftsmodelle entwickeln oder Programme günstig zukaufen. Als Grundlage für die Java-Entwicklung nutzt Rexroth ein OSGi-Framework. Damit arbeiten mehrere Java-Applikationen parallel und können im laufenden Betrieb ausgetauscht werden. So können Anwender innerhalb einer flexiblen Fertigung wechselnde Java-Programme auf die Steuerung installieren um die Produktion für neue Anforderungen – kleinere Losgrößen ohne Umrüstzeiten – anzupassen oder um zusätzliche Prozess- und Serviceinformationen zu gewinnen.

Cloud-Anwendungen in wenigen Tagen betriebsbereit

Alle relevanten Anbieter von Cloud-basierten Diensten stellen weitgehend fertige Java-Lösungen für die Registrierung, die Anmeldung und den sicheren Datenaustausch bereit. Diese Funktionen haben jetzt einen direkten Zugriff auf die Rexroth-Steuerungen. Damit entfällt eine aufwändige eigene Client-Programmierung auf der SPS-Ebene. Unternehmen können sich darauf konzentrieren, die relevanten Kenngrößen aus der Produktion zu identifizieren, zu sammeln und zur Auswertung in die Cloud zu transferieren. Ein erfahrener Java-Programmierer benötigt nur wenige Tage, um eine solche Lösung zu erstellen. Er muss dazu keinerlei neuen SPS-Programme schreiben.

Die Kombination von Java-Apps, SPS-Programm und Cloud-Services ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung der Prozessqualität und aller Betriebszustände. So kann eine lokale und mit einem Cloud-Service verbundene Java-App unabhängig vom Betriebszustand des SPS-Programms Zustandsdaten senden. Das verstärkt die Aussagekraft von Condition Monitoring und darauf basierenden vorausschauenden Wartungskonzepten. Erste Anwendungen dieser Smart Services von Rexroth zeigen eine deutlich erhöhte Verfügbarkeit.

Universaldolmetscher Web Connector

Rexroth bietet mit dem „Universaldolmetscher“ WebConnector eine erste eigene Java Anwendung für das Steuerungssystem Indra Motion MLC an. Sie gestattet Web-Applikationen auf Basis von HTML5 und JavaScript ohne größeren Programmieraufwand einen direkten Zugriff auf die Steuerungsfunktionen mit verschiedenen Endgeräten wie Smartphones oder Tablet-PCs. Das vereinfacht die Entwicklung Web-basierter Diagnose-, Visualisierungs- oder Analyse-Apps weiter.(jv)

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