Lichtwellenleiter

Mit neuen Werkzeugen die LWL-Fasertypen bequem im Feld konfektionieren

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Konfektionierung von POF – immer in richtiger Schnittposition

Mit Hilfe eines präzisen Abmantel-Werkzeugs wird der Kabelmantel auf einfache Weise entfernt. Dieses Werkzeug wurde so konstruiert, dass die Schneide keine Möglichkeit hat, die Fasern zu verletzen. Das Füllmaterial der Leitung wird zunächst mit der Aramid-Schere aus dem Werkzeug-Set abgeschnitten. Dann kommt das eigentliche Konfektionier-Werkzeug zum Einsatz: Die beiden Fasern werden gleichzeitig auf eine Länge gekürzt. Als nächstes werden für den SC-RJ in der Schutzart IP 20 der Knickschutz – oder für den SC-RJ in der Schutzart IP 65/67 das Gehäuse - über die Einzelfasern geschoben.

Dann werden die Einzeladern mit der speziell von Phoenix Contact entwickelten Präzisionsklinge geschnitten. Dazu wird die Faser einfach bis zum Anschlag eingeschoben und die Zange geschlossen. Durch diesen präzisen Schnitt wird eine Faserstirnfläche mit einer reproduzierbaren Qualität erzeugt, die nicht umständlich nachpoliert werden muss.

Vergleichstests zeigen, dass sich – anders als bei Konfektioniersystemen mit schwingender Klinge - diese Präzisionsklinge immer in der optimalen Schnittposition befindet. Außerdem lässt sich die Klinge einfach und schnell im Feld ohne Spezialwerkzeug austauschen. Jetzt müssen nur noch die einzelnen Fasern mit dem gleichen Werkzeug abisoliert werden. Zuletzt werden die Fasern in den SC-RJ-Steckverbinder geführt und verschraubt. Das IP65/67-Gehäuse wird bis zum Steckverbinder vorgeschoben und montiert.

So geht’s: Konfektionierung von PCF

Wie bei der Polymerfaser wird auch hier der Kabelmantel zuerst entfernt. Knickschutztülle und Crimphülse des Steckverbinders werden über die einzelnen Fasern geschoben, dann werden die Fasern abisoliert. Der im Werkzeug-Set vorhandene Wire-Stripper entfernt das Coating der Fasern separat. Auf die nun vorbereitete Faser wird die 2,5 mm Ferrule aufgeschoben, so dass die Faser hervorsteht. Daraufhin wird mit der im Set enthaltenen Crimpzange die Ferrule mittig angecrimpt – genau wie am Ende der Ferrule die Crimphülse zusammen mit der Zugentlastung der Faser. Anschließend erfolgt an der Ferrulen-Stirnseite das Brechen der Faser mit dem zangenähnlichen Cleaver. Durch Schließen des Cleavers bricht die überstehende Faser kontrolliert ab ohne vorzustehen. Die Ferrule kann dann in einen SC-Klemmkörper verrastet werden. Neben dem SC-Duplex kann so auch ein SC-RJ konfektioniert werden.

Konfektionierung von GOF – mit visueller Kontrolle

Auch für diesen Fasertyp gibt es eine neue und vereinfachte portable Konfektionierlösung für den Einsatz im Feld. Bei der Konfektionierung von GOF für den LC-Steckverbinder wird zunächst mit dem Abisolier-Werkzeug die Leitung vorbereitet, dann wird der Knickschutz übergeschoben; wahlweise der für Voll- und Kompaktadern von 0,6 bis 0,9 mm Durchmesser (ein sogenanntes Pigtail), oder für Kabel bis 3 mm mit crimpfreier Zugentlastung. Das Faser-Coating wird entfernt und die blanke Faser wird mit einem Reinigungstuch gesäubert. Anschließend wird die Faser in den im Werkzeugset enthaltenen handelsüblichen 8°-Cleaver gesteckt und sauber gebrochen. Sie wird nun vorsichtig in den Steckverbinder geschoben.

Mithilfe der Rotlichtquelle kann der Anwender durch das seitliche Fenster des Steckverbinders kontrollieren, wann die vorpolierte Faserendfläche im Steckverbinder einen direkten Kontakt mit dem vorbereiteten Leitungsende hat. Er sieht, wie das von der Rotlicht-Quelle illuminierte Indexmatching-Gel erlischt. Ein Druck auf dieses seitliche Fenster fixiert die Faser. Außerdem wird der Klemmhaken am hinteren Ende des Steckverbinders entriegelt und entnommen, so dass nur noch der Knickschutz für das Pigtail (0,6 bis 0,9 mm Adern) übergestülpt wird. Alternativ wird bei 3 mm-Kabeln der verlängerte Knickschutz aufgeschraubt und das verbleibende Aramidgarn mit eingeklemmt.

Um den Steckverbinder wieder zu lösen, wird nur der Knickschutz entfernt, der Klemmhaken verriegelt und das seitliche Fenster wieder geöffnet. Somit ist der Steckverbinder für eine erneute Verwendung bereit. Da der Konfektioniervorgang weniger als eine Minute dauert, ist dies eine echte Alternative zum Spleißen.

* Sebastian Güse B.A., Produktmanager Field Device Connectors, Phoenix Contact, Blomberg

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