Schweizer Plug-in-Hybrid

Mit scheibenbasiertem I/O-System immer in der Idealspur

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Das X20-System mal nicht im Schaltschrank, sondern im Steuerungskoffer: Im Plug-in-Hybrid koordiniert es die verschiedenen Antriebskonzepte (Archiv: Vogel Business Media)

Die Verwandlung des Italieners dauert drei Tage und braucht kaum viel mehr Platz, da alle für den Umbau nötigen Teile im Originalfahrzeug an bisher ungenutzten Stellen verschwinden. So integrieren die Tüftler von Swisscleandrive die Batterie beispielsweise in der Reserve-Radmulde, wodurch im Kofferraum gerade einmal 50 Millimeter in der Tiefe verloren gehen. Trotz des aufwändigen Umbaus bleibt die Fahrzeuggarantie nicht auf der Strecke. „Sie ist gegeben, da unsere Eingriffe nicht die Fiat-Komponenten betreffen“, versichert Martin Bolliger. Etwas schwerer tut sich der Geschäftsleiter bei der Einschätzung der Umbaukosten: Sie hängen von den Stückzahlen und den Preisen für das Batteriepaket ab. Allerdings rechnet der 39-Jährige auf Batterie-Seite tendenziell eher mit sinkenden Kosten. Im Moment kostet ein Kraftpaket rund 4.600 Euro, eine steigende Nachfrage soll hier aber schon bald die Preise purzeln lassen.

Mit vorhandenen Technologien nachhaltig unterwegs

Ein Plug-in-Hybrid ist jedoch kein Perpetuum mobile: Nach dem Umbau lässt der Kleine im herkömmlichen Modus weiterhin knapp fünf Liter auf 100 Kilometer durch. Dennoch kann man richtig Benzin sparen. „Im Alltag deckt der Elektromotor im Durchschnitt 80 Prozent des Fahrbedarfs ab“, so Martin Bolliger. Und dieser Bedarf lässt sich bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern zum Beispiel mit Solarzellen vom Carport ernten. Selbstverständlich lässt sich das Fahrzeug auch an jeder Steckdose aufladen. Apropos betanken: Dem integrierten Füllbehälter ist es relativ egal, wie oft er Benzin fassen muss. Anders sieht es beim Akkumulator aus. Die Lithiumzellen mögen es überhaupt nicht, wenn sie leer laufen. Daher überwacht ein Mikrochip die Spannung und schaltet beim Unterschreiten eines Grenzwerts den Verbrennungsmotor an. So wird die Lebensdauer der Batterien deutlich erhöht. Das Kraftpaket im Prototyp beispielsweise ist mittlerweile drei Jahre im Einsatz.

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Wieso das Auto neu erfinden? Dieser Leitsatz kam bei der Entwicklung des Plug-in-Hybriden zum Tragen. „Wir haben bestehende Technologien genutzt und bei Bedarf weiter verbessert. Die Innovation beruht hauptsächlich auf unserer Steuerung“, sagt Martin Bolliger. Die Verwendung von Bestehendem war jedoch mit erheblichem Rechercheaufwand verbunden. „Schließlich wollen wir nicht gegen bestehendes Patentrecht verstoßen“, so der 39-Jährige. Doch diese Hürden sind mittlerweile genommen, weshalb einem nachhaltigen Fahrspaß fortan nichts mehr im Wege steht.

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