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Motoren- und Ventilatorenhersteller überschreitet Umsatzmilliarde

| Redakteur: Claudia Mallok

In dem am 31. März beendeten Geschäftsjahr 2006/2007 hat der weltweit führende Motoren- und Ventilatorenhersteller ebm-papst mit Sitz in Mulfingen einen Umsatz von 1,05 Mrd. € erzielt (Vorjahr: 950 Mio. €) und die eigene Produktpalette weiter ausgebaut. Allein in den drei Werken in Deutschland wurden im vergangenen Geschäftsjahr 58,7 Mio. € investiert sowie 600 neue Stellen geschaffen.

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Hans-Jochen Beilke, verantwortlicher Geschäftsführer ebm-papst Gruppe
Hans-Jochen Beilke, verantwortlicher Geschäftsführer ebm-papst Gruppe
( Archiv: Vogel Business Media )

„Die ebm-papst Gruppe hat sich erneut sehr gut entwickelt“, kommentiert Hans-Jochen Beilke, Vorsitzender der Geschäftsführung von ebm-papst, das abgelaufene Geschäftsjahr. Das trifft auch für den Umsatz in Deutschland zu, der um 16,6% auf 308,5 Mio. € zunahm. Überdurchschnittlich gewachsen ist ebm-papst vor allem im asiatischen Raum, der inzwischen einen Umsatzanteil von 10% stellt.

Größter Anteil unter den Produktgruppen sind inzwischen die energiesparenden EC-Motoren, bei denen ebm-papst im zurückliegenden Geschäftsjahr 14,9% Zuwachs verzeichnet hat. „Wir profitieren rund um den Globus von der Debatte um den Klimawandel durch den CO2-Ausstoß“, erläutert Beilke, „da wir mit den EC-Ventilatoren ein erprobtes Produkt anbieten können, das den Energieverbrauch und die Betriebskosten deutlich senkt.“

Weltweit 1200 neue Stellen geschaffen

Der wachsende Umsatz hat sich auch auf die Beschäftigten in der Gruppe ausgewirkt: Die Anzahl der Mitarbeiter stieg um 13,6% auf 9.807 Beschäftigte, wobei sich der Zuwachs jeweils zur Hälfte auf das Ausland und auf das Inland verteilt. „Nur wenige Industrieunternehmen haben so viele neue Arbeitsplätze geschaffen“, zieht der für Personal und Finanzen verantwortliche Geschäftsführer und IHK-Präsident Thomas Philippiak eine positive Bilanz, „ebm-papst hat sich zur Jobmaschine entwickelt.“ Obwohl man seit Jahren eng mit Hochschulen und Berufsakademien zusammenarbeite und viele zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen habe, sei es nicht gelungen, den hohen Bedarf an Ingenieuren zu decken. Derzeit sind rund 40 Stellen in allen Bereichen ausgeschrieben.

„Wir haben viele neue Mitarbeiter eingestellt, auch an Brückentagen und vielfach im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Lieferengpässe konnten wir dennoch nicht ganz vermeiden“, geht der für die Produktion verantwortliche Geschäftsführer Thomas Wagner auf die Folgen der stark gestiegenen Nachfrage nach ebm-papst-Produkten ein. Unter Wagners Leitung ging 2006 ein zweites Werk in Shanghai in Betrieb.

Weltweiter Produktionsverbund sichert Arbeitsplätze in Deutschland

Derzeit wird mit Hochdruck am Bau einer weiteren Fabrik in Mulfingen-Hollenbach gearbeitet. In dem neuen Betrieb, werden künftig die „großen“ AC- und EC-Ventilatoren mit bis zu einem Meter Flügeldurchmesser produziert. „Wir haben uns ganz bewusst für den Standort Deutschland entschieden, weil wir davon überzeugt sind, dass dieser Standort auch langfristig Zukunft hat“, erklärt Thomas Wagner. Allerdings nur in Verbindung mit den ausländischen Werken. Dieser weltweite Produktionsverbund sichere die Arbeitsplätze in Deutschland.

Die Trennung von einem langjährigen Handelspartner hatte zur Folge, dass ebm-papst den Vertrieb in einer ganzen Reihe von Staaten neu organisieren musste. „Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren weltweit 57 Vertriebsstandorten ist dieser Prozess sehr erfolgreich verlaufen“, betont der für den Vertrieb verantwortliche Geschäftsführer Thomas Borst. Bewährt habe sich die Neugründung eines Tochterunternehmens für den Mittleren Osten in Dubai und – wie zuvor schon in Großbritannien - einer Niederlassung für den Automotivebereich in Detroit.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von 48 Mio. €

Die Investitionen stiegen 2006/2007 allein an den deutschen Standorten von ebm-papst um 7,1%% auf 58,7 Mio. €. Noch stärker fiel der Zuwachs für Forschung und Entwicklung aus: Der Aufwand erhöhte sich um 22,3% auf 47,1 Mio. €. In Mulfingen, St. Georgen und Landshut waren am Ende des letzten Geschäftsjahres 479 Mitarbeiter in der Entwicklung tätig.

Am Standort Mulfingen wurde der F&E-Aufwand um 18% auf 21. Mio. € erhöht und der Standort ebm-papst St. Georgen steigerte die Investitionen um 6,1% auf 20,1 Mio. €. Unter anderem wurde eine weitere Produktionshalle in Herbolzheim erworben, um zusätzlichen Platz für den Ausbau des Automotivegeschäfts zu erhalten. In diesem Bereich gelang ebm-papst beispielsweise das „design in“ in die neue Mercedes C-Klasse: Die Ventilatoren für die Instrumententafel liefert die badische Unternehmenstochter, trotz immer stärkerer Konkurrenz von Billiganbietern aus Fernost. „Das neue Geschäftsjahr wird durch neue Projekte und damit verbundene hohe Investitionen im Automotivebereich geprägt sein“, betont Geschäftsführer Dr. Gerhard Lahm.

„Mit 9,1 Millionen Euro erreichten unsere Investitionen ein neues Rekordniveau“, meldet Stefan Brandl, Geschäftsführer von ebm-papst Landshut. Brandl wird im Geschäftsjahr 2007/2008 die Serienproduktion für das revolutionäre System LambdaConstant starten. Das Gebläse und die Software erkennen automatisch, welches Gas gerade einströmt und regeln den Verbrennungsprozess innerhalb der Brennwertheizung vollautomatisch und hocheffizient, unabhängig von wechselnden Prozessbedingungen.

Mit Optimismus blickt der für die gesamte ebm-papst-Gruppe verantwortliche Geschäftsführer Hans-Jochen Beilke in die Zukunft: „Das Geschäftsjahr 2007/2008 hat nicht ganz so stürmisch begonnen wie das vorhergehende. Wir planen ein Umsatzwachstum im 2-stelligen Prozentbereich.“ Rückenwind erwartet Beilke vor allem durch die CO2-Diskussion und die damit verbundene Energiespardebatte: „Ich rechne bei ebm-papst mit Wachstum speziell im Luft-Kälte-Klima-Bereich bei unseren EC-Systemen, den AC-Riesen und unseren neuen HyBladeTM-Axialventilatoren, die noch leiser und effizienter arbeiten.“

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