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IFR World Robotics 2014 Nachfrage bei Industrierobotern ist nicht zu bremsen

Redakteur: Sariana Kunze

In ihrer aktuellen Studie "World Robotics 2014 – Industrial Robots" zeigt der IFR das rasante Wachstum der Industrieroboter auf. Der Absatz soll in 2014 um mindestens 15 Prozent angestiegen sein. Für die nächsten drei Jahre wird mit einem weiteren Anstieg der Nachfrage von durchschnittlich 12 Prozent gerechnet.

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2014 steigt der Verkauf von Industrierobotern ca. 15 Prozent und von 2015 bis 2017 wird ein Anstieg der Nachfrage von durchschnittlich 12 Prozent erwartet.
2014 steigt der Verkauf von Industrierobotern ca. 15 Prozent und von 2015 bis 2017 wird ein Anstieg der Nachfrage von durchschnittlich 12 Prozent erwartet.
(IFR World Robotics 2014)

"Über 200.000 Industrieroboter werden 2014 weltweit installiert werden, 15 Prozent mehr als 2013", gab Arturo Baroncelli, Präsident der IFR, anlässlich der Veröffentlichung der Studie "World Robotics 2014 – Industrial Robots" in Frankfurt bekannt. "Die Nachfrage nach Industrierobotern wird weiterhin stark steigen. Zwischen 2015 und 2017 gehen wir von einem jährlichen Wachstum von ca. 12 Prozent im Bereich Roboterinstallationen aus", erklärte Baroncelli.

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Automobilbranche als unantastbarer Wachstumstreiber?

Ein großes Auftragsvolumen für industrielle Roboter kommt weiterhin aus der Automobilbranche. Investitionen in der Automobilindustrie sind üblicherweise zyklisch. Seit 2010 jedoch steigen die Investitionen in diesem Sektor auch ohne nennenswerte zyklische Effekte an. Diese einzigartige Entwicklung wird auch 2014 und darüber hinaus anhalten. In einzelnen Märkten könnten sich die Roboterlieferungen in die Automobilindustrie jedoch verlangsamen. Die Elektro-/Elektronikindustrie investiert verstärkt in Produktionsautomatisierung sowie Umrüstung auf neue Produktionsprozesse. In anderen Industrien ist ein weiterer Zuwachs an Robotikaufträgen ebenfalls wahrscheinlich. Dies gilt besonders für die Gummi- und Kunststoffindustrie, die Pharmaindustrie, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie den Metall- und Maschinensektor.

Wachstumsschub aus Asien

Ein Wachstumsschub von etwa 21 Prozent wird 2014 für Asien, besonders China und Taiwan, Korea und die meisten anderen südasiatischen Märkte erwartet. Roboterverkäufe nach Amerika werden 2014 bedingt durch den höheren Bedarf in Nordamerika und Brasilien um elf Prozent ansteigen. Robotikanwendungen in Europa werden voraussichtlich um sechs Prozent steigen (besonders für den deutschen Markt wird weiteres Wachstum erwartet). Für 2014 wird davon ausgegangen, dass Verkäufe in andere westeuropäische Länder trotz schlechterer wirtschaftlicher Bedingungen in einigen dieser Länder stagnieren oder sogar ansteigen.

Zwischen 2015 und 2017 wird der Absatz von Robotern in Amerika und Europa voraussichtlich um etwa sechs Prozent und in Asien / Australien um 16 Prozent im Jahresdurchschnitt zunehmen. Für Ende 2017 wird erwartet, dass weltweit ungefähr zwei Mio. Industrieroboter in Firmen installiert sind. Mit diesen Vorhersagen sind bestimmte Risiken verbunden. Risiken in der Eurozone weisen auf negative Tendenzen hin. Geopolitische Risiken wie z.B. der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, die daraus resultierenden Spannungen zwischen Russland und der westlichen Welt sowie die Entwicklungen in Schwellenländern und auf den Finanzmärkten könnten auf die Wirtschaft noch nachteiligere Auswirkungen haben als bisher angenommen. Wachsende Risiken birgt auch die unzureichende Durchführung von Strukturreformen in den Ländern der Eurozone. Jedoch sind Investitionen in die Automatisierung notwendig und werden zwangsläufig anhalten, möglicherweise aber mit zeitlicher Verzögerung.

China steht auf Roboter

Verkäufe von Industrierobotern werden in den kommenden Jahren in China erheblich an Schwung gewinnen. Für das Jahr 2014 wird ein Anstieg der Verkäufe auf 50.000 Roboter erwartet. Zwischen 2015 und 2017 ist ein durchschnittliches Jahreswachstum von 25 Prozent auf ca. 100.000 Einheiten im Jahre 2017 möglich. Bis 2017 werden in chinesischen Firmen über 400.000 Industrieroboter installiert sein. Der chinesische Markt verzeichnet eine steigende Zahl an chinesischen Roboterlieferanten. Der Wettbewerb zwischen ausländischen und chinesischen Roboterherstellern wird sich voraussichtlich weiter verschärfen. Der chinesische Markt bietet in den kommenden Jahren großes Potential für Robotikanwendungen unterschiedlichster Art.

Fortschritte und technologische Entwicklungen in der industriellen Fertigung haben in den letzten vier Jahren zu einem erheblichen Anstieg der Roboterinstallationen geführt. Dies gilt ganz besonders für die Automobilbranche. In seinem Spezialbericht über zukünftige Herausforderungen der Robotik in der Automobilindustrie sieht Dr. Stefan Markus Baginski, BMW, noch immer ein weites Feld an Möglichkeiten zur Verwendung weiterer Roboter im Automobilsektor. Die Entwicklungsmöglichkeiten von PLCs und Robotersteuerungen seien noch nicht voll ausgeschöpft: "Vor allem wenn wir uns einmal ansehen, wie stark mobile Geräte mit dem Telefonnetz, sozialen Netzwerken und Cloud-Diensten verbunden sind. All diese Bestrebungen dienen dazu, bessere Dienste für uns alle zu schaffen und unser Leben angenehmer zu machen. Dies auf eine ganze Armee von Robotern zu übertragen, ist eine der Herausforderungen für die Zukunft. Stellen Sie sich vor, wie viel Energie, Wartungsaufwand, Platz und Hardware wir sparen könnten, wenn zum Beispiel Robotersteuerungen einfach ein Cloud-Dienst wären, an den alle Roboter angeschlossen sind, um ihr jeweiliges Programm am Laufen zu halten."

(ID:42991983)