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Vier Experten über die Automatica

Nachgefragt: Robotik ist das Rückgrat von Industrie 4.0

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Mit welchen Neuigkeiten oder inhaltlichem Schwerpunkt kommen Sie auf die Automatica?

Dr. Andreas Wagener arbeitet in der Elektronikentwicklung bei Faulhaber.
Dr. Andreas Wagener arbeitet in der Elektronikentwicklung bei Faulhaber.
(Bild: Faulhaber)

Dr. Andreas Wagener: Anwender aus Robotik und Maschinenbau sind Experten für ihre Prozesse, die Details der Antriebskonfiguration sind eher eine Hürde. Großen Wert legen wir daher grundsätzlich auf eine möglichst einfache Inbetriebnahme unterschiedlichster Antriebskonfigurationen mit dem kostenlos verfügbaren Faulhaber Motion Manager. Als neues Produkt für die Mensch-Maschine-Kollaboration zeigen wir mit dem MC 5004 P STO erstmals eine kompakte Servoansteuerung mit zertifizierter Sicherheitsfunktion bis zu PL e. Ein externes Sicherheitsrelais für die Motorversorgung ist nicht notwendig. Ohne dass es bei der Sicherheit Einbußen gibt, vereinfacht sich die Verdrahtung und die Kosten sinken. Mit Leistungsdaten von bis zu 50 V Versorgungsspannung und 4 A Dauerstrom (12 A Spitze) können viele BLDC-Servomotoren aus dem Faulhaber-Programm direkt in ein sicherheitskritisches Umfeld integriert werden.

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Helmut Schmid: Unser Ziel für dieses Jahr ist es, unser UR+ Portfolio erheblich auszuweiten: Am Ende möchten wir gemeinsam mit unseren Partnern knapp 200 Lösungen bereitstellen können. Ein weiteres Ziel ist es, die Einstiegshürden speziell für kleine und mittelständische Unternehmen zu senken. Dazu gehört auch ein Kulturwandel, der sich jedoch nur langsam vollzieht. Die Mitarbeiter haben noch große Berührungsängste. Deshalb nutzen wir Formate wie die Automatica und unsere Roadshow, bei denen die Mitarbeiter sich die Roboter selbst anschauen, ausprobieren und bedienen können. Das nimmt bereits einen Großteil der Bedenken. Auf unserem Stand zeigen wir deshalb eine bunte Mischung aus praxisnahen Anwendungsfällen und kreativen Einsatzszenarien, die einen spielerischen Ansatz bieten. Wir haben auf der Automatica auch eine Neuheit im Gepäck – was das ist, kann ich an dieser Stelle allerdings noch nicht verraten.

Kai Hartmann: Wir präsentieren auf der Automatica mit IDS NXT beispielsweise eine neuartige Generation von Industriekameras, deren Funktionsumfang nicht vom Hersteller vorgegeben wird, sondern von Anwendern mit Hilfe von Apps ganz nach Bedarf selbst festgelegt werden kann. Das bedeutet, dass Vision Sensoren für wechselnde Bildverarbeitungsaufgaben nicht mehr umständlich umgerüstet werden müssen, sondern stattdessen einfach die passende App aufgespielt und ausgewählt werden kann. Damit lässt sich auf Entwicklungen schnell reagieren, was durchaus ein Wettbewerbsfaktor ist. Für die Mensch-Maschine-Kollaboration sind einfache Konfiguration und Bedienung sowie die eigene Sicherheit extrem wichtige Faktoren. Wir vertreiben künftig exklusiv Mikado ARC, eine Robotersteuerung mit eigener Bahnplanung und Kollisionsprüfung des Unternehmens Isys Vision, die diese Anforderungen aufnimmt und langwieriges Programmieren beispielsweise überflüssig macht.

Martin Hägele: Am Messestand des Fraunhofer IPA werden die vier Eckpfeiler der Industrie 4.0 – Produktion, Produkt, IT und Mensch anhand unterschiedlicher, vernetzter Exponate erlebbar gemacht. Mobile Roboter kooperieren in der Flotte dank „digitalem Schatten“. Verlässlichkeit, Logistikleistung und Einrichtzeit lassen sich dadurch deutlich steigern. Durch Augmented-Reality-Brillen wird der digitale Schatten für die Besucher erlebbar gemacht. Ein Trend in der Industrie 4.0 ist die Verwendung von Open-Source-Paketen. Wir zeigen, wie das Robot Operating System auch für komplexe industrielle Anwendungen (ROS Industrial) kostengünstig und effektiv genutzt werden kann. Den Griff-in-die-Kiste haben wir nochmals optimiert – mittels Maschinellem Learning. Teileerkennung, Griffe und Trajektorien werden durch Verstärkungslernen optimiert – in der realistischen Simulation. Das Softwarepaket „Smarte Systemanalyse“ kombiniert bei Maschinen und schnell taktenden Anlagen Vernetzung, Signalauswertung und Künstliche Intelligenz. Anlageneffektivität lassen sich rasch optimieren und mögliche Fehlerursachen lokalisieren. Weiterhin zeigen wir unser Exoskelett – das Stuttgart Exo-Jacket. Auf der Sonderschau der Automatica 2018, die das Fraunhofer IPA wieder begleitet, werden wieder interessante Serviceroboter vorgestellt.

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Über den Autor

 Karin Pfeiffer

Karin Pfeiffer

Journalistin