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AMA Nachwuchs für den Mittelstand durch Bussponsoring erreichen

| Redakteur: Sariana Kunze

Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) warnt bereits vor einem Ingenieurmangel, die Experten des Deutschen Instituts der Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin sehen diese Gefahr noch nicht. Doch wie immer man es derzeit auch betrachtet: sicher ist, dass Deutschland durch den sich weiter verschärfenden demographischen Wandel immer weniger eigenen, gut ausgebildeten Nachwuchs haben wird.

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Studentenbussponsoring während der Sensor+Test: Unternehmen treffen potentiellen Nachwuchs, Studenten informieren sich vor Ort über Karrierechancen.
Studentenbussponsoring während der Sensor+Test: Unternehmen treffen potentiellen Nachwuchs, Studenten informieren sich vor Ort über Karrierechancen.
(AMA )

Besonders deutlich wird sich das auf anspruchsvolle Studiengänge wie die des Ingenieurwesens auswirken. Ingenieurwissenschaften klettern zwar inzwischen wieder deutlich in der Beliebtheitsskala der Studiengänge, auf lange Sicht wird die Nachfrage zukunftsgestaltender Talente in Industrie und Wissenschaft aber enorm ansteigen. Welche brandaktuelle gesellschaftliche Herausforderung man betrachtet, ob Elektromobilität oder Windenergie, Medizintechnik, Robotik oder Umwelttechnik, alle können nur mit gut ausgebildeten und engagierten Ingenieurinnen und Ingenieuren gemeistert werden.

Mittelständler gehören nicht zu den Wunsch-Arbeitgebern

Bereits heute zeigt sich eine Schere zwischen Angebot an Arbeitsplätzen und der Nachfrage von Arbeitssuchenden. Insbesondere mittelständische Unternehmen stehen häufig nicht auf der Liste der Wunsch-Arbeitgeber junger Absolventen. Sollen sich mittelständische Unternehmer deshalb an die Worte vom Siemens Vorstandsvorsitzenden Peter Löscher erinnern: zu weiß, zu deutsch, zu männlich - und die klugen Köpfe zukünftig im Ausland suchen? Nicht alle werden diesem Beispiel folgen, auch wenn derzeit der südeuropäische Nachwuchs aus Mangel an Perspektiven im eigenen Land immer stärker eine berufliche Chance in Deutschland sieht.

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Die Herausforderung vieler erfolgreicher Mittelständler lautet: Wo, wie und wann fange ich an, den begehrten Nachwuchs gezielt anzusprechen, und womit kann ich als mittelständischer Arbeitgeber beim Nachwuchs punkten? Fragen, die viele Firmen und Institute betreffen. Der AMA Fachverband für Sensorik vertritt derzeit rund 470 Institutionen aus der Branche der Sensorik und Messtechnik. Gemeinsam mit Mitgliedsunternehmen und -instituten hat der Verband bereits Ideen zur Nachwuchspflege gesammelt und umgesetzt.

Der AMA Verband als Vernetzungsplattform

„Wir sehen unseren Verband als grundlegende Vernetzungsplattform zwischen Industrie und Wissenschaft. Das heißt, wir fördern den Austausch untereinander und natürlich auch den Dialog zwischen potentiellen Arbeitgebern und Studierenden der Fachbereiche des Ingenieurwesens“, sagt Thomas Simmons, Geschäftsführer des AMA Fachverbandes. Als Praxisbeispiel nennt Simmons die Idee der Studierendenbusse während der Sensor+Test, der wichtigsten internationalen Fachmesse der Sensorik und Messtechnik in Nürnberg.

In der Vorbereitungsphase der Sensor+Test erhalten Professoren, deren wissenschaftliche Mitarbeiter und interessierte Studenten eine Einladung zum kostenlosen Messebesuch und zu den parallel stattfindenden wissenschaftlichen Kongressen. Damit das ohnehin zu knappe Budget der Hochschulen nicht zusätzlich belastet wird, werden die Transportkosten der interessierten Fachbereiche gesponsert. Als Sponsoren treten Aussteller der Sensor+Test, meist AMA Mitglieder, auf.

500 Unternehmen als potenzieller Arbeitgeber

„Mit dieser gezielten Sponsoring Aktion erreichen wir eine Win-Win Situation für alle Beteiligten: Die Aussteller nutzen die Gelegenheit, den anreisenden Studierenden das eigene Unternehmen live am Messestand zu präsentieren. Die Studenten erhalten die Chance, sich über die breite Themenvielfalt der Sensorik und Messtechnik zu informieren. Zudem können sie nach Partnern für Praktika sowie Master- und Doktorarbeiten suchen und sich bei den über 500 ausstellenden Firmen und Instituten nach potentiellen Arbeitgebern umsehen“, erklärt Holger Bödeker, Geschäftsführer der Sensor+Test. Die Sponsoren können sich zudem auf der Sensor+Test während einer Job-Teatime den Studierenden als interessanter Arbeitgeber präsentieren.

Im vergangenen Jahr trat unter anderem Sensirion als Sponsor auf. „Sensirion befindet sich in einer sehr starken Wachstumsphase. Momentan sind gar über 40 offene Stellen auf unserer Karriereseite ausgeschrieben – viele davon für Studierende und Hochschulabsolventen. Durch die zunehmende Internationalität unseres Unternehmens dehnen wir unsere Rekrutierungsaktivitäten inzwischen auf ganz Europa aus. Durch das Bussponsoring an der Sensor+Test 2012 konnten wir die Studenten der von uns zuvor ausgesuchten Institute und Hochschulen gezielt ansprechen. Als Messeaussteller der Sensor+Test war uns „garantiert“, dass wir die richtige Zielgruppe erreichen“, begeistert sich Heiko Lambach, Vice President Human Resources der Sensirion AG für die Aktion. Sein Fazit: „Wir haben gute Erfahrungen mit dem Sponsoring gemacht. Wir erhoffen uns einen zunehmenden Bekanntheitsgrad in Deutschland als eines der wachstumsstärksten Hightech-Unternehmen in Europa. Auf der Messe selbst haben wir potentiellen Arbeitnehmern direkt bei uns auf dem Stand unser Unternehmen, unsere Produkte und Technologien vorstellen können und sogar einige attraktive Bewerbungsdossiers erhalten. Nun sind wir gespannt, was sich daraus entwickeln wird.“

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