Zenium-Studie

Naturkatastrophen gefährden Rechenzentren

| Redakteur: Ines Stotz

In Deutschland sind gerade einmal 36 Prozent der Rechenzentren gut auf ein mögliches Erdbeben vorbereitet.
In Deutschland sind gerade einmal 36 Prozent der Rechenzentren gut auf ein mögliches Erdbeben vorbereitet. (Bild: Hermann, Pixabay, CC0 Public Domain)

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Naturkatastrophen wie Stürme und Hochwasser, aber auch Erdbeben, werden auch in Deutschland immer mehr zu einer ernsthaften Gefahr und bedrohen auch die technische Infrastruktur. Die Studie „Managing Growth, Risk and the Cloud“ von Zenium Technology Partners untersucht den Einfluss genau dieser Risiken auf den Betrieb und die Sicherheit von Rechenzentren und befragte dazu über 300 IT-Experten.

Sind Rechenzentren gerüstet für derartige Naturgewalten? Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass jedes zweite Unternehmen, das ein Rechenzentrum in Deutschland, Großbritannien oder der Türkei betreibt, für eine Naturkatastrophe nicht gerüstet ist.

In Deutschland sind gerade einmal 36 Prozent der Rechenzentren gut auf ein mögliches Erdbeben vorbereitet. Vor Hochwasser sind weniger als die Hälfte, rund 40 Prozent, der Rechenzentren sicher. Überschwemmungen sind in Deutschland keine Seltenheit; die verheerenden Folgen waren zuletzt 2013 beobachtbar. In Gebieten ohne direkte Gefährdung befinden sich laut den befragten Unternehmen 61 Prozent der Rechenzentren. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ganze 39 Prozent der Rechenzentren über keine ausreichenden Schutzvorkehrungen verfügen.

Dies spiegelt sich auch deutlich in der Ausfallrate der Rechenzentren wider: Erdbeben und weitere Naturkatastrophen führten bei abermals 39 Prozent der Rechenzentren zu Störungen. Auffallend ist, dass hierbei Unternehmen aller Größenordnungen von Betriebsausfällen betroffen waren. Im internationalen Vergleich treten Störungen mit 65 Prozent am häufigsten in der Türkei auf, die aufgrund ihrer geographischen Lage besonders von Erdbeben betroffen ist.

Outsourcing-Unternehmen doppelt so oft betroffen

Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt, dass Naturkatastrophen doppelt so oft Unternehmen treffen, die auf Outsourcing setzen im Vergleich zu Unternehmen, die andere Lösungen verwenden. Als logische Folge dieser Zwischenfälle zählen Geschäftsausfälle, wovon stolze 87 Prozent der Unternehmen betroffen waren. Jeder einzelne Zwischenfall kostet dabei durchschnittlich rund 32.000 Euro. Auf das Jahr hochgerechnet, beläuft sich der Schaden auf 58 Mio. Euro. Mit Blick auf diese immens hohen Kosten, ist es bemerkenswert, dass jeder fünfte Manager den Kostenumfang gar nicht genau beziffern konnte.

„Diese Zahlen sind verblüffend. Ich denke, dass viele Unternehmen das Rechenzentrum, in dem sie ihre Daten auslagern, nur sehr unzureichend prüfen“, sagt Julian King, Geschäftsführer der Zenium Germany. „Naturkatastrophen stehen zu Recht ganz oben auf der Agenda von Rechenzentrumsbetreiber. Ich bin überzeugt davon, dass Outsourcing weiterhin eine tragfähige Strategie zur Risikominderung ist.“

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