Durchführungsklemmen für die Energietechnik Netzschutz-Relais schneller verdrahten

Autor / Redakteur: Norbert Hoemann* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Netzschutz-Relais sind Geräte, die Signale von Strom- und Spannungswandlern auswerten und im Fehlerfall – über die Aktivierung von Leistungsschaltern – Netzsegmente vom restlichen Versorgungsnetz trennen. Eingesetzt werden die Relais in den Schaltschränken von Kraftwerken und Umspannwerken sowie bei Endverbrauchern mit hohem Energiebedarf.

Firmen zum Thema

Durchführungsklemmen für Netzschutz-Relais in Push-in-Anschlusstechnik sorgen für eine effiziente Verdrahtung und einen schnellen Aufbau.
Durchführungsklemmen für Netzschutz-Relais in Push-in-Anschlusstechnik sorgen für eine effiziente Verdrahtung und einen schnellen Aufbau.
(Bild: Phoenix Contact)

Bei der Verdrahtung wird zwischen Signal- und Stromklemmen unterschieden – letztere sind auf den Anschluss von Strom und Spannungswandlern hin ausgelegt. Die neuen kompakten Stromklemmen in Push-in-Anschlusstechnik erleichtern Aufbau und Montage. Die Durchführungsklemmen der PT-Baureihe zählen zu den kompaktesten am Markt – auf einer Baubreite von nur 5,2 mm können Strom- und Spannungswandler mit einem 4 mm²-Leiteranschluss verdrahtet werden. Die Klemmenlänge auf der Gehäuseinnenseite beträgt nur 20 mm. Auch durch den Leiteranschluss, der platzsparend schräg angeordnet ist, wird in der Länge nicht mehr Platz benötigt.

Kompakte Abmessungen und hohe Leistung widersprechen sich häufig. Mit der Durchgangsklemme PT 4-WE ist es nun gelungen, die Anschlussdaten mit 500 V und 30 A für den Wandleranschluss zu bemessen. Entsprechende Sicherheitsreserven nach EN 60255 – Mess-Relais und Schutzeinrichtungen – sind dabei berücksichtigt. Auch die Stoßspannung ist mit 6 KV für den Einsatz im Energieumfeld ausreichend ausgelegt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Einfache Montage mit patentierter Befestigung

Die Montage der Wanddurchführungsklemmen aus der PT-Baureihe ist einfach. Für die Befestigung in der Gehäusewand ist nur ein rechteckiger Ausschnitt erforderlich. Bei der Montage wird die Klemme von der Außenseite in den Wandausschnitt eingeschoben – so wird viel Platz beim Einbau gespart. Auf der Gehäuseinnenseite können die Bauelemente bis direkt an die Klemme gesetzt werden. Auch die Befestigung der Klemmenleiste geht gut von der Hand, indem die Rastlasche mit einem Schraubendreher in Richtung Gehäusewand gedrückt wird. Für beengte Platzverhältnisse steht ein abgewinkelter Schraubendreher zur Verfügung.

Die Verrastung dieser von Phoenix Contact patentierten Befestigung ist so optimiert, dass nur jede fünfte Klemme befestigt werden muss. Weil die Klemmen untereinander durch Rastzapfen verbunden sind, erhöht sich die Stabilität. Durch Lösen der Rastlasche mit dem Schraubendreher wird die Klemme ohne Beschädigung demontiert.

Komfortabler Leiteranschluss und ermüdungsarme Bedienung

Ebenso einfach wie die Montage der Klemmen ist der Leiteranschluss. Hierzu ist auf der Gehäuseinnen- und Außenseite der vielfach verwendete PT-Anschluss eingebaut. Seit über 30 Jahren nutzt Phoenix Contact dieses Druckfederprinzip. Der neue Push-in-Anschluss der PT-Baureihe ist komfortabler bedienbar, Verdrahtungszeiten und Arbeitsermüdung werden deutlich reduziert. Grund dafür sind 50 Prozent geringere Einsteckkräfte im Vergleich zu anderer Druckfeder-Technik. Besonders vorteilhaft ist die ermüdungsarme Bedienung bei der Herstellung der Netzschutz-Relais. Hier werden auf der Geräteinnenseite Anschlüsse in hoher Anzahl in der Serienfertigung hergestellt.

Starre Leiter und Leiter mit Aderendhülse werden bequem und werkzeuglos in die Klemme gesteckt. Aber auch flexible Leiter können durch die leichte Betätigung des Pushers schnell angeschlossen werden. Auch für die anwenderseitige Verdrahtung auf der Gehäuseaußenseite bietet die PT-Anschlusstechnik Vorteile. Bedienelement (Pusher) und Leitereinführung sind klar voneinander abgegrenzt. Die Push-in-Anschlusstechnik erklärt sich bei der Handhabung von selbst, Verdrahtungsfehler durch falsche Positionierung des Leiters sind ausgeschlossen.

Umfassendes Reihenklemmen-Systems – flexible Anwendung

Der Anwendung entsprechend lassen sich Klemmenleisten mit einer Polzahl von 1 bis 42 aufbauen. Einzelklemmen sind mühelos durch Zusammenrasten anreihbar. Danach wird zum Abschluss rechts und links ein Deckelelement gesetzt. Damit werden toleranzbedingte Öffnungen im Gehäuseausschnitt abgedeckt. Auch komplette Klemmenleisten sind – bis 20-polig – vorgefertigt erhältlich.

Das Zubehör für die Durchführungsklemmen ist Teil des umfassenden und standardisierten Reihenklemmen-Systems Clipline Complete. Eine Potentialverteilung kann komfortabel durch standardisierte Steckbrücken erfolgen. Auch eine überspringende Brückung ist problemlos möglich. Prüfabgriffe erfolgen durch 2,3 mm oder 4 mm Prüfstecker. Mit mehrpolig anreihbaren Prüfsteckern lassen sich in der Endmontage komplette Funktionsprüfungen durchführen. Die Durchführungsklemme PT 4-WE kann auf der Außen- und Innenseite beschriftet werden. Dadurch lassen sich Leiter schnell und fehlerfrei zuordnen

Fazit:

Wanddurchführungsklemmen in Push-in-Anschlusstechnik erleichtern die Montage und Verdrahtung von Netzschutz-Relais. Darüber hinaus eignet sich diese Art von Klemmen auch für Gerätekomponenten unterschiedlicher Bauarten und -formen für viele Applikationen. Dem Anwender bieten die Klemmen auch einen hohen Sicherheitsstandard, der primär durch den Berührschutz erreicht wird. Für den Gerätehersteller ist die einfache und schnelle Montage und Verdrahtung der Klemmen zur wirtschaftlichen Herstellung der Module von großer Bedeutung.

Hannover Messe, Phoenix Contact: Halle 9, Stand F40

* Norbert Hoemann, Produkt-Marketing Industrial Cabinet Connectivity, Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg

(ID:44556211)