Elektromotor

Neue EU-Energie-Effizienz-Richtlinie kommt

25.08.2010 | Redakteur: Sariana Kunze

Ab Juni 2011 dürfen Elektromotoren, die der Effizenzklasse IE2 nicht entsprechen, nicht mehr verkauft werden
Ab Juni 2011 dürfen Elektromotoren, die der Effizenzklasse IE2 nicht entsprechen, nicht mehr verkauft werden

Die neue Elektromotoren-Richtlinie kommt mit großen Schritten auf die Hersteller und Anwender von Fördertechnik zu und verlangt rasches Handeln.

Im Juni 2011 greift die Energie-Effizienz-Richtlinie. Im Klartext heißt das, dass Elektromotoren, die der Effizienzklasse IE2 nicht entsprechen, dann nicht mehr verkauft werden dürfen. Das Problem: Viele Abnehmer von Elektromotoren, zu denen auch die Automobilzulieferer-Industrie und Manufacturing-Firmen gehören, müssen sich schnell an diese Richtlinie anpassen.

In Europa wurden bislang Niderspannungs-Drehstrommotoren in die Wirkungsgradklassen EFF3, EFF2 und EFF1 eingeteilt. Aufgrund der Unterschiede zwischen den Klassen in den einzelnen europäischen Ländern un dem zunehmenden Umweltbewusstsein etablierte man nun mit der EU-Verordnung 640/2009 einen einheitlichen Standard. Die neue Verordnung schreibt für Elektromotoren eine wesentlich höhere Effizienz vor und sieht im Wesentlichen folgendes vor:

  • Ab 16. Juni 2011 müssen Motoren (0,75 kW - 375 kW) mindestens dem Wirkungsgrad IE2 entsprechen, der für hohe Effizienz steht.
  • Ab 1. Januar 2015 müssen Motoren (7,5 kW - 375 kW) mindestens IE3, oder IE2 mit Frequenzumrichter entsprechen.
  • Ab 1. Juli 2017 müssen Motoren (0,75 kW- 375 kW) mindestens IE3, oder IE2 mit Frequenzumrichter entsprechen.

Auf Unternehmen, die Elektromotoren in ihren Fertigungsmaschinen verwenden, kommen damit nicht unerheblich Neuinvestitionen zu.

„Wir gehen davon aus, dass die EU-Richtlinie einen Anstieg der Preise für die Elektromotoren zur Folge haben wird“, sagt Christopher Nigischer, Senior Business Manager bei Altan Technologies. „Ob Unternehmen mit ihren Elektromotoren frühzeitig auf die teureren IE2-Motoren umsatteln sollten, sollte jedoch von Fall zu Fall geklärt werden“, erklärt Nigischer weiter. Dies hängt u.a. von dem noch zu erwartenden Return on Investment der gesamten Maschine ab. „In welchem Rahmen sich Investitionen lohnen, muss in jedem Fall individuell errechnet werden, schließlich müssen nach 3,5 Jahren zum Teil wieder neue Richtlinien erfüllt werden“, sagt der Altran-Berater.

Altran Technologies prognostiziert durch die mit der Verordnung angeheizte Nachfrage eine signifikante Versteuerung der Motoren. Für den Bau werden sogenannte Lanthanaide benötigt, die zur Gruppe der „Metalle der seltenen Erden“ zählen. Das führende Land in der Förderung ist China, das seine Vormachtstellung seit den 80er Jahren durch massive Preissenkungen künstlich ausgebaut hat. In der Folge wurden die Abbaugebiete in der westlichen Welt größtenteils geschlossen. Daher haben die Chinesen heute ein quasi-Monopol und es ist anzunehmen, dass sie den Rohstoffpreis bei entsprechender Nachfrage erhöhen werden. Aus diesem Grund wird sich die Richtlinie auf die Preise insgesamt auswirken, so auch die Technologie für erneuerbare Energien wie Generatoren in auswirkung, so auch bei Technologien für erneuerbare Energien wie Generatoren in Windkrafträdern, weshalb die Preise schwer zu kalkulieren sind. „Langfristig“, so Nigischer, „kommen hier bedingt durch die zunehmende Nachfrage und das begrenzte Angebot an Rohstoffen sicherlich höhere Kosten auf die Unternehmen zu.“

Betroffen von der Richtlinie sind vor allem Auto-Zulieferer. Zu den weiteren Brachen, die sich bald mit dieser Fragestellung beschäftigen müssen, zählen die Luftfahrtbrache und Unternehmen der Förder- und Rolltechnik.

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