Cegelec Neue ferngesteuerte Niedrigwasserschleuse in Magdeburg
Erstmals in seiner 100-jährigen Geschichte wird der Magdeburger Hafen unabhängig vom schwankenden Wasserstand der Elbe das ganze Jahr über erreichbar sein. Die gesamte Elektro- und Automatisierungstechnik der neuen Niedrigwasserschleuse verantwortet der Automatisierungsspezialist Cegelec. Das Projekt mit einem Volumen von 40 Mio. € wird im Herbst 2010 fertiggestellt.
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Im südlichen Abschnitt des Rothenseer Verbindungskanals zur Elbe soll eine ferngesteuerte Schleuse entstehen, die nur bei niedrigen Elbwasserständen betrieben wird und bei höherem Wasserstand zur freien Durchfahrt offen steht. Cegelec realisiert dabei die gesamte Elektro- und Automatisierungstechnik: von der SPS- und Leittechnik über die Nieder- und Mittelspannungsanlagen, Trafos und Verkabelung bis hin zur Video- und Audioanlage. Die Leistungen umfassen zudem Engineering, Simulation, Installation sowie Inbetriebnahme und Probebetrieb. Die Betriebs- und Wartungsräume befinden sich auf den Schleusenhäuptern in speziellen Türmen, die zudem als Führung für die Hubtore dienen. „Während der gesamten Ausführung des Schleusenbaus muss der Schiffsverkehr aufrecht erhalten werden“, erläutert Volker Mainka, Projektleiter von Cegelec in Magdeburg. Zu diesem Zweck wird eine einschiffige Durchfahrtsrinne freigehalten.
Die neue Schleuse ist mit zwei Hubtoren versehen, die die Durchfahrt des dreilagigen Containerverkehrs ermöglichen. Die Kammerbreite von 25 Metern weist genau das Doppelte des normalen Maßes auf. Einschließlich beider Häupter ist die Schleuse 215 Meter lang, wobei die Nutzlänge von 190 Metern dem Standardmaß für Großschifffahrtsschleusen entspricht. Der maximal zu überwindende Höhenunterschied beträgt 1,86 Meter.
Der Wasserstand im RVK (Rothenseer Verbindungskanal) wird mit Hilfe eines Pumpwerks so reguliert, dass die Schiffe dort stets mit einer Tauchtiefe von 2,8 Metern verkehren können. Die Wassertiefe wird dadurch in Zukunft mindestens vier Meter betragen. Dazu ist ein perfektes Zusammenspiel der gesamten Technik nötig. Berücksichtigt werden muss, dass die Elbe statistisch die Hälfte des Jahres ausreichend Wasser führt und die Schleusentore somit lange offen stehen. Fällt der Wasserstand, ist eine kurzfristige Inbetriebnahme erforderlich. „Die ferngesteuerten Tore müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein“, so Volker Mainka. „Nur so können Turbulenzen im Wasser vermieden werden.“ Die Niedrigwasserschleuse wird nicht mit einem eigenen Betriebsstand ausgerüstet, stattdessen wird eine Fernsteuerung von den Betriebsständen der Schleusen Rothensee beziehungsweise Hohenwarthe aus realisiert. Diese Schleusen und die Kanalbrücke über die Elbe wurden ebenfalls von Cegelec komplett mit Elektro- und Automatisierungstechnik ausgestattet.
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