Nachschub per Roboter

Neuer Transportroboter bringt`s allein bis ins Patientenzimmer

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Ein einziger Roboter reicht für den kompletten Wäschetransport

Ein wichtiges Ziel bei der Entwicklung war es auch, dass der Transportroboter die bereits jetzt in Einrichtungen vorhandenen Handwagen so wie sie sind transportieren kann. Lediglich eine gewisse Bodenfreiheit zum Unterfahren des Wagens muss es halt geben. Ein einzelner Roboter genüge, um etwa den Wäschetransport für ein komplettes Pflegeheim zu automatisieren. Wenn Zeit ist, kann der Roboter dann auch noch weitere Transportdienste für Medikamente, Verbandsmaterial und mehr ausführen. Zeitgesteuert können Routinetransporte durchgeführt oder spontan über ein Tablet oder Smartphone angefordert werden. „Je nach Anwendungsszenario und Integration in etablierte Abläufe ist der Wagen für die reguläre Patientenversorgung oder für den spontanen Einsatz oder Springerdienst nutzbar“, so Jacobs.

Transportroboter rechnet sich schon nach drei Jahren

Ein Team des Fraunhofer-Zentrums für Internationales Management und Wissensökonomie IMW unter Leitung von Dr. Marija Radic untersuchte außerdem die Wirtschaftlichkeit des Roboters mit Blick auf eine Lebenszykluskosten-Rechnung. Diese berücksichtigt alle Kosten, die auf den gemessenen und zukünftig erreichbaren Leistungsdaten anfallen, sowie die Kosten des Roboters von der Anschaffung bis zur Entsorgung desselben, wird erklärt. Als Vergleichswert wurden die Kosten für eine Hauswirtschaftskraft gewählt, die lediglich die genannten Transporte durchführt. Diese verbringt derzeit aber auch täglich mehrere Arbeitsstunden mit dem Transport von Schmutzwäsche von allen Wohnbereichen zu einem Lagerbereich im Keller. Hinzu kommt das Verteilen von Frischwäsche auf die Wohnbereiche.

Das Ergebnis: Übernimmt ein Roboter den gesamten Transport der Schmutz- und Frischwäsche, kann er bereits bei einer Abschreibungsdauer von drei Jahren wirtschaftlich eingesetzt werden. „Die Wirtschaftlichkeit lässt sich noch deutlich steigern, wenn der Roboter weitere Transportdienste übernimmt“, hat Radic, Abteilungsleiterin am Fraunhofer IMW, ausgerechnet. In diesem Szenario arbeitet der Roboter inklusive Ladevorgängen dann auch rund um die Uhr.

Neuling ist mit bewährten Systemen kompatibel

Dabei können auch mit dem neuen Transportroboter, wie Jacobs sagt, auch bereits praxiserprobte Technologien aus vergangenen Projekten weiterverwendet werden. Beispielsweise könnte ein passiver, vom Transportroboter bewegter Pflegewagen mit der entsprechenden Sensorik und „Intelligenz“ ausgestattet werden, um Materialverbräuche automatisch zu erfassen, die Pflegedokumentation zu erstellen und die Materialbestellung zu unterstützen. Und für die Lagerung kleinteiliger Transportgüter wie zum Beispiel Pflegeprodukte oder Verbandsmaterial ist das im Forschungsprojekt „SeRoDi“ verfolgte Konzept mit vorgepackten ISO-Modulkörben nutzbar. Durch das Austauschen vorgepackter Modulkörbe wird es so möglich, ausgegangenes Material schnell wieder aufzufüllen.

Jetzt wird es Zeit für den „scharfen“ Einsatz in Heim & Co.

Der neu entwickelte Transportroboter soll in den nächsten Monaten in Pflegeeinrichtungen getestet und die Technik anhand der dort gewonnenen Erkenntnisse entsprechend weiterentwickelt und optimiert werden. Parallel dazu werden mögliche Hersteller und Vertriebspartner angesprochen, die den Roboter in Zukunft als Serienprodukt weiterentwickeln und vertreiben wollen. Hier ist der neue Transportroboter in Aktion zu sehen.

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