Robotik Neura lässt auf der Automatica die Muskeln spielen

Von Sandro Kipar 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Sechs Jahre nach der Gründung sucht Neura Robotics die große Bühne – und findet sie in München.

Auf der Automatica waren sie Gesprächsthema Nummer 1: CEO David Reger und sein neuer humanoider Roboter 4NE1. (Bild:  Neura Robotics)
Auf der Automatica waren sie Gesprächsthema Nummer 1: CEO David Reger und sein neuer humanoider Roboter 4NE1.
(Bild: Neura Robotics)

An dem Stand des jungen Unternehmens kommt auf der Automatica 2025 niemand vorbei: Auf rund 800 Quadratmetern in der Messehalle präsentiert Neura Robotics eine eindrucksvolle Vielfalt an Applikationen – von industriellen Anwendungen über Haushalt bis hin zur Medizintechnik. Die Präsentation stellt sogar etablierte Anbieter der Branche in den Schatten.

Neura Robotics gilt längst als Shooting Star der Robotik. 2019 von CEO David Reger in Metzingen gegründet, hat sich das Unternehmen in kürzester Zeit zum Aushängeschild der Branche entwickelt. Führende Unternehmen wie Omron, Kawasaki und Delta setzen bereits auf die Technologie von Neura. Erst im Januar 2025 sammelte das Unternehmen in einer Finanzierungsrunde 120 Millionen Euro ein – ein deutliches Zeichen für das Vertrauen der Investoren. Entsprechend groß war das Interesse auf der Messe – und Neura wusste es zu nutzen: Gleich am ersten Messetag enthüllte CEO Reger persönlich den humanoiden Roboter 4NE1 („For Anyone“) vor einem neugierigen Fachpublikum.

Neura setzt große Hoffnungen in den neuen Humanoiden. Er soll nicht weniger als der neue Standard für humanoide Roboter werden – eine direkte Kampfansage an Tesla und deren Modell Optimus. Auch Reger selbst scheut keine Superlative: „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, fünf Millionen Roboter bis 2030 auszuliefern – für Industrie, Dienstleistung und Zuhause. Damit leistet Neura für die Robotik, was das iPhone für das Smartphone getan hat“, so der CEO laut einer Mitteilung.

Was kann der neue Humanoide?

4NE1 verfügt über kognitive Intelligenz, mit der er seine Umgebung selbstständig wahrnehmen, Entscheidungen treffen und aus Erfahrungen lernen kann. Ein neu entwickelter Omnisensor ermöglicht es ihm, Menschen zuverlässig von Objekten zu unterscheiden, sie zu erkennen und sein Verhalten entsprechend anzupassen. Ein Dual-Akkusystem soll den Dauerbetrieb rund um die Uhr ermöglichen. Der Roboter kann bis zu 100 Kilogramm heben und auch feinmotorische Aufgaben übernehmen. Eine weitere Innovation ist seine sogenannte „Artificial Skin“ – eine Sensortechnologie, die Berührungen bereits kurz vor dem eigentlichen Kontakt erkennt.

Ebenfalls neu vorgestellt wurde Mipa („My intelligent personal assistant“), laut Neura der weltweit erste kognitive Haushalts- und Serviceroboter. Mipa soll in Zukunft in Privathaushalten Aufgaben wie Staubsaugen, Geschirrspülen oder Aufräumen übernehmen. Zudem kann er mit Wearables gekoppelt werden, um Vitaldaten zu erfassen, den Schlaf zu analysieren oder ältere Menschen im Alltag zu unterstützen.

Neue Partnerschaften

Parallel zur Messepräsenz kündigte Neura eine strategische Zusammenarbeit mit Schaeffler Special Machinery und Schunk an. Ziel der Kooperation ist es, neue Maßstäbe in der Mensch-Maschine-Interaktion zu setzen.

Der Auftritt auf der automatica macht deutlich: Neura Robotics mangelt es weder an Innovationskraft noch an Technologie – und auch nicht an Kapital. Ob das Unternehmen seinen eigenen ambitionierten Zielen gerecht werden kann, bleibt abzuwarten. Doch die prominenten Partner und die bereits in White-Label-Produkten eingesetzte Neura-Technologie lassen auf eine vielversprechende Zukunft schließen.

(ID:50464447)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung