Open Industry 4.0 Alliance Noch mehr Mitglieder, festangestellte Mitarbeiter und der Implementation Award

Von Sandro Kipar

Die Open Industry 4.0 Alliance zieht Bilanz für 2021. Das Netzwerk ist in diesem Jahr weiter gewachsen und vergibt einen „Implementation Award" für das erfolgreiche Verwenden der entwickelten Referenz-Architektur.

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Die Universität Aalborg hat es der Allianz vorgemacht: Das Forschungsteam schloss exemplarisch einen Kuka-Roboter über eine Edge-Schnittstelle des Münchner IoT-Spezialisten Device Insight an die Microsoft Azure-Cloud eines führenden dänischen Spielzeugherstellers an.
Die Universität Aalborg hat es der Allianz vorgemacht: Das Forschungsteam schloss exemplarisch einen Kuka-Roboter über eine Edge-Schnittstelle des Münchner IoT-Spezialisten Device Insight an die Microsoft Azure-Cloud eines führenden dänischen Spielzeugherstellers an.
(Bild: Casper Schou)

Die Open Industry 4.0 Alliance hat für 2021 eine positive Bilanz gezogen. Seit seiner Gründung auf der Hannover Messe 2019 ist die Unternehmens-Allianz auf 92 Mitgliedsunternehmen angewachsen. Auf einer Pressekonferenz stellt das Netzwerk weitere Erfolge vor.

„Trotz der schwierigen Umstände konnte die Allianz erneut ein solides zweistelliges Wachstum bei den Mitgliederzahlen verbuchen", sagt Nils Herzberg, Sprecher des Vorstands der Open Industry 4.0 Alliance. „Insbesondere die Aufnahme großer Namen wie Microsoft, Siemens oder Trumpf unterstreicht das Vertrauen der Industrie in unsere Arbeit. Mit insgesamt 17 Arbeitsgruppen, überwiegend im Industrie- und Technologiebereich angesiedelt, sind wir Vordenker und Motor für industrielle Digitalisierung.“ Herzberg betont dabei, dass die Open Industry 4.0 Alliance eine Umsetzungsallianz ist. Es sollen keine Show-Cases aufgestellt werden, die schnell wieder in Vergessenheit geraten. Mit den Mitgliedern sollen konkrete Lösungen in realen Umgebungen getestet und eingesetzt werden.

Verstärkung im Führungsteam

„Wir wollen das aktuelle Momentum aufrecht erhalten und haben festgestellt, dass wir mit Freiwilligen nicht mehr schnell genug vorwärts kommen werden", erklärt Herzberg. Aus diesem Grund werde das Führungsteam der Allianz weiter verstärkt. Ekrem Yigitdöl ist bereits seit Oktober festangestellter Managing Director der Open Industry 4.0 Alliance. Ab Februar 2022 übernimmt zudem Ricardo Dunkel die neu geschaffene Position des Technical Directors. Er werde insbesondere für die technische Weiterentwicklung der Referenz-Architektur der Open Industry 4.0 Alliance verantwortlich sein. Zuvor war Ricardo Dunkel mehrere Jahre als leitender Softwarearchitekt für B2B und B2C Web- und Commerce-Plattformen beim E-Commerce-Dienstleister Diva-e verantwortlich.

Laut Dunkel habe die Allianz bereits seit August an einer Referenz-Implementierung für ihre offene Architektur gearbeitet. Ursprünglich hätte diese Implementierung von Verwaltungsschale und digitalem Zwilling auf der SPS präsentiert werden sollen, die allerdings aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Mithilfe der Referenz-Architektur sollen verschiedene Unternehmen das selbe Konzept trotz verschiedener Assets nutzen können.

„Das Vorhaben funktioniert"

Dass dies kein fernes Zukunftskonzept ist, haben mittlerweile dänische Forscher bewiesen. Wie Christian Liedtke von Kuka anmerkt, habe die Universität Aalborg erfolgreich eine offene Architektur für die Industrie 4.0 erprobt. Das Forschungsteam schloss in seinem Proof of Concept exemplarisch einen Kuka-Roboter über eine Edge-Schnittstelle des Münchner IoT-Spezialisten Device Insight an die Microsoft Azure-Cloud eines führenden dänischen Spielzeugherstellers an. „Das Vorhaben der Allianz funktioniert", sagt Liedtke.

Nicht erst die Erfolge in Dänemark waren Ansporn genug, um eigene Implementierungen auf die Beine zu stellen. Die Open Industry 4.0 Alliance hat dafür den „Implementation Award" ins Leben gerufen. Unternehmen konnten hierfür Projekte einreichen, die von einer Jury schließlich bewertet werden. Diese Jury überprüft, wie viel von der Referenz-Architektur übernommen wird, wie viele Partner an dem Projekt beteiligt sind und ob das Projekt auch bei einem Kunden anwendbar ist. Sieben Umsetzungsprojekte haben es schließlich in die engere Auswahl geschafft. Gewonnen haben die Firmen Ureason, Samson, M&M sowie Pepperl+Fuchs unter Beteiligung weiterer Allianzmitglieder als Technik- und Hardwarelieferanten. „Das Projekt wurde in der Duurzaamheidsfabriek (Nachhaltigkeitsfabrik) in Dordrecht, Südholland, implementiert und beinhaltete die Interoperabilität in der Prozessindustrie zwischen Fabrikbetreiber, OEMs und Anwendern. Mit der OI4-Referenzarchitektur wurde die Nutzbarkeit von Hardware, Software und Datenfluss sichergestellt", so die Allianz.

Mithilfe der Referenz-Architektur sollen 2022 weitere Lösungen erarbeitet werden. „Die Grundlagen für neue Implementierungsprojekte sind gelegt“, erklärt Ekrem Yigitdöl. „Wir wollen der Taktgeber für die digitale Vernetzung der Industrie sein und mit weiteren Arbeitsgruppen und Use-Cases voranschreiten."

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