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Normung 4.0: IIC und deutsche Normer wollen zusammenarbeiten

| Redakteur: Robert Weber

Im Bundeswirtschaftsministerium trifft die Politik Normer und Verbandsvertreter. Ob man auch miteinander sprach, bleibt offen.
Im Bundeswirtschaftsministerium trifft die Politik Normer und Verbandsvertreter. Ob man auch miteinander sprach, bleibt offen. ()

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Während Richard Soley vom Industrial Internet Consortium (IIC) am Donnerstag mit Staatssekretär Matthias Machnig vom Bundeswirtschaftsministerium über Industrie 4.0, das IoT und deutsche und US-amerikanische Ansätze diskutierte, saß wenige Meter entfernt die Normungsorganisationen VDE, DKE und DIN und starteten die Normungsoffensive für Industrie 4.0.

Soley betonte, so heißt es in einer Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), dass das IIC kein Standardisierungskonsortium sei, sondern Ergebnisse aus den Testbeds in die internationalen Standardisierungsorganisationen eingebracht würden.

Wie so ein Testbed funktioniert lesen Sie in dem Beitrag.

Der intelligente Schrauber - erstes IIC-Testbed gestartet

Internet der Dinge

Der intelligente Schrauber - erstes IIC-Testbed gestartet

13.02.15 - Vernetze Werkzeuge in der Produktion sind das Ziel von Bosch, Cisco, National Instruments und Tech Mahindra. Alle vier Unternehmen sind Mitglieder des Industrial Internet Consortiums (IIC). Die Partner wünschen sich bessere Qualität und mehr Effizienz in der industriellen Fertigung. Der Test ist auf zwei Jahre angesetzt. lesen

Soley nutzte die Chance die Tagung von DKE- und IEC-Vertretern zu besuchen und mit ihnen zu sprechen. Es wurde eine Zusammenarbeit vereinbart, erfuhr elektrotechnik. Insgesamt berichten die Teilnehmer, dass es ein positiver und konstruktiver Austausch war, heißt es auf Nachfrage. Auch IIC sei die Bedeutung von schon vorhandenen Standards bewusst und begrüße daher eine Zusammenarbeit. Das Bild vom IIC sei in der deutschen Presse derzeit überzeichnet, hieß es am Rande der Tagung.

Zu den Inhalten: Neben den technischen Voraussetzungen - insbesondere der Integration von cyber-physischen Systemen (CPS) in die Produktion und Logistik sowie der Anwendung des Internets der Dinge und Dienste in industriellen Prozessen - legen insbesondere konsensbasierte Normen und Spezifikationen das Fundament für die erfolgreiche Umsetzung neuer Konzepte und Technologien in die industrielle Praxis. Rund 200 Experten kamen in das BMWi-Konferenzzentrum in Berlin, um sich über Normen, Standards, Konzepte und Modelle für Industrie 4.0 zu informieren und auszutauschen.

"Die heutige Veranstaltung zeigt die große Bedeutung, die der Normung bei der Umsetzung von Industrie 4.0 beigemessen wird." stellte Prof. Ulrich Epple, Vorsitzender des initiierenden DIN/DKE-Steuerkreises "Industrie 4.0", fest. "Auch wenn in den letzten Wochen teilweise der Eindruck vermittelt wurde, dass in Deutschland wenig Greifbares aus den bisherigen Diskussion entstanden sei, dokumentieren die nun erarbeiteten Konzepte der verschiedenen Gremien, dass das Gegenteil richtig ist. Die heutige Veranstaltung demonstriert daher auch, wie gut die verschiedenen Gremien mittlerweile vernetzt sind und erfolgreich an einem Strang ziehen."

Einigkeit herrschte unter den Teilnehmern, dass bereits vieles für Industrie 4.0 vorgedacht ist und heute schon angewandt werden kann und auch eingesetzt wird. Experten stellten wesentliche Grundlagen aus den Bereichen Referenzarchitektur, Engineering, Semantik und Kommunikation vor. Epple kündigte die nächste Version der Normungs-Roadmap "Industrie 4.0" für diesen Herbst an. Auch die Anregungen aus der heutigen Diskussion würden in die neue Normungs-Roadmap einfließen.

Für Dr. Bernhard Thies, Sprecher der VDE|DKE-Geschäftsführung, sind die Anforderungen und die Erwartung an die Normung mit Themen wie Industrie 4.0, Smart Grids oder dem Internet der Dinge gewachsen. "Auch die Normung entwickelt sich innovativ weiter. Aus diesem Grunde hat VDE|DKE das Programm Normung 2020 gestartet", so Thies. Epple unterstrich, dass die Normung insbesondere auch die teilweise anderen Erwartungen und Herangehensweisen der jüngeren Generation, wie im DKE-Programm Next Generation begonnen, stärker einbeziehen müsse.

Referenzmodelle, Datenmodelle der digitalen Fabrik, Cloud-Dienste und MES-Produktionsplanung wurden in der Auftaktsession adressiert und intensiv diskutiert. Konkret fanden die Konzepte der I40-Komponente, einer Kombination von Dingen und ihrer virtuellen Repräsentation, und das Reference Architecture Model Industrie 4.0 (RAMI4.0) großes Interesse. RAMI4.0 ist ein kubisches Schichtenmodell, das neben den Kommunikationslayern den Lebenszyklus von Anlage bzw. Produkt und der Automatisierung- und IT-Ebenen betrachtet.

Aufgrund der Interoperabilität von M2M-Kommunikation und der firmenübergreifenden Vernetzung ist eine möglichst eindeutige Semantik erforderlich, welche allerdings eine große Herausforderung darstellt und nicht nur in der zweiten Session thematisiert wurde. Semantik ermöglicht nicht nur den Austausch von Daten, sondern ist auch für ein gemeinsames Verständnis und der korrekten Interpretation der Daten essentiell. Die letzte Session befasste sich mit wichtigen und spezifischen Aspekten der Kommunikationstechnik. Neben der Normungswelt der heutigen Kommunikationstechnologien wurden insbesondere Zuverlässigkeit, Echtzeitfähigkeit und Sicherheit als wesentliche Anforderungen an die Kommunikation für Industrie 4.0 herausgestellt.

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