MEN Mikro Elektronik Nürnberger feiern 25 Jahre Erfolg im Embedded-Board-Geschäft

Redakteur: Holger Heller

Seit der Gründung im Jahre 1982 entwickelt und produziert MEN Mikro Elektronik aus Nürnberg ausfallsichere Computer-Baugruppen und Rechnersysteme für extreme Umweltbedingungen in industriellen und sicherheitskritischen Embedded-Anwendungen. Nun wurde das 25-jährige Firmenjubiläum gebührend gefeiert.

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Die drei Gründer und Gesellschafter der MEN Mikro Elektronik GmbH (v.l.n.r.): Werner Witt, Udo Fuchs (Kaufmännischer GF) und Manfred Schmitz (Technischer GF)
Die drei Gründer und Gesellschafter der MEN Mikro Elektronik GmbH (v.l.n.r.): Werner Witt, Udo Fuchs (Kaufmännischer GF) und Manfred Schmitz (Technischer GF)
( Archiv: Vogel Business Media )

MEN Mikro Elektronik ist seit Beginn im Besitz der bis heute im Unternehmen tätigen Gesellschafter Udo Fuchs (Kaufmännischer Geschäftsführer), Manfred Schmitz (Technischer Geschäftsführer) und Werner Witt. Mit mittlerweile 175 Mitarbeitern und eigenen Niederlassungen in Frankreich und USA werden 28 Mio. € Jahresumsatz bei einem Exportanteil von etwa 50% erwirtschaftet. Kundenspezifische Lösungen machen dabei mehr als die Hälfte des Umsatzes aus.

Das Standard-Lieferprogramm umfasst mehr als 100 verschiedene Computer-Baugruppen auf Basis von PowerPC- und Intel-Pentium- bzw. Multi-Core-Prozessoren mit zugehöriger BIOS-, BSP- und Treiber-Software, außerdem I/O-Baugruppen sowie fertig konfigurierte Systeme. Große Flexibilität bei der Konfiguration von kundenspezifischen als auch Standardprodukten erreichet das Unternehmen durch den Einsatz der FPGA-Technologie.

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Sicherheit groß geschrieben

„Unsere Produkte kommen weltweit als Steuerungen, Mess-, Test- oder Simulationsrechner in vielen unterschiedlichen Embedded-Anwendungen zum Einsatz,“ erklärt Manfred Schmitz, „hierzu zählen sicherheitskritische Märkte wie Bahntechnik inkl. Busse und Nutzfahrzeuge, Luft- und Raumfahrt oder Medizintechnik, aber auch Maschinenbau, Schiffbau, Telekommunikation und Automobilindustrie. Rechnersysteme in solchen Anwendungen sind bis zu 24 Stunden täglich in Betrieb und müssen laut Schmitz oftmals 10 Jahre und mehr lieferfähig sein. Dabei dürfen Ausfälle möglichst nicht vorkommen, um den teueren Stillstand von Maschinen oder die Gefährdung von Menschenleben zu vermeiden.“

Udo Fuchs zur weiteren Strategie: „Auf Basis des Unternehmens-Knowhows bei Entwicklung, Qualifizierung und Produktion von Elektronik für den Bahnmarkt werden wir unsere Präsenz hier weiter stärken und den Umsatzanteil von 20 auf 30% steigern, da sich auch in der Luftfahrt eine zunehmende Öffnung abzeichnet, werden wir entsprechend qualifizierte Produkte in Zukunft auch verstärkt im Flugzeug einbringen.“ Weitergehende Pläne betreffen laut Fuchs die Erschließung des Marktes für Medizintechnik mit ebenfalls sicherheitskritischer Elektronik.

Bis 2010 werden diese Pläne eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl auf deutlich über 200 Personen nach sich ziehen. Im gleichen Zeitraum ist die Anschaffung einer zweiten SMD-Produktionslinie und die Errichtung eines weiteren Firmengebäudes vorgesehen.

Rückblick

Der für die Elektronikbranche nahezu klassische Werdegang der MEN Mikro Elektronik begann am 3. Februar vor 25 Jahren – beinahe in einer Garage – in einem kleinen Zimmer einer aufgelassenen Fabrik. Wenige Jahre zuvor waren die ersten Mikroprozessoren entwickelt worden und so basierten die ersten MEN-Baugruppen – nach dem Debüt mit einer neuen Grafikkarte – auf verschiedenen 16-Bit-Prozessoren von Texas Instruments.

Diesen Einfacheuropa-Karten folgte 1986 die erste CPU im Doppeleuropa-Format nach VMEbus-Standard mit 68HC000-Prozessor und 10 MHz Taktfrequenz. 1988 kamen die ersten binären und analogen M-Module auf den Markt, die als eines der ersten Mezzanin-Konzepte 1997 ANSI-Standard wurden. 1996 startete MEN eine neue Produktfamilie auf Basis des eben eingeführten CompactPCI-Standards, womit neben 68k- und PowerPC-Prozessoren nun auch CPUs von Intel zum Einsatz kamen.

Das Jahr 1996 markierte überdies den Einstieg in die Bahntechnik und deren spezielle Anforderungen an Produkte, Entwicklung und Produktion. Die Zertifizierung nach ISO 9001 (später dann auch ISO 14001) wurde zur Grundlage für ein kontinuierlich verbessertes Qualitätsmanagement. Mit der ebenfalls 1996 gegründeten Niederlassung in Frankreich begann die Etablierung von MEN im internationalen Embedded-Markt. 1998 folgte die zweite Niederlassung in den USA.

Mit PC-MIP wurde 2002 ein zweites Mezzanin-Konzept zum ANSI-Standard und ESM Embedded System Modules bilden seit 2003 eine neue Produktfamilie innerhalb der rasch an Popularität gewinnenden „Computer-On-Modules“. Die FPGA-Technologie wird seitdem systematisch für die individuelle Konfiguration von Baugruppen nach Kundenanforderung eingesetzt. Ebenfalls in 2003 wurde eine Klimakammer für die Qualifikation der Elektronik unter erschwerten Umgebungsbedingungen eingerichtet. Auf der seit 2003 installierten SMD-Fertigungslinie, die zuletzt in 2005 erweitert wurde, waren im Jahr 2006 zuletzt 75.000 Baugruppen gefertigt worden.

Partnerschaften mit Intel (ICA-Mitglied seit 2007) oder Freescale (DAP-Mitglied seit 2004) unterstreichen die Positionierung von MEN im Embedded-Markt von heute. So wurde in 25 Jahren der Unternehmensumsatz jedes Jahr durchschnittlich um 15% gesteigert, wobei die Zuwachsraten nach 2000 oft auch zwischen 20 und 30% betrugen und der Exportanteil auf 50%, in manchen Jahren bis 60% kletterte.

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