Lapp Oskar Lapp legte vor 50 Jahren den Kabelwerk-Grundstein

Redakteur: Sariana Kunze

Oskar Lapp (1921-1987) war nicht nur ein genialer Erfinder, sondern auch Unternehmer mit Leidenschaft: Er entwickelte die erste industriell gefertigte Steuerleitung mit farbigen Adern und sorgte mit Unterstützung seiner Ehefrau Ursula Ida dafür, dass sein Produkt für den Maschinen- und Anlagenbau innerhalb kürzester Zeit unverzichtbar wurde.

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Ursula Ida und Oskar Lapp legten den Grundstein für Neubau des Lapp Kabelwerks in der Oskar-Lapp-Straße 5. Nun sind bereits 50 Jahre vergangen.
Ursula Ida und Oskar Lapp legten den Grundstein für Neubau des Lapp Kabelwerks in der Oskar-Lapp-Straße 5. Nun sind bereits 50 Jahre vergangen.
(Lapp)

Damit haben Ursula Ida und Oskar Lapp Geschichte geschrieben. Bereits vier Jahre nach der Gründung der U.I. Lapp im Jahre 1959, investierte das Unternehmer-Ehepaar 1963 in das erste eigene Produktionswerk und legte damit den Grundstein für das heute weltweit erfolgreiche Familienunternehmen.

Im Beisein der Mitarbeiter des Kabelwerks und deren Familienangehörigen sowie anderer Gäste feierte die Stuttgarter Lapp Gruppe am 27. September das 50. Jubiläum von Lapp Kabelwerke. „Wir wollten ein familiäres Fest haben. Schließlich ist der Familiensinn für uns auch heute noch einer der wichtigsten Werte unseres Unternehmens“, erklärt Vorstand Siegbert E. Lapp. Die frühen 60er Jahre waren geprägt von Aufbruchsstimmung und von schnellem Wachstum. Nachdem zunächst die Ölflex Anschluss- und Steuerleitungen im Auftrag von einem Wuppertaler Unternehmen hergestellt worden waren, gründeten Ursula Ida und Oskar Lapp 1963 die Kabelwerke zunächst in einer gemieteten Halle in der Galileistraße in Stuttgart. 1965 erfolgte der Umzug des Handelshauses U.I. Lapp aus dem Wohngebäude in der Rosentalstraße in die heutige Schulze-Delitzsch-Straße. Damals beschäftigte das Unternehmen bereits 30 Mitarbeiter. „Meine Eltern bauten auf der grünen Wiese. Wir waren damals die Pioniere im heutigen Industriegebiet Vaihingen-Möhringen“, erinnert sich Vorstand Siegbert E. Lapp. Kurze Zeit später wurde auch die Kabel-Produktion von der Galileistraße in ein eigenes Gebäude in der Breitwiesenstraße verlegt, direkt hinter dem Firmenstammsitz.

Von Stuttgart bis nach Peking und zurück: Leitungen soweit das Auge reicht

Ermutigt durch die rasante Entwicklung entschied sich die Unternehmerfamilie für einen Neubau des Kabelwerks, der 1983 in der damaligen Gewerbestraße (heute Oskar-Lapp-Straße), direkt gegenüber dem Firmensitz eröffnet wurde. Das Produktionswerk erstreckt sich auf rund 7.000 m2, davon sind 5.500 m2 reine Produktionsfläche. Wenig später zog in das Obergeschoss des Gebäudes, das zunächst als Parkdeck genutzt wurde, die Contact ein. Die Contact GmbH ist ein Unternehmen der Lapp Gruppe, das auf die Fertigung von Industriesteckverbindern spezialisiert ist. Auch die Lapp Systems, die maßgeschneiderte Konfektionen von Kabel- und Leitungssystemen fertigt, ist im gleichen Gebäude untergebracht.

Allein im heutigen Kabelwerk sind 120 Mitarbeiter beschäftigt, davon 90 in der Produktion und 30 in der Verwaltung. Mit modernen Maschinen werden dort pro Jahr rund 15.000 km Leitungen produziert. Das entspricht fast einer Entfernung von Stuttgart nach Peking und zurück. In Stuttgart werden Kabel vor allem nach kundenindividuellen Wünschen gefertigt. Volumenprodukte mit Fertigungslängen bis über 100 km am Stück laufen dagegen im französischen Forbach vom Band. Aber auch Innovationen und Prozessoptimierungen werden zunächst im Stuttgarter Kabelwerk entwickelt, getestet und umgesetzt. Deshalb befinden sich im Gebäude auch Labors für Hochleistungstests, welche von der U.I. Lapp betrieben werden. Dort können Kräfte bis zu fünffacher Erdbeschleunigung simuliert und mehrere Millionen Biegezyklen für das zu prüfende Kabel in einer Energieführungskette gefahren werden. Heute betreibt die Lapp Gruppe neben dem Kabelwerk in Stuttgart noch weitere 16 eigene Fertigungsstandorte auf der ganzen Welt.

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