Nationaler IT-Gipfel

Plattform Industrie 4.0 stellt Online-Landkarte mit 200 Testumgebungen vor

Seite: 2/2

Bis zu Industrie 4.0 muss noch Zeit vergehen

„Bis zur vollständigen Umsetzung der Vision von Industrie 4.0 wird noch Zeit vergehen – aber wir können heute schon zeigen, dass Industrie 4.0-Lösungen in vielen verschiedenen Varianten zum Nutzen von Anwendern und deren Kunden zum Einsatz kommen“, so Prof. Dr. Siegfried Russwurm. Er veranschaulichte mithilfe des Industrie 4.0-Demonstrators „typische“ Szenarien aus einer digitalisierten Produktion: ein Transportsystem, das sich intelligent an Veränderungen anpasst, ohne dass manuell eingegriffen werden muss, oder eine individuelle Fertigung mit Bearbeitungszeiten und -schritten, die sich automatisch nach den Produkten richten, die auf den Wagen transportiert werden, oder eine Service-Cloud, um die Verfügbarkeit der Anlagen aus der Ferne zu überwachen. Das gemeinsame Exponat der Deutschen Telekom, Festo, SAP und Siemens zog neben zahlreichen Besucherinnen und Besuchern auch Bundeskanzlerin Merkel an. An einem Bildschirm konnten Besucherinnen und Besucher die neue Online-Landkarte entdecken und ausprobieren.

Worauf liegt der Fokus der Arbeit der Plattform Industrie 4.0? Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Weg hin zu Industrie 4.0 mitnehmen? Diese und weitere Fragen standen bei der gemeinsamen Podiumsdiskussion der Plattform Industrie 4.0 und der Plattform Innovative Digitalisierung im Fokus. „Innovation entsteht nicht durch Technologie selbst, sondern erst aus dem Nutzen für Anwender. Daher stellt die Plattform Industrie 4.0 nicht so sehr die Technologie in den Mittelpunkt, sondern Lösungsansätze für Herausforderungen der produzierenden Industrie und beleuchtet die verschiedenen Rollen im Wertschöpfungsnetz – aus Anwender- und Anbieterperspektive“, so Prof. Dr. Russwurm.

Bildergalerie

Mitbestimmung als Voraussetzung für die Digitalisierung

„Entscheidend für die Arbeit der Plattform Industrie 4.0 ist die Frage: Was bedeutet dies für unsere Arbeitsgesellschaft? Unternehmen und Politik müssen erkennen, dass Qualifizierung und Arbeitsorganisation strategische Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0 sind und die Wege dazu ebnen. Neue Lernformen und -prozesse in zusammenwachsenden Wertschöpfungsketten und -netzen können den Zugang für alle erleichtern. Dies ist aber ebenso wenig ein Selbstläufer wie eine menschengerechte Arbeitsorganisation. Mitbestimmung ist notwendige Voraussetzung erfolgreichen digitalen Wandels in Deutschland“, so Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall.

Im Rahmen des Fachforums „Plattform Industrie 4.0 – Gemeinsam den Wandel gestalten“ kamen die Parlamentarische Staatssekretärin Brigitte Zypries, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, und Staatssekretär Dr. Georg Schütte, Bundesministerium für Bildung und Forschung, mit Expertinnen und Experten der Plattform Industrie 4.0 zusammen, um eine digital vernetzte Industrie in Deutschland zu erörtern.

(ID:43734549)