Nationaler IT-Gipfel 2016

Plattform Industrie 4.0 will Qualifizierung anschieben

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Referenzarchitekturmodell RAMI 4.0 in den internationalen Normungsorganisationen ISO/IEC

Qualifizierung, Interoperabilität, die sichere Produktion, Kunden- und Anwenderorientierung sowie Standardisierung – das sind die Bereiche, in denen die Plattform Industrie 4.0 dieses Jahr gezielte Impulse für Unternehmen und andere Interessierte gibt. „Neben den Handlungsempfehlungen haben wir im Bereich der Standardisierung große Fort-schritte gemacht. Beispielsweise haben wir das in der Plattform Industrie 4.0 entwickelte Referenzarchitekturmodell RAMI 4.0 in die DIN-Spezifikation eingebracht. Damit können nun erstmals die drei wesentlichen Dimensionen IT, Lifecycle und Automatisierungshierarchie in einem Modell zusammengefasst werden“, so Prof. Dr. Siegfried Russwurm. Zudem ist ein großer Schritt in Richtung internationaler Standardisierungsbemühungen bei Industrie 4.0 gelungen. RAMI 4.0 wird seit kurzem auch in den internationalen Normungsorganisationen International Organization for Standardization (ISO) und Internati-onal Electrotechnical Commission (IEC) diskutiert. Zum IT-Gipfel veröffentlicht die Plattform Industrie 4.0 bezüglich Standardisierung u.a. ein Interaktionsmodell für die Verwaltungsschale. Hierbei handelt es sich um ein Regelwerk, das, vergleichbar mit Duden und Lexikon, einzelne Vokabeln der Sprache zwischen Maschinen, Sensoren und Produkte festlegt.

Nach zwei Jahren Arbeit gibt Prof. Dr. Russwurm turnusmäßig den Vorsitz des Lenkungskreises ab. Sein Nachfolger ist Bernd Leukert, Vorstandsmitglied bei SAP. Der mit hochrangigen Unternehmern besetzte Lenkungskreis der Plattform ist für die industrielle Strategieentwicklung, inhaltliche Ausrichtung und Ergebnissicherung der Arbeitsgruppen verantwortlich. Wie das richtige Unterstützungsangebot auf dem Weg in die digitalisierte Produktion finden? Der Industrie 4.0-Kompass bietet nun insbesondere mittelständischen Unternehmen einen Überblick über mehr als 40 bestehende nichtkommerzielle Angebote. Auch die Online-Bibliothek der Plattform Industrie 4.0 ist gewachsen: Insgesamt neun weitere Plattform-Publikationen sind in der Bibliothek zu finden.

Plattform Industrie 4.0 intensiviert internationale Allianzen

Gemeinsame Arbeitspläne mit den Partnern aus Frankreich (Alliance Industrie du Futur), Japan (Robot Revo-lution Initiative), USA (Industrial Internet Consortium) und China sehen unter anderem eine enge Kooperation im Bereich der Standardisierung vor. So entwickeln Expertinnen und Experten der Plattform Industrie 4.0 und des Industrial Internet Consortium Ideen, wie internationale Testfelder für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gemeinsam gestaltet werden können. Die praktischen Erfahrungen aus den Tests sollen systematisch zur Weiterentwicklung und Verbindung der bereits etablierten Referenzarchitekturmo-delle RAMI 4.0 und IIRA genutzt werden.

Auch mit der Europäischen Kommission tauscht sich die Plattform intensiv zur Umsetzung von Industrie 4.0 aus. Dazu findet auf Einladung des Bundeswirtschaftsministeriums und der EU-Kommission vom 31. Januar bis 1. Februar 2017 das erste europäische Stakeholder-Forum in Essen statt. Im Kontext der deutschen G20-Präsidentschaft findet Mitte März 2017 ein Treffen der jeweiligen nationalen Plattformen in Berlin statt, bei dem die Plattform Industrie 4.0 mit am Tisch sitzt.

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