VDMA zur Hannover Messe 2013 Prognose bestätigt: Exporte steigen auf Rekordhöhe

Redakteur: Sariana Kunze

„Trotz aller Unsicherheiten bestätigen wir unsere Wachstumsprognose für 2013 von plus zwei Prozent", erklärte VDMA-Hauptgeschäftsführer Dr. Hannes Hesse auf der Pressekonferenz des Verbandes anlässlich der Hannover Messe 2013. „Beim Auftragseingang bewegen wir uns momentan eher in einer Seitwärtsbewegung. Das Ifo-Geschäftsklima sowie die bessere Stimmung in den Kundenländern weltweit deuten auf eine Belebung der Geschäftstätigkeit hin. Wir setzen auch wieder auf die Hannover Messe als positives, weiteres Konjunktursignal."

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VDMA-Hauptgeschäftsführer Dr. Hannes Hesse gab den aktuellen Stand des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus auf der Pressekonferenz des Verbandes anlässlich der Hannover Messe 2013 bekannt.
VDMA-Hauptgeschäftsführer Dr. Hannes Hesse gab den aktuellen Stand des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus auf der Pressekonferenz des Verbandes anlässlich der Hannover Messe 2013 bekannt.
(VDMA)

Mit einem realen Produktionswachstum von 1,3 Prozent für 2012 haben die Maschinen- und Anlagenbauer einen Umsatzwert von 207 Mrd. Euro erwirtschaftet und damit das Rekordniveau des Jahres 2008 (208 Mrd. Euro) fast wieder erreicht. Mit 978.000 Beschäftigten im Dezember 2012 bleibt der Maschinenbau größter industrieller Arbeitgeber. Die Beschäftigung im Maschinen- und Anlagenbau nahm im Jahresverlauf 2012 um rund 30.000 Stellen zu. „Da kann man nur sagen: Von wegen ‚die Agenda 2010 hat nur zu prekären Nebenjobs geführt‘. Sie wirkt heute noch", so Hesse. Die Kapazitätsauslastung lag im Jahresdurchschnitt bei 86,4 Prozent (2011: 88,7 Prozent).

Importe aus den Euro-Ländern stiegen um 7,7 Prozent

Von der Importzunahme um nominal 4,1 Prozent auf 56,2 Mrd. Euro profitierten 2012 die europäischen Partner leicht überproportional: „Die Maschineneinfuhren aus den Euro-Ländern stiegen um 7,7 Prozent, ein eindrucksvolles Beispiel für den Zugpferdcharakter des deutschen Maschinenbaus", sagte der VDMA-Hauptgeschäftsführer. Größtes Lieferland 2012 war Italien, gefolgt von der Schweiz. Möglicherweise historisch ist der Platztausch auf den Rängen 5 und 6 der Rangliste, wo China Japan verdrängte. China steht jetzt für 6,8 und Japan für 6,7 Prozent Anteil an den deutschen Maschinenimporten.

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„Trotz Rückgang des China-Geschäftes zeigt der Export wegen des starken US-Geschäftes ein nominales Plus von 5,1 Prozent", berichtete der VDMA-Hauptgeschäftsführer. Dies reichte, um mit einer absoluten Höhe von 149,4 Mrd. Euro den Vorkrisenstand aus 2008 von 144,8 Mrd. zu übertreffen und einen neuen Exportrekord aufzustellen. Insgesamt verloren die deutschen Maschinenexporteure auf dem chinesischen Markt 9,6 Prozent ihres Ausfuhrvolumens. Im Vergleich dazu wuchs der Maschinenmarkt in den USA mit einem Plus von 14,8 Prozent.

Russland für deutschen Maschienbau viertgrößter Absatzmarkt

„Das Partnerland Russland war 2012 mit Lieferungen von rund acht Milliarden Euro unser viertgrößter Absatzmarkt – nach China, den USA und Frankreich", erklärte Hesse. Dies entspricht etwa fünf Prozent der gesamten deutschen Maschinenausfuhr. Die deutschen Anbieter spielen auf dem russischen Markt eine starke Rolle. „22 Prozent aller importierten Maschinen stammen aus Deutschland. Danach folgen in großem Abstand China mit 13 und Italien mit elf Prozent", sagte Hesse.

Eine aktuelle VDMA-Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen zum Markt Russland hat ergeben, dass der russische Markt heute überwiegend aus Deutschland heraus bearbeitet wird. Vertrieb und Service werden von der Zentrale gesteuert. „Mittelfristig sehen wir aber starke Tendenzen der Verlagerung der Vertriebs- und Serviceverantwortung nach Russland", erklärte Hesse. Eine Montage oder Produktion unterhalten bisher nur acht Prozent der an der Befragung beteiligten Unternehmen. Mit Blick auf das Jahr 2015 planen 19 Prozent den Aufbau einer Montage oder Produktion vor Ort. Das Engagement soll also mehr als verdoppelt werden.

Für den Aufbau der Produktion in Russland gibt es vor allem drei entscheidungsrelevante Faktoren, die definitiven Handlungsbedarf haben, berichtete der VDMA-Hauptgeschäftsführer: „Das ist die Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen, die Qualität in der Ausbildung des Personals und die Qualität inländischer Zulieferungen. Hinsichtlich der Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen gibt es auf russischer Seite erheblichen Nachholbedarf. Da könnten wir seit langem sehr viel weiter sein. Es gibt viele Chancen, die wir gemeinsam mit den russischen Partnern in einer Win-win Situation nutzen könnten. Wir sollten uns endlich dazu entschließen, gemeinsam voranzugehen und diese Chance nicht vertun. Vielleicht ergeben sich ja auch entsprechende Signale hier auf der Hannover Messe."

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