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„More Electric Aircraft“

Prozess-I/O-Module regeln und überwachen simulierte Belastungsszenarien in Flugzeugen

| Redakteur: Ines Stotz

Um die Konstruktion und Wartung von Flugzeugen zu vereinfachen, arbeiten Unternehmen und Forschungseinrichtungen daran, möglichst viele Komponenten auf elektrische Antriebe umzustellen. Die EADS-Tochter Cassidian hat zu diesem Zweck ein System zur Simulation elektrischen Belastungen in Flugzeugen entwickelt. Intelligente Prozess-I/O-Module von Hesch Industrie-Elektronik helfen dabei.

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Im Rahmen eines MEA-Projekts haben die Ingenieure bei Cassidian zur Simulation von induktiven und kapazitiven Lasten im, bei militärischen Luftfahrzeugen üblichen, 270VDC-Netz einen Simulationsschaltschrank mit vier baugleichen 270VDC-Kanälen entwickelt.
Im Rahmen eines MEA-Projekts haben die Ingenieure bei Cassidian zur Simulation von induktiven und kapazitiven Lasten im, bei militärischen Luftfahrzeugen üblichen, 270VDC-Netz einen Simulationsschaltschrank mit vier baugleichen 270VDC-Kanälen entwickelt.
( Archiv: Vogel Business Media )

In heutigen Zivil- und Militärflugzeugen arbeiten elektrische, hydraulische, pneumatische und mechanische Antriebe nebeneinander. Dieses, teils historisch gewachsene, Konglomerat unterschiedlicher Systeme verkompliziert die Konstruktion und auch die Wartung der Flugzeuge. Aus diesem Grund arbeiten Unternehmen und Forschungseinrichtungen weltweit an Projekten zum „More Electric Aircraft“ (MEA).

Die EADS-Tochter Cassidian im oberbayrischen Manching hat zu diesem Zweck ein 270 VDC Gesamtsystem entwickelt, mit dem die Ingenieure die möglichen elektrischen Belastungen in Flugzeugen simulieren können. Da nicht alle elektrischen Verbraucher zur Verfügung standen, wurde zudem ein Schaltschrank entwickelt, der diese Verbraucher simuliert. Ausgerüstet ist er mit intelligenten Prozess-I/O-Modulen von Hesch Industrie-Elektronik.

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Hydraulisch betriebene Fahrwerke und Stellantriebe, pneumatische Klimatisierung, elektrische Avionik und mechanische Antriebsstränge arbeiten bei allen heute marktüblichen Flugzeugen parallel nebeneinander. Diese Systemvielfalt verursacht eine hohe Komplexität der Technik, was sich in Gewicht und damit Treibstoffverbrauch, häufigeren und aufwendigeren Wartungen sowie hohem Energieaufwand niederschlägt. Aus diesem Grund wird international seit rund zehn Jahren intensiv erforscht, wie moderne Flugzeuge im Idealfall rein elektrisch betrieben werden können.

Erste Schritte in der zivilen Luftfahrt

Bei der zivilen Luftfahrt sind erste Schritte dahin beispielsweise beim Airbus A 380 zu sehen, dessen Schubumkehr erstmals elektrisch und nicht wie üblich hydraulisch oder pneumatisch betätigt wird. Auch Boeing geht bei dem 787 „Dreamliner“ neue Wege. So wird keine Zapfluft für Klimaanlage und Enteisungssysteme verwendet, sondern stattdessen je zwei Generatoren von je 250 kVA pro Triebwerk, die auch als Elektromotoren zum Anlassen der Triebwerke dienen. Durch die konsequentere Verwendung elektrischer Systeme verringert sich dank der hohen Wirkungsgrade der Leistungsumsatz an Bord. Zudem lässt sich über ein intelligentes Lastmanagement der zahlreichen potenziellen Verbraucher der Stromverbrauch optimieren.

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