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3D-Bildverarbeitung

Prüfender Blick auf Autositze

| Autor: Ines Stotz

Umweltfreundlichere Rohstoffverwendung und Kosten sparen sind heute immer wichtigere Themen. Ein Bildverarbeitungssystem zur 3D-Inspektion von Schaumstoffblöcken, wie sie zum Beispiel in Autositzen verwendet werden, zeigt einen interessanten Weg auf.

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3D-Bildverarbeitungssystem prüft Autositze und entdeckt Fehler, noch bevor sie entstehen.
3D-Bildverarbeitungssystem prüft Autositze und entdeckt Fehler, noch bevor sie entstehen.
(Bild: © dmindphoto - Fotolia)

In Schaumstoff-Fertigungsanlagen herrschen raue Spritzgussumgebungen – keine einfache Aufgabe, ein Bildverarbeitungssystem zu integrieren. Doch auf dieses Feld hat sich GIPS Vision spezialisiert. Das Unternehmen ist einer der Systemintegratoren der Stemmer Imaging-Niederlassung in Frankreich. Beide haben in enger Zusammenarbeit das 3D-Bildverarbeitungssystem Dakota realisiert.

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Diese Anlagen sind bereits in mehreren Ländern weltweit im Einsatz. „Sie haben sich als zuverlässiges und schnelles 3D-System für die Qualitätskontrolle von im Spritzgussverfahren hergestellten Polyurethan-Schaumstoffblöcken erwiesen“, freut sich Frédéric Equoy. Der Gründer und Geschäftsführer von GIPS Vision war maßgeblich an der Entwicklung von Dakota beteiligt.

Zum Einsatz kommt das System bei der Herstellung von Schaumstoffteilen aus Polyurethan, die im Spritzgussverfahren entstehen. Im Fall der Autositze werden vor dem Spritzvorgang bestimmte Einsatzteile von Hand in die Spritzgussformen eingelegt. „Diese Feinarbeit lässt sich nicht automatisieren“, so Equoy. „Angesichts der hohen Produktionsgeschwindigkeit der Fertigungslinie kommt es bei diesem manuellen Arbeitsgang häufig zu Fehlern, die zu unvollständigen Spritzgussteilen oder Produkten mit falsch positionierten Einsatzteilen führen. Dies resultiert in schwerwiegenden Mängeln des Endprodukts, die nach dem Erstarren des Schaumstoffs nur schwer zu erkennen sind.“

Fehler vor dem Entstehen entdecken

Das 3D-Prüfsystem Dakota schafft hier Abhilfe und entdeckt Fehler, noch bevor sie entstehen. Es kommt direkt vor dem Einspritzen der Spritzgießmasse in die Form zum Einsatz und sorgt auf diese Weise dafür, dass die Fertigung fehlerhafter Schaumstoffteile sowie Materialverschwendung in großem Ausmaß vermieden werden. „Dakota überprüft vor der Füllung der Spritzgussform, ob alle vor der Einspritzung in die Form eingesetzten Teile wie gewünscht vorhanden sind und sich an der richtigen Stelle befinden“, beschreibt Equoy das Prinzip. „Nur wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, gibt das System die Form zur Einspritzung frei. So wird verhindert, dass ein unvollständiges oder fehlerhaftes Schaumstoffteil gefertigt wird.“

Diese Vorgehensweise führt zu einer Reihe von Vorteilen: Zunächst einmal verringert sich der Ausschussanteil durch den Einsatz von Dakota deutlich. Zudem lässt sich so eine erhebliche Einsparung von Material realisieren, das bei fehlerhaften Teilen ja komplett verloren ist, da der einmal verfestigte Schaumstoff nicht erneut verwendet werden kann. Die per Hand eingelegten Einsatzteile haben nur geringen Wert, sind jedoch im Fehlerfall ebenfalls nicht mehr nutzbar.

Dakota macht zudem eine visuelle Überprüfung des fertigen Schaumstoffteils überflüssig und spart somit Arbeitskräfte für diesen Prozessschritt ein. Ein weiterer Vorteil für die Anwender des Systems besteht in der Verringerung der Reklamationen aufgrund schlechter Qualität und anderer Rücksendungen von ausgelieferten Produkten. Frédéric Equoy: „Insgesamt steigt also die Rendite und Produktionssicherheit für Kunden, die das Dakota-System in ihrer Fertigung einsetzen.“

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