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Gehaltsstudie Qualifikation bestimmt das Gehalt im Maschinenbau – nicht das Alter

| Redakteur: Katharina Juschkat

DIe VDMA-Gehaltsstudie zeigt, dass im Maschinenbau vor allem die Qualifikation bestimmend für die Vergütung ist. Die beste Vergütungen gibt es in Baden-Württemberg - und zwischen Bachelor und Masterstudenten gibt es kaum einen Unterschied im Einstiegsgehalt.

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(Bild: gemeinfrei, Pixabay.com / CC0 )

Die Maschinenbauer in Deutschland brauchen hoch qualifizierte Mitarbeiter und das wirkt sich auch auf die Vergütung aus. Nicht das Alter ist maßgeblich für die Gehaltshöhe im Maschinenbau, sondern die Qualifikation. „Es wird immer wichtiger, gut ausgebildete Fachkräfte ins Unternehmen zu bekommen und an das Unternehmen zu binden. Deshalb ergeben sich neue Gehaltsgefüge“, erläutert Bianca Illner, Leiterin der Abteilung Betriebswirtschaft im VDMA. „Dabei ist die Qualifikation das wichtigste Kriterium für die Einordnung in das Vergütungssystem eines Unternehmens.“ Dies ist ein Kernergebnis der neuen „Gehaltsstudie 2016 für Fach- und Führungskräfte“, die der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau nun abgeschlossen hat.

Baden-Württemberg zahlt am besten

Zusammen mit Professor Dr. Bernt Meyer von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg Weiden hat der Verband erstmals eine Untersuchung durchgeführt, die nicht nur regionale Gehaltsvergleiche ermöglicht, sondern auch mehr als 120 Positionen in den Unternehmen im Einzelnen analysiert. Hierbei zeigt sich auch, dass es nahezu altersunabhängig Vergütungstendenzen für die meisten Einzelpositionen gibt. Die notwendige Qualifikation zum Erreichen einer Position im Maschinenbau ist wesentlich entscheidender für das Gehaltsniveau als das Alter.

Im regionalen Vergleich zeigt sich, dass die höchsten Gehälter im Maschinenbau in Baden-Württemberg (Postleitzahlengebiet 7) gezahlt werden: Das durchschnittliche Jahresgehalt erreicht hier rund 62.000 Euro. Knapp dahinter folgen das Rhein-Main-Gebiet und Teile von Rheinland-Pfalz (PLZ-Gebiet 6) mit durchschnittlich 60.000 Euro sowie Südbayern (PLZ-Gebiet 8) mit knapp 60.000 Euro. Nord-Hessen sowie Teile von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (PLZ-Gebiet 3) liegen am unteren Ende der Rangliste mit durchschnittlich 48.000 Euro. (Das PLZ-Gebiet 0 mit großen Teilen Ostdeutschlands war nicht Teil der Untersuchung.)

„In Baden-Württemberg sitzen viele Weltmarktführer aus dem Maschinenbau. Zudem dürfte die lokale Konkurrenz mit der Automobilindustrie zu höheren Gehältern führen“, begründet Andrea Veerkamp-Walz, Vergütungsexpertin im VDMA dieses Ergebnis. „In anderen Regionen Deutschlands machen sich dagegen die strukturschwächeren Gegenden bemerkbar.“

In der Stadt wird mehr bezahlt als auf dem Land

In dieses Bild passt auch, dass Betriebe, die in Großstädten oder Großstadtnähe angesiedelt sind, häufig mehr bezahlen als Unternehmen im ländlichen Raum. Die Gehälter liegen hier um 16 % bis 19 % höher. „Unternehmenszentralen mit besser bezahlten Bereichen wie Forschung und Entwicklung sind häufig in Ballungsräumen angesiedelt“, erläutert Veerkamp-Walz.

Die Studie zeigt darüber hinaus auf, dass Gehälter auf derselben Ebene zum Teil deutlich voneinander abweichen. So erhalten im Ranking der Abteilungsleiter die Werksleiter das höchste Gehalt – durchschnittlich gut 130.000 Euro, Leiter der Abteilung Rechnungswesen und Finanzen liegen mit knapp 100.000 Euro in der Mitte und Abteilungsleiter Fertigungsplanung bilden das Schlusslicht mit rund 85.000 Euro.

Wesentlich enger zusammen liegen dagegen die Einstiegsgehälter für Studenten mit einem Bachelor- und einem Masterabschluss. Bachelor-Studenten erhalten im Durchschnitt 45.000 Euro Jahresgehalt zum Start, Master-Studenten gut 48.000 Euro. Allerdings variieren diese Einstiegsgehälter laut Angeben der Unternehmen stark, je nach Aufgabe und Arbeitsfeld.

Auszubildende im Maschinenbau starten im technischen Bereich im Durchschnitt mit 860 Euro Monatsgehalt ins erste Jahr, im vierten Jahr sind es dann 1075 Euro. Kaufmännische Azubis erhalten ebenfalls im ersten Jahr im Durchschnitt 860 Euro und um dritten Jahr dann 964 Euro. „Im Vergleich zu anderen Branchen liegt der Maschinenbau damit im oberen Bereich, vergleichbar etwa mit Bankkaufleuten“, sagt VDMA-Abteilungsleiterin Illner.

Boni liegen zwischen 1 % und 12 % des Jahresgehalts

Wichtig für eine enge Bindung ans Unternehmen, sind auch Sonderleistungen und variable Gehaltsbestandteile. In der vom VDMA regelmäßig durchgeführten Umfrage zur Personalarbeit zeigt sich, dass mehr als 90 % der Unternehmen eine Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg als Instrument der Entgeltpolitik bereits einsetzen und mehr als 80 % darüber hinaus sonstige Zusatzleistungen anbieten. Der Studie zufolge liegen die Boni im Durchschnitt zwischen 1 % und 12 % der Jahresgehälter. Dies entspricht der marktüblichen Spreizung in der deutschen Industrie. Zu den häufigsten Zusatzleistungen zählen vermögenswirksame Leistungen und eine betriebliche Altersvorsorge, danach folgen mit einigem Abstand eine eigene Firmenkantine sowie Fahrtkostenzuschüsse, Gesundheitschecks und Fitnessstudios. Rund 10 % der Maschinenbaubetriebe haben einen eigenen Kindergarten eingerichtet. Der Firmenwagen als Zusatzleistung wird laut VDMA-Benchmark zur Personalarbeit 90 % der Führungskräfte und nahezu 50 % der Spezialisten in den Maschinenbauunternehmen angeboten. Die aktuelle Studie zeigt darüber hinaus, dass die Wahlfreiheit beim Fahrzeugtyp und die private Nutzung sehr häufig eingeschränkt sind.

Für die Gehaltsstudie 2016 haben der VDMA und die Hochschule die Antworten von insgesamt 135 Unternehmen mit insgesamt knapp 49.000 Beschäftigten untersucht, wobei gut 34.600 Fallzahlen ausgewertet wurden. Knapp 60 % der teilnehmenden Betriebe haben weniger als 200 Mitarbeiter und sind damit typisch für den mittelständisch geprägten Maschinenbau in Deutschland. 44 % der Befragten hat seinen Sitz im ländlichen Raum, 42 % in einer Stadt und 14 % in einer Großstadt. VDMA-Mitgliedsfirmen können die vollständige Studie für eine Gebühr erhalten.

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