Bildverarbeitungssensoren Raketenauto startet mit optischen Sensoren zu Rekordfahrt

Autor / Redakteur: Gerd Kucera / Sariana Kunze

An den Grenzen der Physik werden die Systeme des Bloodhound-Automobils arbeiten, das mit Jet- und Raketenantrieb eine Geschwindigkeit von 1000 Meilen/h (1609,344 km/h) erreichen soll. Unter anderem überwachen elf optische Sensoren (BV-Kameras) von Stemmer Imaging die Rekordfahrt.

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Mit ihrem Bloodhound-Projekt will das britische Forscher-Team nicht nur den Geschwindigkeitsweltrekord brechen, sondern auch die junge Generation für technische Berufe begeistern
Mit ihrem Bloodhound-Projekt will das britische Forscher-Team nicht nur den Geschwindigkeitsweltrekord brechen, sondern auch die junge Generation für technische Berufe begeistern
(Credit: Curventa/Siemens)

Das ehrgeizige Ziel des Bloodhound-Projekts ist es, eine Geschwindigkeit von 1000 Meilen/h (mph) zu erreichen und damit den aktuellen Geschwindigkeitsrekord zu Lande (Mach 1,02) von 763,035 Meilen/h (1227,985 km/h) zu brechen, der 1997 von Thrust SSC (Thrust Super Sonic Car, Überschallfahrzeug) aufgestellt wurde.

Das Projekt, das 2008 begann, wird als eine unglaubliche, technische Herausforderung beschrieben, die u.a. mit der Hilfe der Wissenschaft, des Automobilbaus und der Mathematik das Unmögliche wagen und wahr machen soll.

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Mark Williamson, Direktor Corporate Market Development bei Stemmer Imaging, erklärt dazu: „Dies ist ein wirklich spannendes Projekt. Das Konstruktionsteam von Stemmer Imaging arbeitet eng mit den Bloodhound-Entwicklern zusammen, um Videodaten für Konstruktions- und Veröffentlichungszwecke zu erstellen und aufzuzeichnen. Es ist nicht überraschend, dass die Aufnahme von Bildern bei derart hoher Geschwindigkeit ein kritischer Bestandteil des Projekts ist.

Bloodhound wird schneller fahren, als eine Pistolenkugel aus einer Magnum .357 fliegen kann. Das zwölf Meter lange Auto legt in einer Sekunde die Strecke von etwa viereinhalb Fußballfeldern zurück.“ Ein Fußballfeld misst in der Länge 105 m (Länderspiel); das Magnumgeschoss fliegt mit 400 m/s, Bloodhound soll 447 m/s (1000 mph) erreichen.

Die im Bloodhound eingesetzten Bildverarbeitungskameras übernehmen zahlreiche Aufgaben: Beispielsweise liefern die nach vorne gerichteten Kameras Live-Stream-Videos zur Veröffentlichung, während die nach hinten gerichteten Kameras den Ausstoß des Raketenantriebs beobachten. Weitere Kameras überwachen kritische Konstruktionsparameter wie den Bodenkontakt der Räder. Kameras im Cockpit werden verschiedene Geräte und die Aktionen des Fahrers im Auge behalten.

Alle Videodaten müssen mit der genauen Uhrzeit versehen und mit der Bordelektronik gekoppelt sein, damit sich einzelne Bilder zu den Steuerungsvorgängen zurückverfolgen lassen. Zur Übertragung der Videodaten wird ein Ethernet-Datenkommunikationsbus eingesetzt. Stemmer Imaging definiert derzeit zusammen mit dem Bloodhound-Team die genaue Lieferspezifikation. Williamson: „Wir begeistern uns für diese Herausforderung, da viele der Bloodhound-Systeme an den Grenzen der Physik arbeiten“.

Nach derzeitiger Planung soll das Raketenauto Bloodhound Super Sonic Car im April, Mai oder Juni 2014 in der Wüstenregion Hakskeen Pan in Südafrika an den Start gehen. Fahrer ist der Weltrekordhalter und Royal Air Force-Kampfpilot Andy Green, der dann im mehr als 7 t schweren Vehikel mit über 135.000 PS (über 100.000 kW) in 3,6 s eine Distanz von 1,6 km zurücklegt.

Erfahren Sie wie Bloodhound gebaut wird (offizielle Website)

Video: Bloodhound-Raketentest

Video-Animation: Inside Bloodhound SSC - So funktioniert der Raketenantrieb

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