Siemens Red Bull Racing konstruiert mit PLM im Formel-1-Tempo

Redakteur: Reinhard Kluger

Jetzt verleiht Siemens Red Bull mal Flügel: Der Rennstall entwickelt und fertigt sein Weltmeisterauto mit der Siemens-Software für Product Lifecycle Management. Damit sind neue Komponenten schnell konstruiert, um sie Sekunden später per Mausklick produzieren zu lassen und anschließend in das Fahrzeug einzubauen.

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Die beschleunigte Entwicklung verbessert die Rundenzeiten. Bild: Red Bull
Die beschleunigte Entwicklung verbessert die Rundenzeiten. Bild: Red Bull
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei Sebastian Vettel und Red Bull Racing, Formel-1-Doppelweltmeister 2010, fährt auch Siemens mit: Konstruiert der Rennstall sein Weltmeisterauto doch mit der Siemens-Software für Product Lifecycle Management (PLM). Damit kann man per Software neue Komponenten entwickeln, diese Sekunden später per Mausklick herstellen lassen, um sie dann anschließend in das Fahrzeug einzubauen. Das beschleunigt die Entwicklung und verbessert die Rundenzeiten.

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Konstruieren im Formel-1-Tempo

„Die PLM-Software von Siemens spielt eine wichtige Rolle für unser Unternehmen. Diesen Beitrag für das Zusammenspiel von Entwicklung und Fertigung darf man nicht unterschätzen“, sagt Christian Horner, Teamchef von Red Bull Racing. Zudem trimmt Siemens jetzt Gebäude und Produktion der Formel-1-Fabrik im britischen Milton Keynes auf weniger Energieverbrauch und CO2-Ausstoß – damit nimmt Red Bull Racing eine Vorreiterrolle im Rennsport ein.

Immer einen Tick schneller

In keiner Industrie müssen Produkte so schnell weiterentwickelt und gefertigt werden, wie in der Formel 1. Nirgends können minimale Änderungen in der Konstruktion das gesamte Fahrverhalten so sehr beeinflussen wie in der Formel 1. Sieg und Niederlage liegen oft nur Bruchteile von Sekunden voneinander entfernt. Rund 100 Ingenieure bei Red Bull Racing arbeiten tagtäglich unter Hochdruck mit der Siemens-Software daran, die Autos von Sebastian Vettel und Mark Webber in der kurzen Zeit zwischen den Rennen noch einen Tick schneller zu machen.

Effiziente Abläufe im Design

Die Ingenieure entwickeln das gesamte Fahrzeug, entwerfen ständig neue Komponenten, fügen alle 4.000 Einzelteile zusammen und testen das Fahrzeug auf Herz und Nieren – und zwar alles am Computer. Den Entwicklern reicht anschließend ein Mausklick, um die neuen Teile sofort fräsen und stanzen zu lassen – es müssen keine Daten von Hand in der Fertigung an den Werkzeugmaschinen eingegeben oder in andere IT-Systeme übertragen werden. Das spart Zeit und Kosten: Red Bull Racing hat seinen Materialaufwand durch die Software signifikant reduziert und konnte Abläufe im Design und in der Fertigung um bis zu 75 Prozent beschleunigen.

Wissen, was fährt

Für die Abstimmung des Fahrzeugs auf die jeweiligen Charakteristika der unterschiedlichen Rennkurse steht eine Vielzahl von Varianten zur Verfügung. Deren Zusammenspiel simulieren die Ingenieure am Computer, um die ideale Zusammenstellung zu finden. Alle Entwickler und Ingenieure des gesamten Rennstalls haben dabei jederzeit im Werk und an der Rennstrecke Zugriff auf sämtliche Daten die sie benötigen und wissen stets, was am Fahrzeug geändert wurde. Mit Produkten aus seinem Umweltportfolio optimiert Siemens zudem die Fabrik von Red Bull Racing. Ziel ist es, Energiekosten, Ressourcenverbrauch und CO2-Ausstoß der Fertigung signifikant zu senken und zudem die Produktionsprozesse noch effizienter zu gestalten.

Und die Gebäude werden auch gecheckt

„Für die Optimierung der Produktion ist ein Industrieunternehmen wie Siemens ein idealer Partner – mit seinem Wissen aus mehr als 160 Jahren Produktion, 300 Werken und dem weltgrößten Umweltportfolio“, so Horner. Siemens nimmt derzeit die gesamte Produktion inklusive aller vorhandenen Maschinen und Arbeitsabläufe unter die Lupe. Neben dem Rennauto kommen auch die Gebäude nicht zu kurz. Denn Siemens unterzieht gleichfalls die Gebäudetechnik, Heizung und Klimaanlagen einem Energiecheck.

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