Kabel und Steckverbinder

RFID-Sensoren bringen Kabel zum Sprechen

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Manfred Hauck, Chef-Entwickler, Lapp: „Jetzt sind wir in der Lage, winzige RFID-Chips in ein Kabel oder einen Steckverbinder einzupflanzen. Die Chips sind individuell programmierbar, so dass für jeden Anwendungsfall die benötigte Information mittels eines Lesegerätes abgerufen und ins IT-System zur Weiterverarbeitung übertragen werden kann.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Während des Kabel-Produktionsprozesses werden winzige Transponder in das Innere des Kabels implantiert. Der Transponder besteht aus einem Mikrochip und einer Antenne. Da die RFID-Technik auf ein passives System aufgebaut ist, hat es auch keine Batterie. Es bezieht seine Energie zur Versorgung des Mikrochips aus elektromagnetischen Funkwellen, von einem in der Nähe befindlichen Standard-Lesegerät. Zum Auslesen der Transponder gibt es spezielle Frequenzen, womit die Informationen auf das Lesegerät übertragbar sind. Bei Lapp wird dabei je nach Anwendungsfall vor allem im HF-Bereich (13,56 MHz) und UHF-Bereich (868MHz) gearbeitet, um für die verschiedenen Einsatzfälle eine bestmögliche Lösung anbieten zu können.

Lapp hat, basierend auf der RFID-Technik, zusätzlich einen Feuchtesensor entwickelt (Archiv: Vogel Business Media)

„Um im Kabel oder dem Steckverbinder nun auch physikalische Größen wie Feuchtigkeit, Temperatur oder Druck aufnehmen zu können, haben wir zusätzlich - basierend auf RFID - einen Sensor entwickelt. Damit lassen sich jetzt diese Zustandsdaten auslesen“, erklärt Chef-Entwickler Manfred Hauck. Bei der Feuchteanalyse muss zudem, entsprechend dem zu detektierenden Fluid, der Sensor vorbereitet und kalibriert werden. Die Ergebniswerte aus dem Sensor werden auf das Lesegerät übertragen und anhand der Kennzahlen kann man genau feststellen, ob das Kabel sich im trockenen oder feuchten Zustand befindet.

Das Interesse an der neuen RFID-Technik ist enorm

„Das Interesse an der neuen RFID-Technik ist enorm. Konkrete Verhandlungen mit ersten Interessenten laufen bereits auf Hochtouren“, berichtet Siegbert Lapp und nennt als Beispiele ein Unternehmen für Ultraschalltechnik, ein Spezialist für Bühnentechnik und einen Tunnelbauer, die mit den RFID-Tags ein Höchstmaß an Sicherheit garantieren wollen. „Wir stehen mit dieser Technik erst ganz am Anfang. Es gibt unvorstellbar viele Anwendungsmöglichkeiten. Jeden Tag kommen neue Ideen und Vorschläge dazu.“

Die „herkömmliche“ RFID-Technologie wird bei Lapp selbstverständlich schon längst in der Logistik verwendet. Dort hat sie den bisherigen Barcode erfolgreich abgelöst. Im Logistikzentrum in Stuttgart und im neuen Lager in Forbach (Frankreich) erleichtert das RFID-System die Liefer- und Produktionsprozesse, die Rückverfolgbarkeit und Qualitätssicherung sowie die logistische Organisation. Mittels RFID lassen sich heute ganze Produktions- und Lieferprozesse einfach darstellen und analysieren. Denn das gegen Schmutz unempfindliche System transferiert die Daten kontaktlos - auch ohne visuellen Kontakt - in Echtzeit an ein Lesegerät, welches diese Daten speichert oder auch zur weiteren Verarbeitung etwa an ein ERP-System sendet. Hierbei können auch mehrere Transponder gleichzeitig identifiziert werden.

SPS/IPC/Drives Halle 6, Stand 350

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