Ehrung

Rittal-Vorsitzender Friedhelm Loh erhält Ehrendoktorwürde

| Redakteur: Katharina Juschkat

Loh richte sich nach ethischen Standpunkten

In seinem Festvortrag begründete Prof. Stephan Holthaus, Rektor der Freien Theologischen Hochschule Gießen, warum es sich lohnt, mit christlichen Werten in Führung zu gehen: „Was haben Maschinenbau mit Gebet und Schaltmodule mit moralischen Werten zu tun?“, fragte er. In seiner Antwort bezog er sich auf die Gründung des Benediktinerordens im sechsten Jahrhundert, dessen Regeln, darunter „Ora et labora – bete und arbeite“, heute aktueller denn je seien.

Was es brauche, seien moralische Regeln und ethische Leitplanken, die Loh vorlebe. Der Unternehmer sei ein „harter Arbeiter der alten Schule, der zielstrebig und fleißig ist, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst nicht schont“, so Holthaus.

Loh fordert ein radikales Umdenken

„Bei so viel Lob verschlägt es einem die Sprache“, sagte schließlich Loh in seiner Dankesrede. Die Verleihung der Ehrendoktorwürde bezeichnete er als Höhepunkt seiner Biografie, der ohne die jahrzehntelange Unterstützung von Familie, Freunden und Mitarbeitern weltweit nicht möglich gewesen wäre: „Ihnen gebührt mein tiefster Dank. Alles, was ich erleben durfte, ist ein Geschenk.“ Vor allem seinen Eltern sei er zu Dank verpflichtet: „Sie vermittelten mir eindrücklich die gelebte Übernahme von Verantwortung, christliche Werte und die Sinnhaftigkeit des Glaubens, die mein Leben wie nichts anderes prägen.“

An die Vertreter der Universität richtete er das Versprechen, „in der Zukunft meinen Auftrag wahrzunehmen, Erfahrung und Innovation in einen Mehrwert für die Menschen umzusetzen“. Dafür brauche es auch ein starkes Miteinander: „Wir müssen viel mehr Allianzen bilden, Universitäten und Unternehmen zusammenbringen. Die Kraft des Einzelnen ist wichtig. Aber die Kraft der Netzwerke wird über den Erfolg der deutschen Wirtschaft entscheiden. Die Netzwerke, das sind wir – Unternehmer, Wissenschaft, Politik, die wir Verantwortung übernehmen müssen.“ Loh forderte daher „ein radikales Umdenken und eine Veränderungsbereitschaft, die uns stark macht.“

Neue Technologien bergen neue Gefahren

Die Kunst der Wissenschaft sei es, Lösungen zum Nutzen und zum Schutz der Menschen zu entwickeln, so Loh. Dass Wissenschaft und Wirtschaft daher auch Verantwortung tragen, hob er hervor: „Industrie 4.0 ist die sich selbst erarbeitende Technologie, die aus ihren eigenen Daten neue Erkenntnisse gewinnt und damit unser Leben verändert. Was heißt das für uns als Wirtschaft und als Gesellschaft?“

Bei aller Euphorie für sich selbst organisierende Technologien dürfe man die Gefahren der Cyberkriminalität oder des gläsern gewordenen Menschen nicht unterschätzen: „Es besteht die große Gefahr, nicht nur die im Grundgesetz verankerte Freiheit zu verlieren, sondern auch die Freiheit des Wohlbefindens, der eigenen Meinung und des individuellen Handelns.“ Er befürchte, dass das persönliche Recht freiheitlicher Individualität durch den Zugriff der Technologie auf den Menschen verloren gehe: „Daten schaffen Freiräume, aber auch Gefängnisse.“ In der Verantwortung vor Gott und den Menschen seien Wissenschaft, Wirtschaft, Staat und Rechtsprechung gefordert und verpflichtet, die Würde des Menschen zu wahren.

Mit einem Zitat von Oscar Wilde brachte Rektor Andreas Schubert die Anerkennung aller Anwesenden für den Preisträger auf den Punkt: „Persönlichkeiten, nicht Prinzipien, bringen die Zeit in Bewegung.“

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