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Robotik Robocup 2016: Hier kickt die künstliche Intelligenz

| Redakteur: Robert Horn

Bereits zum 20. Mal findet der Robocup, ein Technologie- und Bildungsevent rund um die Robotik, statt. Vom 30. Juni bis 4. Juli werden in Leipzig 3500 Teilnehmer aus 40 Ländern und 40.000 Besucher erwartet.

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Der Robocup findet vom 30. Juni bis 3. Juli statt. Es werden mehr als 3500 Teilnehmer in 500 Teams aus 40 Ländern erwartet.
Der Robocup findet vom 30. Juni bis 3. Juli statt. Es werden mehr als 3500 Teilnehmer in 500 Teams aus 40 Ländern erwartet.
(Bild: Leipziger Messe)

Den Mittelpunkt des Robocup bilden Fußball spielende Roboter. In acht verschiedenen Ligen treten die Kicker mit künstlicher Intelligenz gegeneinander an. Die Ligen unterscheiden sich dabei hinsichtlich des Baus der Roboter oder auch der zu programmierenden Software. Daneben zeigen weitere Wettbewerbe, wie Roboter bei Rettungseinsätzen unterstützen, im Haushalt helfen oder Produktionsprozesse verbessern können.

Jetzt haben die Veranstalter bekannt gegeben, dass die Ligen Robocup Logistics League und Robocup@Work zu Robocup Industrial gebündelt werden, mit dem Ziel, die Forschung für die industrielle Anwendung noch effizienter voranzutreiben. Die beiden Ligen gehören bereits seit 2012 zur Weltmeisterschaft der intelligenten Roboter.

In spannenden Wettbewerben werden weitgehend ungelöste Forschungsfragen, die logistischen Prozessen sowie Arbeitsabläufen innerhalb von Fabriken zugrunde liegen, beleuchtet und kontinuierlich verbessert. „Beide Ligen behandeln unterschiedliche Meilensteine zukünftiger Produktionsprozesse, haben jedoch zahlreiche Überschneidungen bei der Zielsetzung“, erklärt Prof. Oskar von Stryk, Trustee der Robocup Federation und Mitglied im Deutschen Regionalkomitee Robocup.

„Durch die Zusammenführung unter Robocup Industrial können sich nun beide Ligen mit ihrer anspruchsvollen visionären Zielsetzung effektiver weiterentwickeln, zugleich aber den Gesamtprozess besser optimieren.“

Ideale Logistik trifft neue Produktionsprozesse: Die Fabrik der Zukunft

Die dynamischen Logistikprozesse, die für die Vision einer Smart Factory benötigt werden, sind Kernthema der Robocup Logistics League. In dieser Liga planen, realisieren und optimieren Teams aus mehreren mobilen Robotern den Materialfluss und liefern Komponenten für eine dynamische Produktion. Als Plattform werden hierfür das Modular Production System und Robotino Roboter von Festo eingesetzt.

„Dank einer einheitlichen Plattform ist durch Vergleichbarkeit der Software eine schnellere Entwicklung möglich. In den letzten drei Jahren haben wir schon zahlreiche Impulse erhalten“, so von Stryk. In der parallel stattfindenden Liga Robocup@Work müssen die Roboter sich in ihrer Umgebung frei bewegen und dabei komplexe Greifaufgaben – sogenannte mobile Manipulationsaufgaben – umsetzen. Dazu zählen beispielsweise die präzise Bestückung von Regalen und Maschinen ebenso wie komplexe Montageaufgaben. Als mobile Roboterplattform werden insbesondere Kuka Youbots eingesetzt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen vor allem in kleineren und mittleren Unternehmen die Konfiguration von Fertigungsstrecken ermöglichen und vereinfachen.

Zwei Ligen, eine Herausforderung

Beim Robocup in Leipzig ist erstmals eine gemeinsame Technical Challenge beider Ligen geplant. Mittels eines neuen Wettbewerbsprotokolls erfolgt in Robocup@Work ab 2016 die Vereinheitlichung der Aufgaben und damit die bessere Evaluation und Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Erstmals wird zudem parallel zu den Robocup Industrial Ligen die Amazon Picking Challenge ausgetragen, die ungelöste Forschungsthemen in der Logistik von E-Commerce-Unternehmen adressiert.

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